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Vom Umgang mit Blogs und Bloggern

Nach und nach kommen immer mehr Angebote auf den Markt, die PR-Fachleuten die Blog-Welt erklären (wollen). Obwohl ich selbst auch Seminare anbiete, scheint es mir sinnvoll zu sein, einmal die Grundregeln zusammenzufassen, an denen sich aus meiner (Blogger-)Sicht die Spreu von Weizen scheidet:

1. Lesen, lesen, lesen
So wenig, wie es die Journalisten gibt, gibt es die Blogger. Alles, was hilft, um den einen oder die andere kennen zu lernen, ist lesen, lesen, lesen und

2. Zuhören und stille sein
Wenn Sie in einen Raum kommen, in dem sich viele andere angeregt unterhalten, werden Sie ja auch nicht als erstes von Ihrem Lieblingsthema sprechen. Wenn Sie halbwegs sensibel sind, kann es sogar passieren, dass sie lange brauchen, bis Sie beginnen, sich an einem Gespräch zu beteiligen.

3. Grau ist alle Theorie
Wer nicht selbst bloggt, wird Ihnen ein bisschen was Medientheoretisches erzählen können. Vielleicht kann er oder sie auch davon berichten, was in den letzten Monaten passiert ist. Nie und nimmer aber werden Sie erspüren können, was bloggen bedeutet. Üben Sie selbst!

4. Beobachten ja, überwachen nein
Hüten Sie mal einen Sack Flöhe. Und was heißt schon überwachen? Regel 1 und Regel 2 sollten genügen. Und dann gibt es ja auch noch ein paar Suchmaschinen.

5. Lass sie in Ruhe spielen
Viele Blogger reagieren auf uns PR-Menschen so empfindlich, weil sie wollen, dass wir sie in Ruhe lassen. Warum auch nicht? Wenn wir etwas zu sagen haben, was den einen oder die andere interessiert, dann finden sie es. Und dann schreiben sie.

6. Sei ehrlich
OK, das gilt für jede PR, wenn sie gut ist. Und damit für viel zu wenig. Viele Blogger sind unbarmherzig, wenn sie uns erwischen, wie wir nicht die Wahrheit sagen. Und das spricht sich rum.

7. Verklage niemals einen Blogger
Das spräche sich nicht nur rasend schnell unter Blogs herum (und wäre damit das Gegenteil dessen, was vielleicht gewollt gewesen wäre, falls jemand sich etwas dabei gedacht haben sollte). Es nutzt auch nichts und verbrennt Ihren Namen bis in die Steinzeit und zurück.

8. Blogs sind kein Hype, Blogs sind anders
Mit Blogs kehrt der Journalismus zu seinen Wurzeln zurück: Gnadenlos subjektiv, meinungsstark, einzeln reichweitenlos – aber gemeinsam weit reichend. Blogs haben Permalinks und andere Dinge, die mehr sind als technische Spielereien.

9. Blogs verändern deine Welt
Wer sich von Blogs anstecken lässt, möchte sie bald nicht mehr missen. Gute Freunde, gute Gespräche, viele Gerüchte – es gibt nichts, was abseitig genug wäre, um nicht aufmerksam verfolgt zu werden. Wunderbare Schätze liegen neben gähnender Langeweile. Aber der Horizont ist ja nur eine scheinbare Grenze.

10. Blogge nur, wenn du erzählen willst
Egal, was Ihnen andere sagen: Bloggen können Sie nur selbst. Und nur, wenn Sie gerne erzählen, wird es funktionieren. Niemand muss bloggen, um die Faszination zu erleben. Aber faszinieren wird nur, wer sich einlässt auf die Spielregeln und erkennbar ist als Person.