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Seltsames Blogger-Label

Etiketten sind einfach und sollen eine schnelle Erläuterung liefern. Das ist manchmal sogar hilfreich. Deshalb heißt es in vielen Medienberichten einfach "der" oder "die" Blogger. Wer oder was soll das eigentlich sein? Während die Bezeichnungen Journalist, PR-Fachmann, Unternehmensberater oder IT-Experte noch relativ klare Einordnungen zulassen, wirkt der Begriff "Blogger" doch seltsam leer angesichts von Millionen Bloggern in aller Welt.

Allzu viel haben "die" Blogger nicht miteinander gemeinsam. Sie schreiben oder stellen ihre digitalen Fotografien online, aber ihre Themen sind vielfältig. Natürlich gibt es Blogger, die sich für Politik, Internet, Blogosphäre, Katzen oder nur ihren eigenen Alltag interessieren und darüber in ihrem Online-Journal berichten. Logisch wäre demnach vielleicht noch eine Klassifizierung, die sich an Themenfeldern orientiert: die Wald-und-Wiesen- oder Gastro-Blogger, die Polit-Blogger, die Tech-Blogger oder die PR Blogger.

Für die Leser eines Medienberichts wäre es viel interessanter zu erfahren, wer jeweils der Blogger ist bzw. welchen Hintergrund ein Weblog hat, statt nur mit dem Wörtchen "Blogger" abgefunden zu werden. Aber noch ist das Phänomen unbekannt. Ein Label muss her, dass der schneller Erfassung dient. Deshalb schreiben wir (Blogger und Journalisten) immer wieder weiter über die Blogger…

  • Guter Punkt – ich sehe es auch so, dass die Differenzierung von Blogging-Stilen in vollem Gang und „Blogger“ nur noch eine sehr allgemeine Kategorisierung ist, die den vielen Unterschieden in Selbstverständnis, Praktiken, Reichweite, etc. nicht mehr gerecht wird. Passend zu dem Thema: Ein Essay von Jon Garfunkel zu „Blogger Archetypes“ (http://civilities.net/BloggerArchetypes); er unterscheidet singers, wingers, fingers, ringers und stringers… 🙂

  • Nun. Da scheint sich die Katze in den Schwanz zu beissen. Wahrscheinlich hinkt der Vergleich mit den Journalisten nicht so sehr, wie es scheint.
    So ist das Journalist-Sein ja nur eine Vorgabe an Format, Stil und Qualität. Der Bezug (bei Journalisten das Fach) wird doch auch bei ihnen erst über das Thema hergestellt.
    Blogger sind also verglichen dazu, Menschen, die das Format weblogs benutzen. Fachblogger wäre dann das richtige deutsche Wort für Blogger, die sich inhaltlich sortieren und konzentrieren.

  • Ich denke nicht, das man den gemeinen Blogger in einen Schublade stecken sollte, ihn ein Label aufdrücken sollte…
    Beispielsweise mein Blog:
    An manchen Tagen schreib ich über mein Reallife, im nächsten Augenblick eine Softwarereview, eine DAU-Anleitung, über Krankheit, über Musik…
    Das lässt sich nicht labeln…
    Bei Fachbezogenen Bloggern (wie der Kommentar über mir schon andeutet), lässt sich das evtl. realisieren… beim „normalen“ Blogger überhaubt nicht.

  • Blogger drücken sich in der Regel ziemlich schnell selbst ein Label auf.
    Sei es durch den Schreibstil, die Stilmittel oder einfach nur die Themen über die sie/er schreibt. Was aber immer durchscheint ist die Persönlichkeit des Bloggers, der hinter einem Blog steht. Zumindest stelle ich das immer wieder fest, wenn ich ein paar Tage einen Blog lese.
    Der erste Eindruck, den man zusätzlich erhält, wenn man sich das Blog anschaut, also nicht via RSS liest spricht oftmals Bände.
    Beispiele gibt es zuhauf und man kann es ganz leicht an den Blogs nachvollziehen, die man selbst liest.
    Der eigene Stil und damit meist auch die Inhalte spiegeln sich sehr oft auch wider, wenn man die Gestaltungsmittel anschaut, die ein Design eines Blogs aufweist. Hinzu kommen dann sicherlich noch die Blogosphere des einzelnen, die sich ebenso einfach an den Links nachvollziehen lässt. Blogs sind, wenn man sich ein klein bisschen Zeit nimmt, ein offenes Buch. Man muss es nur zu Lesen verstehen – wobei ich jetzt aber nicht behauptet habe, dass ich das immer und in jedem Fall könnte. Schauspieler gibt’s überall.

  • Bluesman

    Es macht mich ein jedesmal lächeln,wenn ich Beschreibungen aus der Presse lese ,die eine Angst vermuten lassen,das den Schreibern die Fälle wegschwimmen!Mal sind Blogger einsame Lügner,ein anderes mal hoffnungslose Träumer.@all the press:You may say,I´m a dreamer,but I´m not the only one.I know sometimes you join us,and the www will be as one:-)

  • In den Anfangszeiten des Internets wurde sehr häufig über die Gefahren geschrieben: Nach dem Motto: Surfen macht süchtig, überall lauert Pornografie und Gewalt und Unsicherheit im Netz … Das scheint heute im Zusammenhang mit Weblogs oft ähnlich zu sein. Zunächst wird das Thema einer breiten Öffentlichkeit nahebracht, später findet die differenzierte Berichterstattung statt.
    Natürlich könnte ich mich als Fachblogger bezeichnen. In einem Medienbericht stellt es jedoch eine Reduzierung dar, wenn man nur als Blogger und nicht als PR-Experte oder Berater bezeichnet wird…
    Wenn ich etwas über einen namentlich genannten Blogger lese, möchte ich auch gerne etwas mehr über seinen Hintergrund erfahren. Menschen sind wir alle … Selbst „gemeine“ Blogger lassen sich als Berliner, Münchner oder beruflich kennzeichnen…

  • Bluesman

    @Klaus Eck:Die Raktion auf mediale Veränderungen ist doch seit Jahrtausenden die gleiche.Als der Buchdruck erfunden wurde ,war er auch lange Zeit ein Werk des Bösen,genau wie die Eisenbahn,das Telefon,das Radio,das Fernsehen,der Comic,der Videorecorder,der PC,das Internet,und jetzt ist eben das blogen dran.Jede Zeit hat ihre Ängste,sie alle kommen aus der gleichen Quelle,der Angst der Mächtigen um ihre Macht!Deshalb duckt sich Tilo Bonow,versucht zu ignorieren was an seiner Hauswand gesprayed wird und denkt,wie ein Kind im Keller,mit einem lustigen Liedchen wird schon alles wieder gut.Ich warte eigendlich nur auf den Moment ,wenn die Nachfolger der 2.Standes,also der Kirchenfürsten,den Index und die Bannbulle zücken.Bis dahin,fröhlches schaffen!:-)Danke das meine Babuschka ihren Platz hier einnehmen durfte.

  • ich denke das es genaus das ist, das blogger keinen Label zugeordnet werden können, und genau das ist auch die Freiheit die ich mir auch seit einiger Zeit als Blogger erlaube.
    dabei war ich lange auf kriegsfuss mit den Begriff…
    ich bin schon über 40 und seit 20 Jahren noch vor Internet mit BTX und Fidocontet schon aktiv dabeigewesen, seit ca 1992 dabei homepages zu arrangieren. und ind er Schulzeit wo der Computer noch kein Thema war, schrieb ich auf Zettel (hand und klappschreibmaschine), verteilte sie an schulfreunde, mit dem ersten Computer machte ich dann meine Zeitung, dann Fido und BTX und als Internet losging, mit internet. hype wie web20 und sozial web, nach der neweconomy krise, liesen mich fast von der idee wegschwimmen, meine träumereien, mein KnowHow und meine ideen nicht zu publizieren, vor einem Jahr aber fing ich wieder an Foto online zu stellen (seitdem an die 4000) dann Musik (650 Tracks), und weiteres viel Content, seit wenigen Tagen wird an weiteren content Knoten gearbeitet, nur wenige Freunde können da wirklich mitarbeiten, viele mensche wissen oft gar nichts damit anzufangen, keine themeneinschränkung, keine medienzensur, kein Blatt vor dem Muns, kein Label. das ist der Blogger so denke ich, mein philsophie des Freien Content, der Freien Infos verbindet mich dem frei label den Blogger einfach machen.
    und wer auch labelfrei bloggen will, ich bin dabei einiges zu arrangieren, server, bloggsystem und ideen stehen bereit.
    mfg shadow
    alias franz@wieser.at
    http://www.wieser.at
    http://shadow.wieser.at