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Pinterest 1: Benutzung und Benefits für Unternehmen

In Social Media teilen wir mehr als nur Statusupdates. Wir teilen Momente, Inspirationen, Leidenschaften. Das neue Network ‚Pinterest‘ hilft uns, diese zu bebildern. Obwohl Fotos innerhalb von Social Media mehr Interaktionen anstoßen, als reiner Text, wurden sie bisher in den sozialen Netzwerken eher vernachlässigt. Diese Lücke könnte ‚Pinterest’ schließen.

Offiziell ist Pinterest zwar noch im Beta-Status und nur über Invites zugänglich, aber mit vier Mio. unique Usern und einer Traffic-Steigerung um 4000 Prozent in den vergangenen sechs Monaten ist Pinterest jetzt schon unter den Top 10 der sozialen Netzwerke – und dennoch in Deutschland weitgehend unbekannt.

Pinterest ist deshalb so faszinierend, weil es einerseits als erste Plattform das Medium Foto (und auch Videos) als Persönlichkeits-Summe aus visuellen Eindrücken inszeniert, teilbar und interaktiv macht. Andererseits  bietet es für Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten zur Selbstvermarktung und Search Engine Optimisation.

Darüber hinaus ist es denkbar einfach – von jeder Seite kann man über den Browser oder über eine Mobile-App Material pinnen.

Hier erfahren Sie, wie genau das funktioniert und wie Unternehmen Pinterest gezielt für das Online Reputation Management und Traffic-Generierung nutzen können.

How-to Pinterest

Zunächst beantragen Sie eine Einladung auf pinterest.com oder bitten jemanden, der bereits Mitglied ist um eine Einladung (was im Zweifel schneller geht).

Sobald Sie eine Einladung erhalten haben, loggen Sie sich ein – dazu haben Sie auch die Möglichkeit Ihren Facebook oder Twitter Account zu nutzen.

Nach der Anmeldung werden Ihnen verschiedene Kategorien zur Auswahl angeboten, denen Sie Ihren Interessen entsprechend folgen können. Über eine Suche können Sie aber auch später noch „Boards“ (Ordner) finden, die zu Ihren Interessen passen.

Danach können Sie anfangen, Fotos und Videos in Ihre Board zu „pinnen“. Dazu können Sie entweder Content, den Sie auf anderen Seite gefunden haben pinnen, eigenes Material uploaden oder die „Pins“ anderer User re-pinnen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Bild fahren, wird Ihnen am oberen Rand die „Repin“ Option angezeigt. Alternativ können Sie auch „Like“ klicken oder kommentieren.

In Ihrem Profil (Zugang oben rechts unter Ihrem Profilbild) werden Ihre Boards verwaltet (Sie können aber auch in jedem Pin-Prozess neue anlegen) und Ihre Pins und Likes angezeigt.

Für bequemes Pinnen von überall installieren Sie einfach den „Pin it“ Button in der Lesezeichenleiste Ihres Browsers. Solange Sie bei Pinterest eingeloggt sind, können Sie über diesen Button jeweils direkt von der Website Content pinnen.

Pinterest für Unternehmen

Dass Pinterest an mancher Stelle als Netzwerk für Frauen mit Hochzeitsplänen verschrien ist, wird den Möglichkeiten für Unternehmen in keinster Weise gerecht.

Es ist wahr, dass die Mehrzahl der Nutzer weiblich ist (was an sich schon ein Vorteil ist, wenn man bedenkt, dass über die meisten anderen Netzwerke mehr Männer erreicht werden), das heißt aber nicht, dass nur Deko-Artikel und Hochzeitskleider ankommen. (Hier eine Liste der Top Brands auf Pinterest, darunter NBCs „Today“ Show und „Etsy“)

Zwar sollten auch auf Pinterest Kommentare moderiert werden, sonst ist Pinterest aber hauptsächlich durch Push-Kommunikation geprägt (auch wenn es natürlich zahlreiche Chancen gibt, Interaktionen gezielt anzustoßen). Es geht bei Pinterest in erster Linie um ein visuelles Selbstportrait und um Themen.

Es heißt nicht umsonst „pin what you know and love“ („pinne, was du kennst und liebst“). Außergewöhnliche, ansprechende, schöne, witzige, eigenartige oder persönliche Fotos sind gefragt – keine 0-8-15 Corporate-Bilder.

Für Interaktionen über das normale Pinnen hinaus gibt es viele Möglichkeiten. Beispielsweise könnten Sie die User aufrufen, ein Foto mit einem Produkt Ihres Unternehmens zu pinnen. Oder Sie veranstalten vielleicht ein Bilderrätsel.

Der enorme Pluspunkt von Pinterest für Unternehmen besteht einerseits in den SEO Optionen und andererseits in einem potentiellen Nutzen zum Ecommerce ohne ein zu aufdringliches Anpreisen.

SEO und E-Commerce durch Pinterest

Diese beiden Punkte sind durch die Funktionsweise von Pinterest miteinander verbunden.

Content, der gepinnt wird, erzeugt automatisch  einen Backlink zu der Quelle. Das heißt, wenn das Foto eines Produkt gepinnt wurde, leitete der automatisch gesetzte Link zur Produkt-Kaufseite zurück. Seit Ende Januar sind die externen Links bei den einzelnen Pins auf NoFollow gesetzt worden und somit für SEO nicht mehr so gut nutzbar. Hingegen sind externe Links von den Profilseiten und den Pinboard-Seiten immer noch suchmaschinenrelevant (DoFollow). Dadurch ist es nicht mehr möglich mit geringem Aufwand hunderte von Links in wenigen Tagen zu erzeugen. Einen kleinen Effekt für die SEO bringt es dennoch.

Immerhin könnten Pins bei B2B Unternehmen beispielsweise im Bereich Employer Branding Reichweiten steigern oder aber den Expertenstatus positiv ausbauen.

Wichtig ist, dass trotz aller SEO-Anstrengungen die Höflichkeits- (und Relevanz-)regeln beachtet werden. So sollte beispielsweise nicht nur von einer Quelle (z.B. der eigenen Website) pinnen, sondern unterschiedliche Quellen nutzen.

Repins von Material von anderen ist erwünscht und baut außerdem das eigene Netzwerk und Beziehungen auf.

Außerdem sollte man das eigene Profil pflegen und möglichst facettiert halten. Also: nicht unbedingt die default Boards behalten, sondern viele spezielle eigene Boards kreieren.

Und jetzt: fröhliches Pinnen! (Für Invites hinterlassen Sie gern einen Kommentar, wir (Stefanie Söhnchen oder Klaus Eck) fügen Sie gerne hinzu – solange der Vorrat reicht.)

Lassen Sie uns wissen, wie Sie Pinterest nutzen und was für Interaktions-Ideen Sie besonders inspirierend finden.


>> Martin Tauber: Pinterest-Links ab sofort NoFollow!
>> Leander Wattig:  Der Newsstream von Pinterest ist potenziell relevanter als der von Facebook oder Google+