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Weblogs versus Verlage?

Vor einem Jahr ging Thomas N. Burg in seinem Weblog Randgaenge davon aus, dass Weblogs in Zukunft eine wichtige Rolle spielen für

„die freie Meinungsäußerung, Erfahrungs-, Wissensorganisation und -präsentation individueller Interessen vermittels quasi-professioneller Publishing-Tools zu sehr niedrigen Kosten. D.h. auch zukünftig werden Gatekeeper (Verlage etc.) zunehmend weniger Bedeutung haben.“

Bislang haben erst wenige deutsche Verlage das Potenzial der Weblogs erkannt und für sich zunutze gemacht. Einige Zeitschriftenverlage experimentieren immerhin schon mit der Vernetzung via Weblogs oder betreiben selber eines wie zum Beispiel VNU mit IT Frontal. Doch als neuer (Blog-) Gatekeeper ist in Deutschland bisher noch kein Content-Anbieter in Sicht.

Letztlich ist diese Position von der Qualität der (Verlags-)Produkte abhängig und nicht zuletzt von einer gewissen Marktmacht. Verlage können – zumindest in der Theorie – eine große Öffentlichkeit leichter herstellen als einzelne Blogger und somit online eine bessere Präsenz erzielen. Schließlich verfügen sie über eine gewisse Marketingpower. Dennoch nutzen Verlage oftmals bei der eigenen Content-Vermarktung nicht alle Chancen aus. Es wundert mich immer wieder, wie leicht es ist, bei Google mit einem Blog-Beitrag einen höheren Stellenwert zu erzielen als mit Zeitschriftenartikeln zum selben Thema. Anscheinend wird das redaktionelle Marketing bei vielen Verlagen vernachlässigt.

Wenn Verlage sich nicht um ihr ureigenes Feld – den Content – kümmern, könnte es tatsächlich so kommen, dass sie zumindest in Teilbereichen ihre Gatekeeper-Funktion verlieren. Es wäre nicht das erste Mal, dass Verlage eine Chance an sich vorüberziehen sehen (siehe Rubrikenmärkte). Vielleicht ergeben sich auf der Buchmesse neue Einblicke. Ich freue ich mich auf die Gespräche auf der Frankfurter Buchmesse.

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