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DPRG-Fachtag: Diskussion um die Zukunft der PR

Auf dem Deutschen PR-Tag wurden die Spannungen zwischen Journalismus und PR deutlich angesprochen. Dabei beurteilten viele Referenten die Entwicklung des Journalismus sehr negativ. Niemand wünsche sich als PR-Profi ein schwaches Gegenüber. Ganz im Gegenteil. Eine Professionalisierung sowohl der PR wie auch des Journalismus sei wünschenswert.

Auf das Thema Blogging & PR wurde auf den verschiedenen Panels nur am Rande eingegangen. Nicht weiter verwunderlich, schließlich ist es auch noch ein recht junges Thema. Die Gespräche am Rande der DPRG-Veranstaltung haben mir jedoch gezeigt, das viele PR-Leute das Thema durchaus mit Interesse und Neugierde betrachten.

Auf dem Panel "Wie verändern sich die Medien? Wie verändert sich die PR?" sind wir der Frage nachgegangen, welche Bedeutung die Segmentierung der Medien haben, wie wichtig Blogs in diesem Zusammenhang sind und ob die Zeitung weiterhin eine Zukunft haben wird. Das Podium setzte sich aus Prof. Dr. Wolfgang Donsbach (Universität Dresden), Klaus Eck
(PR Blogger), Michael Garthe (ChR Rheinpfalz),
Dr. Michael Maier (ChR netzeitung), Hans Obermeier (West LB) und Prof. Dr.
Helmut Scherer (Hochschule für Musik und Theater) zusammen. Moderiert hat das Panel der inzwischen frisch gewählte DPRG-Präsident Ulrich Nies (BASF), der seinen DPRG-Wahlkampf in der letzten Woche auch mit einem eigenen Weblog namens Presi-al-dente bestritten hat.

Während Michael Garthe (ChR Rheinpfalz) glaubt, dass die Tradition der Zeitung etwas sehr wichtiges ist und damit rechnet, dass wir auch noch in 400 Jahren Zeitungen nutzen werden, bin ich bei weitem skeptischer und halte die Tageszeitung nicht mehr für ein "Überblickmedium", sondern eher für ein Auslaufmodell. Das Internet ermöglicht mit zahlreichen Tools das Zusammenstellen eines individuellen, personalisierten Nachrichtenüberblicks, den ich für wesentlich wertvoller halte als jede Zeitung. Außerdem bekomme ich online sehr schnell wertvolle zusätzliche Informationen.

Angesichts der aktuellen Diskussionen, die nichtzuletzt Rupert Murdoch angestoßen hat, wunderte mich diese Betrachtungsweise ein wenig. Mit dem Internet ist eine neue Kraft entstanden, die bisherige Businessmodelle komplett in Frage gestellt hat. Tageszeitungen können in der digitalen Variante durchaus ihre Existenzberechtigung behalten, es kommt dabei jedoch weniger aufs Papier, sondern mehr auf deren Inhalte an. Wenn Tageszeitungen in Zukunft stärker auf Qualitätsjournalismus setzen, behalten sie vermutlich ihre Existenzberechtigung und werden zumindest eine (profitable) Nische für sich finden. Ansonsten sehe sich schwarz für das papierne Produkt und werde es auch nicht vermissen.

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