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Keine Macht den Bloggern?

Selbst wenn Blogger über politische Themen schreiben, wie im US-Wahlkampf, haben sie zumeist wenig Einfluss gehabt. So heißt es zumindest in einer aktuellen Studie des Pew Internet & American Life Project (PIP). Sie seien keine fünfte Gewalt, mithin keine eigenständige Kraft, heißt es dort wenig überraschend. Aber wer hat das im Ernst behauptet? Politische Weblogs können zwar einen wichtigen Einfluss auf die Politik ausüben, doch zeigt die Studie, dass sich die Blogger mehrheitlich an den herkömmlichen
Massenmedien oder Politikern orientieren. Das Zitieren von Medien ist auch in anderen Bereichen sehr dominant.

Eigentlich nicht weiter verwunderlich, schließlich ist die Markenpräsenz eines eingeführten Mediums enorm. Es gibt erst wenige Blogs in den USA und vermutlich noch keines in Deutschland, die vergleichbare Effekte erzielen können. Das mindert allerdings keineswegs die Rolle, die Blogs in ihrer Gesamtheit einnehmen. Wie ein Schwarm können sie die Meinungen einzelner zu einer neuen Kraft bündeln und dadurch im politischen Diskurs neue Möglichkeiten eröffnen. So heißt es auch in der PEW-Studie.

Das lehrt auch der aktuelle Wahlkampf in NRW. Sowohl SPD, Grüne wie auch CDU führen dort einen kleinen Blog-Wahlkampf. Dabei dienen die Blogs zum Teil als Bürgerbeteiligungsmodell, und sie werden dabei kampagnenartig eingesetzt, um die eigenen Wahlkämpfer zu motivieren. Beide Parteien fordern sehr offensiv auf ihren Seiten die Nordrhein-Westphalen zum Mitmachen beim politischen Bloggen auf und wollen auf diese Weise auch neue Wählerschichten ansprechen. Das zeigt nicht zuletzt einer der letzten SPD-Blog-Beiträge, in dem der Kölner SPD-Wahlkampf-Slogan zititiert wird: "Schützen Sie sich vor der dunklen Seite der Macht, verhindern Sie die schwarze Republik".

>> PEW: Innovative Study Suggests Where Blogs Fit into National Politics