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Darf ich Bloggern vertrauen?

Oder Journalisten? Auf einem PR Blogger Workshop stellte man mir in dieser Woche die Frage, inwieweit Leser überhaupt auf die Richtigkeit von Bloginhalten vertrauen können. Erst einmal gar nicht, lautete meine Anwort, denn jeder Blogger schreibt aus einem ganz bestimmten Interesse heraus. Menschen sind nicht per se objektiv. Für die Leserschaft ist es deshalb nicht immer einfach herauszufinden, worin dieses Interesse besteht und inwieweit das die Blog-Beiträge einfärbt.

Einen Objektivitätsjournalismus gibt es sicherlich nirgends. Dennoch hat jeder Blogger einen Ruf zu verlieren, den er nicht ohne weiteres in Frage stellen dürfte, wenn er sich als Corporate Blogger versteht oder seine Leserschaft behalten will. Auch private Blogger können sehr schnell in ein Minenfeld laufen, wenn sie sich an bestimmte Regeln nicht halten und beispielsweise fremde Inhalte einfach komplett übernehmen und als etwas Eigenes bloggen. Wer über seinen Arbeitsalltag schreibt, sollte sich zumindestens rückversichern, dass er damit keine Unternehmensregeln verletzt. Ansonsten könnte ein Blogger sehr schnell seinen Arbeitsplatz weg-bloggen.

In die Glaubwürdigkeitsfalle tappen nicht nur Blogger, sondern auch Journalisten und ihre Medien, wie sich am aktuellen Fall Newsweek zeigt. Vor wenigen Tagen hat das Nachrichtenmagazin eine Behauptung über angebliche Koranschändungen im Gefangenenlager Guantanamo selbst wieder zurückgenommen, weil sie auf eine anonyme Quelle beruhte. Die Veröffentlichung des Artikels hat weltweit heftige antiamerikanische Proteste ausgelöst und eine neue Journalismus-Debatte (Blogger versus Journalismus) in den USA angeregt.

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