Stefanie Söhnchen Stefanie Söhnchen ist Spezialistin für Kommunikation in digitalen Medien. Sie ist als Gastautorin im PR-Blogger tätig.

Pinterest 1: Benutzung und Benefits für Unternehmen

3 Minuten Lesedauer

In Social Media teilen wir mehr als nur Statusupdates. Wir teilen Momente, Inspirationen, Leidenschaften. Das neue Network ‚Pinterest‘ hilft uns, diese zu bebildern. Obwohl Fotos innerhalb von Social Media mehr Interaktionen anstoßen, als reiner Text, wurden sie bisher in den sozialen Netzwerken eher vernachlässigt. Diese Lücke könnte ‚Pinterest’ schließen.

Offiziell ist Pinterest zwar noch im Beta-Status und nur über Invites zugänglich, aber mit vier Mio. unique Usern und einer Traffic-Steigerung um 4000 Prozent in den vergangenen sechs Monaten ist Pinterest jetzt schon unter den Top 10 der sozialen Netzwerke – und dennoch in Deutschland weitgehend unbekannt.

Pinterest ist deshalb so faszinierend, weil es einerseits als erste Plattform das Medium Foto (und auch Videos) als Persönlichkeits-Summe aus visuellen Eindrücken inszeniert, teilbar und interaktiv macht. Andererseits  bietet es für Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten zur Selbstvermarktung und Search Engine Optimisation.

Darüber hinaus ist es denkbar einfach – von jeder Seite kann man über den Browser oder über eine Mobile-App Material pinnen.

Hier erfahren Sie, wie genau das funktioniert und wie Unternehmen Pinterest gezielt für das Online Reputation Management und Traffic-Generierung nutzen können.

How-to Pinterest

Zunächst beantragen Sie eine Einladung auf pinterest.com oder bitten jemanden, der bereits Mitglied ist um eine Einladung (was im Zweifel schneller geht).

Sobald Sie eine Einladung erhalten haben, loggen Sie sich ein – dazu haben Sie auch die Möglichkeit Ihren Facebook oder Twitter Account zu nutzen.

Nach der Anmeldung werden Ihnen verschiedene Kategorien zur Auswahl angeboten, denen Sie Ihren Interessen entsprechend folgen können. Über eine Suche können Sie aber auch später noch „Boards“ (Ordner) finden, die zu Ihren Interessen passen.

Danach können Sie anfangen, Fotos und Videos in Ihre Board zu „pinnen“. Dazu können Sie entweder Content, den Sie auf anderen Seite gefunden haben pinnen, eigenes Material uploaden oder die „Pins“ anderer User re-pinnen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Bild fahren, wird Ihnen am oberen Rand die „Repin“ Option angezeigt. Alternativ können Sie auch „Like“ klicken oder kommentieren.

In Ihrem Profil (Zugang oben rechts unter Ihrem Profilbild) werden Ihre Boards verwaltet (Sie können aber auch in jedem Pin-Prozess neue anlegen) und Ihre Pins und Likes angezeigt.

Für bequemes Pinnen von überall installieren Sie einfach den „Pin it“ Button in der Lesezeichenleiste Ihres Browsers. Solange Sie bei Pinterest eingeloggt sind, können Sie über diesen Button jeweils direkt von der Website Content pinnen.

Pinterest für Unternehmen

Dass Pinterest an mancher Stelle als Netzwerk für Frauen mit Hochzeitsplänen verschrien ist, wird den Möglichkeiten für Unternehmen in keinster Weise gerecht.

Es ist wahr, dass die Mehrzahl der Nutzer weiblich ist (was an sich schon ein Vorteil ist, wenn man bedenkt, dass über die meisten anderen Netzwerke mehr Männer erreicht werden), das heißt aber nicht, dass nur Deko-Artikel und Hochzeitskleider ankommen. (Hier eine Liste der Top Brands auf Pinterest, darunter NBCs „Today“ Show und „Etsy“)

Zwar sollten auch auf Pinterest Kommentare moderiert werden, sonst ist Pinterest aber hauptsächlich durch Push-Kommunikation geprägt (auch wenn es natürlich zahlreiche Chancen gibt, Interaktionen gezielt anzustoßen). Es geht bei Pinterest in erster Linie um ein visuelles Selbstportrait und um Themen.

Es heißt nicht umsonst „pin what you know and love“ („pinne, was du kennst und liebst“). Außergewöhnliche, ansprechende, schöne, witzige, eigenartige oder persönliche Fotos sind gefragt – keine 0-8-15 Corporate-Bilder.

Für Interaktionen über das normale Pinnen hinaus gibt es viele Möglichkeiten. Beispielsweise könnten Sie die User aufrufen, ein Foto mit einem Produkt Ihres Unternehmens zu pinnen. Oder Sie veranstalten vielleicht ein Bilderrätsel.

Der enorme Pluspunkt von Pinterest für Unternehmen besteht einerseits in den SEO Optionen und andererseits in einem potentiellen Nutzen zum Ecommerce ohne ein zu aufdringliches Anpreisen.

SEO und E-Commerce durch Pinterest

Diese beiden Punkte sind durch die Funktionsweise von Pinterest miteinander verbunden.

Content, der gepinnt wird, erzeugt automatisch  einen Backlink zu der Quelle. Das heißt, wenn das Foto eines Produkt gepinnt wurde, leitete der automatisch gesetzte Link zur Produkt-Kaufseite zurück. Seit Ende Januar sind die externen Links bei den einzelnen Pins auf NoFollow gesetzt worden und somit für SEO nicht mehr so gut nutzbar. Hingegen sind externe Links von den Profilseiten und den Pinboard-Seiten immer noch suchmaschinenrelevant (DoFollow). Dadurch ist es nicht mehr möglich mit geringem Aufwand hunderte von Links in wenigen Tagen zu erzeugen. Einen kleinen Effekt für die SEO bringt es dennoch.

Immerhin könnten Pins bei B2B Unternehmen beispielsweise im Bereich Employer Branding Reichweiten steigern oder aber den Expertenstatus positiv ausbauen.

Wichtig ist, dass trotz aller SEO-Anstrengungen die Höflichkeits- (und Relevanz-)regeln beachtet werden. So sollte beispielsweise nicht nur von einer Quelle (z.B. der eigenen Website) pinnen, sondern unterschiedliche Quellen nutzen.

Repins von Material von anderen ist erwünscht und baut außerdem das eigene Netzwerk und Beziehungen auf.

Außerdem sollte man das eigene Profil pflegen und möglichst facettiert halten. Also: nicht unbedingt die default Boards behalten, sondern viele spezielle eigene Boards kreieren.

Und jetzt: fröhliches Pinnen! (Für Invites hinterlassen Sie gern einen Kommentar, wir (Stefanie Söhnchen oder Klaus Eck) fügen Sie gerne hinzu – solange der Vorrat reicht.)

Lassen Sie uns wissen, wie Sie Pinterest nutzen und was für Interaktions-Ideen Sie besonders inspirierend finden.


>> Martin Tauber: Pinterest-Links ab sofort NoFollow!
>> Leander Wattig:  Der Newsstream von Pinterest ist potenziell relevanter als der von Facebook oder Google+

Stefanie Söhnchen Stefanie Söhnchen ist Spezialistin für Kommunikation in digitalen Medien. Sie ist als Gastautorin im PR-Blogger tätig.

43 Replies to “Pinterest 1: Benutzung und Benefits für Unternehmen”

      1. Hallo Stefanie Pohl,
        würde mich auch über eine Einladung freuen.
        Lebensfreude-Akademie@36d1dd96203b5336fdfa621d1c29e6bb:disqusemail.deHerzlichen DankMichael

  1. Ich wage zu behaupten, dass die amerikanischen Design/Food/DIY-Blogger
    das Prinzip Pinterest bereits perfekt für sich nutzen – als Inspirations- und Ideenquelle, aber auch um ihre Inhalte zu verbreiten. Auch die deutsche (Bloggerinnen-) Szene ist gut dabei! Ideen finden, Ideen teilen, darum geht es. Und wer einen Blick in die aktuellen deutschen Living-Magazine wirft, findet dort auch einen eindeutigen Pinterest-Einfluss. Ich bin gespannt, wie es weitergeht – auch in Bezug auf die kommerzielle Nutzung.

  2. Interessant, wie die Meinungen auseinandergehen! Ich halte Pinterest nämlich für ein Pull-Medium http://mizine.de/internet/was-pinterest-besser-kann-als-google/

    Das Push Prinzip hinter den etablierten Social Media Portalen ist an sich per se falsch – oder sagen wir mal unzureichend. Ich muss als Autor bereits beim Publizieren festlegen, wer meine Nachricht lesen soll. Damit schließe ich aber vielleicht eine sehr große Zielgruppe einfach aus. Die Leser müssen selbst entscheiden können, was sie lesen wollen und sich nur das herauspicken, was sie interessiert (Pull Prinzip) –  und genau das trifft auf Pinterest zu!

  3. Wer gerne ein Invite hätte – kein Problem. Ich brauche dazu nur die E-Mail-Adressen. Wer seine E-Mail-Adresse hier nicht öffentlich hinterlegen möchte, kann mich gern auf Facebook per PM ansprechen.

  4. Wir haben
    vor Kurzem angefangen, Pinterest für XinXii zu nutzen. Unsere Pinnwände spiegeln „unsere“ Themen wider: Indie Autoren und ihre Bücher. Wir pinnen primär XinXii-Content, d.h. zum Beispiel eBook-Topseller, Fotos von unseren Autoren und tolle Buchcover zur Inspiration für andere Autoren bei der Covergestaltung – aber wir teilen auch tolle Bilder, die wir sonst so im Netz finden und themenrelevant sind. Einladungen versenden wir auf Wunsch an unsere Fans auf Facebook.
    http://www.pinterest.com/xinxii http://www.pinterest.com/xinxii_en

  5. An alle, die bisher ihre E-Mail Adresse angegeben haben: Viel Spaß beim Pinnen. (Würde mich interessieren, wie Ihnen Pinterest gefällt und wie Sie es nutzen). 
    Es ist immer noch Raum für weitere Invites. 
    Ich wünsche ein schönes Wochenende!

  6. Ich hab hier mal alle E-Mail-Adressen aus den Kommentaren gesammelt für meine Werbung. Demnächst gibt’s POst. Ist doch okay , oder?

  7. Liebe Sabine, danke für die Beschreibung. Ich frag mal: Man muss ja den Pin-Button in den Browser installieren und kann dann beim Surfen beliebig pinnen. Ich stell mir dann vor, dass ein Cookie mitlesen kann, was ich pinne, also was mich interessiert, wo ich hängen geblieben bin, worüber ich gestolpert bin usw. Ist das datenschutzrechtlich unbedenklich?
    Für eine Einschätzung wäre ich dankbar. Vielleicht haben Sie woanders darüber gelesen, falls Sie es nicht beantworten können sollten; dann wäre ich über einen Hinweis froh.
    Vielen Dank.

  8. die seite ist viel zu klein um relevant zu sein, das sollte auch erwaehnt werden. nur weil es ein hypethema ist, wie so manches zuvor auch sollte man es auch sachlich schildern, zum Thema Bildrechte in D wurde z.B. gar nix gesagt, und pinterest nutzt nofollow, daher seo technisch unrelevant, eben um die seos vermutlich rauszuhalten, siehe wikipedia.

  9. Endlich mal gute und umfassende Infos zu solcher NEUEN Geschichte. Fehlt nur noch, dass man dort kommentieren kann, gell. Kommt vielleicht ja noch!

  10. Ich finde dieses Pinterest auch höchst spannend. Und ich bin extrem gespannt, ob es auch zu einem der Giganten wird. Da ich das natürlich auch sehr gerne alles mal ausprobieren würde, hätte ich auch liebend gerne so eine Einladung an: mail@spaceart.de

  11. Erinnert mich vom Ansatz etwas an ein StartUp aus USA namens Zeega das Motto lautet „Erzähl deine Geschichte“ hier ein Artikel dazu

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