Heike Bedrich Als Gastautorin im PR-Blogger tätig.

Insolvent und sprachlos

56 Sekunden Lesedauer

Still und leise stellten sie ihren Insolvenzantrag, so liest man nun über das IT-Unternehmen Media Professionals in den einschlägigen Medien. Vorab vermittelten uns einige Blogger einen ersten  Eindruck von der Krise eines der bekannteren Münchner New Economy Unternehmen. Wo sind nun aber all die Verantwortlichen, wer stellt sich den Journalisten und Interessierten für Fragen zur Verfügung?

Im Rausch des New-Economy-Booms war das Unternehmen gestartet, um der
Medienbranche erstklassige Infrastruktur für ihre Auftritte im Web
zu bieten:

"Media Professionals stellt hierfür ausgewählte
Spitzentechnologie bereit, die unabhängig von Plattformen und
Netzwerk-Infrastrukturen höchste Performance bietet und gleichzeitig
Investitionsrisiken mindert", war bis vor kurzem auf der Homepage der
AG zu lesen. Dass sich diese Versprechungen als Luftblasen
herausstellen, bekommen einige ihrer Kunden offensichtlich schmerzhaft zu spüren.

Keiner ist mehr da, keiner weiß etwas. Ich habe selbst lange Zeit als Dienstleister für Media
Professionals gearbeitet, mir tut es deshalb um das Unternehmen sehr Leid. Aber
was nun gespielt wird, ist für mich als frühere PR-Verantwortliche
nicht mehr nachvollziehbar. Glauben die Verantwortlichen im Ernst
daran, dass sich keiner für die Insolvenz interessiert? Wie wollen sie
weiterabeiten können, wenn sie nicht zu Krisen stehen können? Wieso nutzen Unternehmen wie Media Professionals in der Krise keine Experten für die Krisen-Kommunikation? Ist es wirklich so einfach, zu gehen und nichts weiter zu sagen?  Fragen über Fragen, die keiner mehr beantworten kann, denn es ist ja keiner mehr da bei MP, die Lichter sind aus.

>> Heise: Verlags-Provider Media Professionals pleite

Heike Bedrich Als Gastautorin im PR-Blogger tätig.

3 Replies to “Insolvent und sprachlos”

  1. Hm, naja. Wenn sie insolvent sind, können sie weder jemand beauftragen [das fiele unter Betrug], noch jemand, der für sie (weiter)arbeitet, bezahlen.
    Zumindest hat man mir ‚insolvent‘ mal so erklärt 😉 – mir fehlt da glücklicherweise die praktische Erfahrung.
    Würdest Du unter *den* Bedingungen einen Auftrag annehen? Sag ihnen Bescheid 😉
    Sie könnten natürlch Privatgeld dafür einsetzen… aber…

  2. „Wieso nutzen Unternehmen wie Media Professionals in der Krise keine Experten für die Krisen-Kommunikation?“
    Vielleicht weil sie die Krise erst bemerkt haben, als kein Geld mehr da war, sondern nur noch Forderungen der Gläubiger?
    „Wie wollen sie weiterarbeiten können, wenn sie nicht zu Krisen stehen können? “
    Vielleicht ist in diesem Fall – bei Insolvenz – die Frage eher, wie wollen sie weiterarbeiten, wenn kein Geld mehr da ist und ihnen auch keiner welches mehr gibt?

  3. Insolvenz bedeutet nicht, dass man nicht mehr weiterabeiten kann. Es geht darum, ein Minimum an Kommunikation aufrecht zu erhalten. Und: Im Leben begegnet man sich immer zwei Mal.

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