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Blogparade: Warum ich Blogs mag und es sich lohnt zu bloggen

Obwohl es seit vielen Jahren Blogs und Blogger gibt, wird immer noch darüber diskutiert, ob sie überhaupt Sinn machen. Eine eindeutige Antwort darauf kann es nicht geben. Denn es gab und gibt nicht wirklich eine Blogosphäre und DIE Blogger. Dazu unterscheiden sich die digitalen Akteure und ihre Projekte viel zu sehr voneinander. 

Als Gründer und Autor des PR-Blogger kann ich kaum verleugnen, dass ich Blogs insgesamt gut finde, um nicht zu sagen, dass ich sogar begeistert vom Bloggen bin. Das ist sicherlich ein Grund, warum ich seit rund 15 Jahren selbst aktiv blogge. Es ist nicht immer leicht Zeit für das Schreiben zu finden, aber gelesen habe ich immer viele Blogs. In meinem RSS-Reader Feedly finden sich zahlreiche Fachblogs und andere Medienquellen. Darüber hinaus lasse ich mich immer wieder via Twitter überraschen und auf neue Lektüre ein.

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Einerseits hat jeder, der schreiben will, in einem Blog auch die Möglichkeit, dies zu tun. So sind in den vergangenen Jahren viele neue persönliche und berufliche Blogs entstanden. Darin können die Autoren ihre Themen je nach Interessen frei wählen und ihre Expertise einem breiten Publikum zur Verfügung stellen und diese mit weiteren Beiträgen gleichzeitig ausbauen.

Ein weiterer Vorteil: Anders als beispielsweise bei Twitter sind auch längere Beiträge möglich und im Gegensatz zu Facebook können sie sehr individuell gestaltet und beispielsweise mit Videos oder Grafiken illustriert werden. Die direkte Einbettung von YouTube-Videos, Posts, Tweets und sogar ganzen Twitter-Profilen trägt zudem zur optisch ansprechenden Gestaltung von Blogs bei.

Warum es sich lohnt zu bloggen

  • Bildung: Schreiben bildet im wahrsten Sinne des Wortes. Sie können Ihre Gedanken und Argumente zu einem Thema sammeln und sind gezwungen, sich darauf so zu fokussieren, damit Sie auch verstanden werden. Gute Blogartikel sollten fundiert sein, das heißt, sie nennen ihre Quellen und vermitteln neues profundes Wissen. Das bedarf einer gewissen Recherche und Vertiefung des eigenen Wissens. Ansonsten wirken Blogartikel sehr schnell beliebig und langweilen (mich zumindest).
  • Relevanz: Wenn Sie einen hochwertigen Blog-Artikel verfassen, auf andere dabei verlinken und sich auch um Ihr Blogmarketing kümmern, erzielen Sie mitunter eine großartige Resonanz.  Wer jedoch nur auf seiner Bloginsel bleibt, nichts verlinkt, nur über sich selbst schreibt, wird kaum gehört werden. Relevanz ist immer abhängig von den eigenen Lesebedürfnissen. Wenn Sie Ihre Stakeholder und deren Bedürfnisse kennen, haben Sie eine gute Chance, mit Ihren Beiträgen zu punkten. Falls Sie keine Orientierung haben, nicht wissen, wer Ihre Inhalte liest, macht das nichts, aber es dürfte sich auch auf Ihre Blogreichweite auswirken.
  • Reputation: Jedes Content-Stück wirkt sich auf Ihr Personal Branding oder die Unternehmensreputation aus. Letztlich schreiben Sie an Ihrer digitalen ID mit und bauen Ihre digitale Indentität aus.
  • Expertenwissen: Wer regelmäßig etwas Sinnvolles publiziert, hat darüber die Chance sich einen Namen zu machen und wird online sichtbarer.
  • SEO: Hochwertiger Content wird in der Regel wahrgenommen und erhält im Social Web eine große Sichtbarkeit. Ohne Blog- oder Magazin-Artikel haben Sie kaum Content für die Shareconomy.
  • Influencer Relations: Sie können über ein Blog leichter Ihr Network ausbauen, wenn die anderen wissen, wofür Sie stehen. Aber auch Journalisten melden sich bei Ihnen, wenn Sie etwas zu sagen haben und gefunden werden. In gewisser Weise ist das Bloggen ein weiteres PR-Werkzeug, über das Sie den Kontakt zu Journalisten (wie Bloggern) verbessern können.
  • Content-Hoheit: Anders als auf Social Networks wie Facebook, LinkedIn, Twitter, Google+ etc. können Sie das (Corporate) Design bestimmen und sind unabhängig von Fremdplattformen und ihre Änderungen. Auf Ihrem eigenen Blog sind Sie der Hausherr und können das Layout, die Inhalte bestimmen und ggf. auch Antworten in den Kommentaren löschen, wenn dieses nicht mit ihren Vorstellungen übereinstimmt. Allerdings sollten Sie sich der Kritik stellen und Ihre Eingriffe dann immer erklären können.
  • Feedback: Viele Unternehmen haben Angst vor den Blog-Kommentaren. Dabei ist das eine sehr gute Möglichkeit, sich mit seinen Kunden oder Kontakten auszutauschen. Die Zahl der Kommentare geht zwar zurück auf den Blogs, dennoch können Sie weiterhin via Kommentar reagieren, Fragen stellen, Antworten geben und Themen vertiefen. Hilfreich für die umfassende Beleuchtung eines Themengebiets sind für mich die Kommentare dennoch, die die Blogartikel häufig mit neuen Ideen, Anmerkungen, weiterführenden Inhalten oder Links ergänzen. Dadurch entstehen Diskussionen, die das Thema aus verschiedenen Perspektiven angehen und damit wiederum neuen Input liefern. In der Regel erhalten Sie Ihr Feedback nicht mehr direkt auf Ihrem Blog, dafür aber in der Social Media Welt insgesamt.
  • Content-Marketing: Über ein Corporate Blog oder Fachblog können Sie Ihre Themen leichter auf die Agenda der Öffentlichkeit bringen. Allerdings müssen Sie dazu auch tatsächlich etwas zu sagen haben, ansonsten gehen Sie in der Content-Vielfalt unter. Wahrgenommen wird nur der relevante Inhalt, um den Sie sich auch auf allen Kanälen kümmern. Die eigentliche Arbeit des Content-Marketings beginnt beinahe erst nach der Veröffentlichung. Von selbst ist guter Content und ein Blog noch nicht erfolgreich.

Es gibt in der Blogosphäre auch Mischformen, bei denen nicht immer klar ist, ob man etwas noch als Blog bezeichnen kann. Dazu gehören Tumblr und die Plattform Medium. Von Medium bin ich besonders angetan, weil ich darüber sehr flexibel Inhalte publishen kann. Aus diesem Grunde empfehle ganz besonders Bloganfängern einen Blick auf Medium zu werfen: Ich verrate Ihnen dort, warum ich seit mehr als 15 Jahre blogge und was mir an Medium als Blog-Plattform gut gefällt.

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Niemand wartet auf Ihre Inhalte

Selbst wenn Sie persönlich gerne bloggen, heißt das noch nicht, das irgendjemanden Ihr Content interessiert. Von selbst wird ein Blog nicht gelesen. Es gibt immer mehr Corporate Blogs, denn auch Unternehmen haben die Vorteile des Bloggens erkannt. Über Corporate Blogs können Sie sowohl Neuigkeiten eines Unternehmens wie auch tiefer greifende Fachbeiträge publizieren. So bekommen Ihre Stakeholder auf Wunsch mehr Informationen und Einblicke beispielsweise in die Arbeitsabläufe oder zu einzelnen Mitarbeitern einer Organisation. Das stellt Unternehmen vor eine große Herausforderung, weil diese in der Regel nicht die Content-Prozesse und eine adäquate Content-Strategie haben, um ein Corporate Blog auf hohem Content-Niveau zu betreiben. Deshalb wird zu Recht kritisiert, dass viele Corporate Blogs leider langweilig sind und sich nur mit sich selbst beschäftigen. Ein erfolgreiches Corporate Blog setzt auf Qualität, gute Autoren und fördert die Vernetzung. Ein probates Mittel dafür ist unter anderem eine Blogparade.

Was ist eine Blogparade

Bei einer Blogparade ruft ein Blogger andere Blogger dazu auf zu einem bestimmten Thema Blogartikel zu verfassen.  Diese müssen in einem bestimmten Zeitraum veröffentlicht werden, welcher vom Aufrufer festgelegt wird. Ein üblicher Zeitraum ist in der Regel 4-8 Wochen. Das Thema ist dabei völlig frei wählbar. Manchmal werden auch schon einige Fragestellungen vorgegeben, sodass man Anregungen hat, wie man seinen Blogartikel gestalten könnte. Blogparaden sind dabei ein gutes Mittel für Blogger sich mit anderen Bloggern zu vernetzen und seinen Artikeln Aufmerksamkeit zu verschaffen. So profitieren am Ende beide Seiten: der Aufrufer, weil sein Blog durch die vielen Verlinkungen Aufmerksamkeit bekommt und die Teilnehmer, weil Sie ihr Blog positionieren können.

In diesem Falle hat mich unser Kunde R+V gefragt, ob ich Lust habe mitzumachen. Die Blogparade „Blogs finde ich gut, weil …“ geht bis zum 12. September 2014.

>> Lousy Pennies: Karsten Lohmeyer: Bloggen lohnt sich doch
>> Klaus Eck: Corporate Blogs als digitale Verteidigungslinie – Ferchau
>> Klaus Eck: Wer braucht heute noch Corporate Blogs? – Scout24
>> PR-Blogger: Klaus Eck: Warum das Corporate Blogging besser als Facebook ist

Bildquelle: Shutterstock

 

  • http://blog.fastbill.com Julian

    Hallo Klaus, ein toller Beitrag. Auch ich bin großer Verfechter des Bloggens und freue mich immer Beiträge wie diesen zu lesen. Diese allgemeine Hinterfragung des Bloggens ist mir ein wirklicher Dorn im Auge. Gerade für Firmen sind Corporate Blogs doch ein wirklich guter Kanal zur Kommunikation und Kundenbindung. Vielen Dank für deine Gedanken und dafür, dass du dem Ruf des Bloggens durch diesen Artikel geholfen hast aus der Hipster-Ecke herauszukommen.

  • Marquardt+Compagnie

    …wenn nicht immer nur so wenig Zeit dafür bliebe… 😉

  • Pingback: Blogs finde ich gut, weil… - Zusammenfassung unserer Blogparade - R+V BlogR+V Blog()