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Morgenwelt 89: Totgesagte leben länger

Morgenwelt89_kaufen_shutterstock Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, in der fast täglich diese blauen CDs im Briefkasten lagen, mit denen man einen Monat kostenlos bei AOL surfen konnte. Fast keine Computer-Zeitschrift hatte nicht irgendwo im Heftteil auch eine dieser CDs kleben. Die Dinger stapelten sich auf dem Schreibtisch, landeten in großen Mengen im Mülleimer. Jetzt ist AOL auf einmal wieder da, zwar – Gott sei es gedankt – ohne CDs, dafür scheinbar wieder mit Geld. Mehr dazu und wie Sie zum Beispiel in Zukunft Ihren EU-Abgeordneten per Twitter erreichen, lesen Sie in der heutigen Morgenwelt.

Totgesagte leben länger: Es gab Zeiten, da war AOL der größte Internetanbieter der Welt. 30 Millionen Kunden surften weltweit mit America Online. Es soll sogar noch heute Menschen in den USA geben, die weiterhin mit einem Modem (!) – die Jugend heutzutage kennt die netten Verbindungsgeräusche schon gar nicht mehr – und AOL online gehen. Andere wussten gar nicht, dass der Dienst überhaupt noch existiert. Und jetzt das: "AOL kauft TechCrunch". Bis zu 40 Millionen Dollar sollen dafür geflossen sein. Woher AOL überhaupt das Kapital dafür hat? Mehr dazu unter anderem bei Meedia und natürlich TechCrunch selbst.

Faktensammlung: MC Winkel ist auf eine nette Infografik gestoßen, befüllt mit lauter interessanten und – wie er selbst sagt – mittelinteressanten Zahlen und Fakten. München gehört demnach zu den Top 10 der Twitter-Städte außerhalb der USA – Berlin ist übrigens nicht dabei.

Follower-Verkauf: Twitter sucht immernoch nach einem gewinnbringenden Geschäftmodell. Die Benutzerzahlen steigen weiter, inzwischen hat der Dienst sogar MySpace überholt, aber Geld bekommen sie dadurch auch nicht. Erst versuchte man es mit kleinen Werbeanzeigen unterhalb der Followerleiste, dann gab es "Trending Topics" zum Kauf und jetzt soll anscheinend die Rubrik "Who to follow" Geld in die Kassen spülen, wie "ReadWriteWeb" berichtet. Mal sehen, wie weit sie damit kommen.

Morgenwelt89_TweetYourMEPParlatweet: Das Europäische Parlament entdeckt Twitter für sich und seine Abgeordneten. Auf "Tweet your MEP" ermöglichen die Parlamentarier interessierten Bürgern mit ihnen direkt per Twitter in Kontakt zu treten. Der Wähler kann zum Beispiel ein Thema auswählen und bekommt dafür gleich die passenden (twitternden) Parlamentarier geliefert, denen er dann direkt einen Tweet schreiben kann. Wer nicht nach Themen, sondern nach "seinen" Abgeordneten suchen will, kann auch die Politiker per Land auswählen. Nettes Feature dabei: Der Besucher sieht, wie viele Parlamentarier ein Land stellt und wie viele davon twittern. Von den 99 deutschen Mitgliedern des EU-Parlaments sind übrigens zur Zeit 31 bei Twitter angemeldet. Mehr zum Thema bei "Direkte Demokratie".

Effektivität: Wer sicher gehen will, dass sein Facebook-Post auch wahrgenommen wird, sollte ihn Donnerstag vor dem Mittag veröffentlichen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Firma "vitrue", die mehr als 100 verschiedene Facebook-Seiten mit einer Reichweite von über 42 Millionen Fans untersucht hat. Ein weiteres interessantes Ergebnis: Posts mit Bildern sind am Effektivsten. Die komplette Studie gibt es leider nur gegen Registrierung zum Download, könnte sich aber trotzdem lohnen. Mehr zur Studie auch bei "Web Ideas".

Entdecker: Seit kurzer Zeit bietet Facebook den "Page-Browser". Ein neues Tool, das es möglich macht, ganz schnell neue Facebook-Seiten zu entdecken und mit einem Klick zum eigenen Profil hinzuzufügen. Die Seiten sind dabei in mehrere Kategorien unterteilt (Bsp.: Musiker, Sport, Medien etc.) und zusätzlich zeigt der Browser auch an, welche und wie viele "gefällt mir" man mit Freunden gemeinsam hat. Wer neue "Interessen" sucht, wird hier sicher sehr schnell fündig, für alle anderen ist es ein einfaches Tool, um sich von längst vergessenen Interessen schnell trennen zu können.

Morgenwelt89_FB-PageBrowser

Jobs 2.0: Wer Jobs in der Social Media Branche sucht, könnte künftig bei "Social Media Karriere" fündig werden. In Blogform werden hier Jobangebote aus Branche an die Bewerber gebracht. Nebenbei gibt es noch Infos rund um das Berufsfeld, unterstützt von Lesezeichen über Mister Wong oder auch dem Twitter-Account.

Jochen Hencke (@schneeengel)

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