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Social Media Trends: Worauf man 2014 achten sollte

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Das neue Jahr bietet die Gelegenheit, ein wenig inne zu halten und über die Online-Welt nachzudenken. Wie schnell schreitet die Digitalisierung unseres Geschäftslebens voran? Was hat das für uns zur Folge? Vor einem Jahrzehnt hätte niemand auch nur geahnt, dass heute viele Angestellte ganz selbstverständlich auf Facebook gehen und sich während der Arbeitszeit mit Freunden und Bekannten austauschen. Damals galt es als Teufelszeug, wenn jemand während der Arbeit online gegangen ist, weil es von den Arbeitnehmer von seiner Tätigkeit abhalte. Demgegenüber sind viele Social Media Tools heute als Kommunikationswerkzeuge im Arbeitsalltag anerkannt.

Im folgenden habe ich mir einige Gedanken zu einigen mir wichtigen Trends der Digitalisierung in 2014 gemacht. Dabei verzichte ich auf allzu fantastische Ausblicke, obwohl Isaac Asimov mit seinem Weitblick vor 50 Jahren in vielem Recht behalten hat.

Mobile First statt Web-Surfen

Auf dem Weg zur Arbeit schaue ich unterwegs auf mein Handy, verfolge einige Newstreams auf Twitter, Facebook und Google+. Darüber erhalte ich Linktipps, die ich mit wenigen Klicks in eine digitale Ablage auf Instapaper schicke. Den Content lese ich erst später entweder auf dem iPad, meinem S4-Smartphone oder auf dem Kindle Paperwhite. Elektronisches Lesen ist nicht nur für mich mobil geworden. Nur noch selten lese ich am Rechner einen Text. Meistens fehlt mir dazu die Zeit. Sehr viel komfortabler ist es hingegen vor oder nach der Arbeit oder in Pausen in einer App alle wichtigen Texte zu lesen. Das klassische World Wide Web ist bei mir zum Mobile Web mutiert. Aufgrund der schnellen Verbreitung mobiler Endgeräte dürfte sich dieses Phänomen bald als gesamtgesellschaftliches erweisen. Entsprechend wichtig wird es für Unternehmen, ihre Inhalte im Responsive Design anzubieten, um den Stakeholdern ein gutes Lesegefühl zu vermitteln.

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Visueller Content statt Textwüste

Texte werden insgesamt unwichtiger. Stattdessen werden immer häufiger (kurze) Videos und Bilder geteilt. Erst seit kurzem ist es möglich, auf Twitter sehr viel visueller zu posten als bisher. Vine Videos oder Twitter Fotos sind in den Tweets präsenter und beliebt. Aber auch Pinterest und vor allem Instagram werden immer populärer. Unternehmen sollten deshalb in Bildern denken und bei der Shareability berücksichtigen. Schließlich werden nicht nur Tweets mit Bildern häufiger geteilt. Hierbei kommt es immer stärker auf kreative Ansätze an. Wie unterschiede ich mich auch visuell von meinen Wettbewerbern und erreiche gleichzeitig die Aufmerksamkeit meiner Stakeholder?

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Content Marketing wird 2014 in Deutschland boomen

Auf das Thema Content Marketing werden sich in 2014 viele Agenturen stürzen und ihre Dienstleistungen entsprechend umbenennen. Die Angebote der werbenden Zunft sollten jedoch mit Vorsicht genossen werden. Was ist das wirklich Neue, was sie anbieten?

Noch mehr schlechte Inhalte brauchen wir weder online noch offline. Sobald das Thema Content Marketing diskutiert wird, geht es vielen Unternehmen oftmals agenturgetrieben vor allem darum, alten Content in neuen Schläuchen zu verteilen. Das ist ein großes Missverständnis.

Wer sich genügend Zeit für den Corporate Content nimmt, im Rahmen eines Content Audits alle bisherigen Inhalte hinterfragt, kann durchaus zu dem Schluss kommen, dass viel zu viele falsche Texte, Bilder und Videos publiziert worden sind. Eine Content-Stratgie steht nicht für schneller, höher und weiter, sondern für die relevanten, kontextbezogenenen Inhalte, die Kunden und andere Stakeholder lesen, sehen und hören wollen. 2014 könnte ein Jahr der besser geschriebenen Texte werden.

Eine Social Media Strategie, die ihren Namen verdient, sorgt für diese relevanten Inhalte. Um diese zu schaffen und gut zu verwerten, ist die Entwicklung einer Content Strategie eine essentielle Voraussetzung. Sie darf nicht den Redakteuren oder Social Media Manager allein überlassen werden, sondern ist letztlich Chefsache. Denn darüber wird letztlich definiert, wie ein Unternehmen über die richtige Social Media Plattform seine Stakeholder erreicht. Es bedarf einer guten Analyse der notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen und konkrete Auswirkungen auf den Content Lifecycle: In der Content Strategie wird festgelegt, wer was wie wann warum veröffentlicht.

Social Sharing wird wichtiger

Mit dem Abschied von Print und vom angeblichen Überblicksmedium Zeitung bewegen wir uns nicht in die Filterblasenwelt, in der uns Facebook-, Google+- und Twitter-Kontakte nur gezielt Informationen zuspielen. Ganz im Gegenteil. Wir erhalten viele aggregierte Inhalte, die uns überraschen und uns neue Einsichten vermitteln werden. Die Aggregation von Content wird normaler.

Wir werden lernen, nicht nur auf Twitter, sondern auch auf Flipboard und Co. Inhalte mit anderen zu teilen. Das Teilen von spannenden Texten, Bildern und Videos wird durch den Nutzern auf zahlreichen Plattformen leichter gemacht und genutzt werden. Dabei erhoffe ich mir, dass die Qualität der geteilten Inhalte zunimmt und die Desinformation abnimmt. Wir sollten unsere Quellen stärker überprüfen und hinterfragen, bevor wir sie der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Kuratierung hat etwas mit einer Prüfung und Auswahl zu tun. Davon wünsche ich mir mehr. Denken Sie nach, bevor Sie etwas posten.

Corporate Blogging als normaler Vertriebsweg

In 2013 haben viele Marken das Thema Corporate Blog und Blogger Relations (Influencer Relations) endlich für sich entdeckt. Obwohl Unternehmensblogs ein altes Thema zu sein scheinen, haben sie sich mit großer Dynamik im vergangenen Jahr entwickelt. Nicht nur was ihre Zahl, sondern vor allem, was ihre Professionalität angeht.

Ich erwarte in 2014 eine größere Verbreitung des Corporate Bloggings bei den KMU’s. Nachdem bereits viele Markenunternehmen bloggen, werden es auch kleine Unternehmen als Erfolgsrezept übernehmen und auf diese Weise versuchen, neue Kunden anzusprechen. Blogs werden immer mehr zur Kommunikationszentrale. Deren Inhalte werden im Rahmen des Content Marketings über zahlreiche Touchpoints gespielt, um auf diese Weise die jeweiligen Stakeholder zu erreichen. Das ist nicht zuletzt deshalb immer wichtiger geworden, weil sich die digitalen Spielregeln bei Facebook geändert haben. Bloginhalte werden in den Suchmaschinen sehr gut gefunden, wenn sie für gut befunden und verlinkt werden. Ganz anders stellt sich die Sichtbarkeit des Contents auf Facebook dar.

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Facebook verändert sich

Wer im Social Network Facebook mit seinen Unternehmensinhalten punkten will, muss dafür in Zukunft größere Aufwendungen einplanen und auf Sponsored Posts setzen. Das Ende der klassischen Gewinnspiele und hoffentlich damit der langweiligen, austauschbaren Inhalte ist absehbar. Es ist kaum Unique Content und reizt nur die Schnäppchenjäger, sich zu beteiligen. Um die realen Stakeholder anzusprechen, bedarf es einer dezidierten Content- und Kommunikationsstrategie. Die Inhalte sollten weniger austauschbar sein. Gleichzeitig bedarf es eines Werbebudgets und einer Kampagnenplanung, um die eigenen News im Stream sichtbarer zu machen. Im Newsstream werden die (organischen) Postings der Marken seit einigen Jahren immer weniger sichtbar. Dadurch schützt Facebook seine Mitglieder vor irrelevanten Inhalten, macht es aber gleichzeitig den Marken schwerer, Aufmerksamkeit durch Inhalte zu erzielen.

Digitalisierung der Unternehmen schreitet voran

Wenn in einem Unternehmen die Mitarbeiter den Zugriff auf die meisten Wissensschätze erhalten und sich leichter austauschen können, kann jeder schneller klüger werden, weil er mit dem internen Netzwerk verbunden und schnelle, gute Antworten auf seine Fragen erhalten kann. Immer mehr Unternehmen machen deshalb erste Schritte in das Enterprise 2.0. Sie fördern darüber den internen Austausch über Ideen und Probleme und können schnellere Lösungswege eröffnen.

Der digitale Wandel macht nicht Halt vor den Unternehmensmauern. Nachdem viele Menschen für sich persönlich Facebook und andere Social Media Tools kennen- und schätzen gelernt haben, wollen sie so etwas auch unternehmensintern nutzen.

Wer bislang glaubte, mit ein bisschen Facebook und Blogging sei es getan, wird schon bald merken, dass das erst der Anfang eines Digital Business ist. Erst wenn eine Organisation sich ganz und gar auf die digitale Transformation eingelassen hat, kann es auf allen Ebenen von selbiger profitieren. Mit der Beseitigung interner Wissenshürden und damit von Content-Silos werden Unternehmen in ihren Prozessen schneller und flexibler. Sie können direkt auf Kundenanfragen reagieren, intern sie ihr Wissen intern zur Verfügung stellen und dadurch insgesamt produktiver und profitabler werden.

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