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Nichtraucher-Projekt Bel Air gestartet

Mit eindeutigen Plädoyers für einen aktiven Nichtraucherschutz in der Münchner Gastronomie startete am 25.2. die Pressekonferenz zum Bel Air Projekt im Presseclub in München. „Nicht Rauchen soll cool sein, sondern Nichtrauchen.“ Dr. Inci Sieber, die Sprecherin der nahrungs-kette ist der Meinung,Presskonferenz1 dass kein noch so gesundes Essen die schädlichen Auswirkungen von Tabakrauch ausgleichen kann. Daher müsste es den Besuchern von Gaststätten möglich sein, „Speis und Trank“ in einer rauchfreien Umgebung zu genießen. Dafür steht das Projekt „Bel Air“, das die Gastronomiebetriebe auszeichnen soll, die sich aktiv für den Nichtraucherschutz einsetzen und ihren Gästen rauchfreie und gute Luft bieten. Breite Unterstützung erhält die seit vier Jahren ehrenamtlich tätige Initiative nahrungs-kette von renommierten Organisationen.

„Deutschland darf nicht Schlusslicht sein, beim Nichtraucherschutz“, so Dr. Axel Munte, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns.
„Ein Gesetz zum Schutz der Nichtraucher, wie es in anderen Ländern
vorhanden ist, wäre auch in Deutschland überfällig. Solange dies noch
nicht politisch durchsetzbar ist, sind auf privater Initiative
basierende Projekte wie Bel Air sehr wichtig.“ Denn laut Dr. Munte ist
die Erkrankungsrate durch Rauchen gigantisch und eine solche Aktion
zwar nur ein „Tropfen auf einem brennenden Stein“, sie erhält aber die
breite Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns.

Der Deutsche Kinderschutzbund
erklärte, dass mehr als 16 Prozent aller Kinder dem Passivrauchen ausgesetzt
sind. Damit sind erhebliche gesundheitliche Belastungen verbunden. Denn
Passivrauchen löst Atemwegserkrankungen wie Husten und
Lungenentzündungen aus und Kinder von rauchenden Eltern leiden häufiger
an chronischen Atemwegserkrankungen. Ein besonderes Anliegen der
Initiative nahrungs-kette ist es, Lokale, in denen Familien mit Kindern
verkehren, durch die Aktion Bel Air rauchfrei zu machen. Eine Prüfung
bei 32 Eiscafes ergab, dass nur zwei Eiscafes Nichtraucherplätze bereit
halten.

Prof. Dr. Wiebel vom Ärtzlichen Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit
ergänzte, dass es unbedingt notwendig ist, Anspruch und Wirklichkeit in
Sachen Nichtraucherschutz in Gaststätten zu untersuchen. Auch in
„Schutzbereichen“ ist man dem Qualm ausgesetzt, denn Messungen von
Tabakrauchpartikeln haben ergeben, dass ohne räumliche Trennung von
Raucher- und Nichtraucherbereichen das Passivrauchen nicht vermieden
werden kann. Der Arbeitskreis wird das Bel Air-Projekt dahin gehend
unterstützen, dass eine objektive Luftmessung anhand eines
empfindlichen Partikelzählgerätes durchgeführt werden kann.

Die
nahrungs-kette startet nun mit seinen Partnern mit einer Mailingaktion,
um die Münchner Gastronomie auf das Projekt aufmerksam zu machen.
Fragebögen und Informationen für die Gaststätten stehen auch unter www.belair-muenchen.de
zum Download bereit. Nach Auswertung der Fragebögen, Schnuppertests und
Luftmessungen wird anschließend die Bel Air-Jury solche Gaststätten
auszeichnen, die für gute und gesunde Luft stehen. Im Anschluss daran
findet im Juli eine große Prämierungsveranstaltung in München statt.

Nun mag man hoffen, dass die erste breite Nichtraucherkampagne in
München Erfolg hat, denn Bel Air könnte eine Signal-Wirkung für andere
Städte besitzen. Die anwesende Presse hat das Projekt bislang positiv
beschrieben und mit Beiträgen unterstützt. Jetzt kommt es darauf an, dass
viele Gaststätten sich dem Trend anschließen und ihre Gäste zum
Nichtrauchen motivieren. Einige davon gibt es bereits in München, und
sie klagen nicht über einen Umsatzrückgang, sondern erfreuen sich
zunehmend einer großen Beliebtheit bei Nichtrauchern, die in unserer
Stadt immer mehr werden.