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Transparenz-Interview 9: Gunnar Bender bloggt für E-Plus und Public Affairs

Seit April 2010 betreibt die E-Plus Gruppe den "digital Public Affairs"-Blog UdL Digital, kurz für Unter den Linden Digital. Das Networking Konzept für digitale Kommunikatoren im Berliner Regierungsviertel hat sich zum Ziel gesetzt, einen konstruktiven, fachlichen Dialog zu pflegen und dabei die gesellschaftspolitische Seite des Unternehmens zu kommunizieren. Weiterhin soll die Bundesnetzagentur dazu bewegt werden, Rahmenbedingungen zu schaffen, die einen stärkeren Wettbewerb im Deutschen Mobilfunk- und Telekommunikationsmarkt begünstigen. Ein aktiver Twitter-Account rundet den Dialog mit der Öffentlichkeit ab. UdL Digital wird von Harald Geywitz (Leiter Büro E-Plus-Gruppe, Jugendschutzbeauftragter), Sachar Kriwoj (Leiter Digital Public Affairs) und Dr. Gunnar Bender (Director Corporate Affairs, Mitglied der Geschäftsleitung) gepflegt. Letzterer beantwortet an dieser Stelle Fragen zum Thema Unternehmenstransparenz.

1. Was verbinden Sie mit dem Wort Transparenz?

Transparenz schafft Vertrauen! Wenn nicht genügend Transparenz existiert, entsteht Misstrauen. Das wirkt sich nicht nur negativ auf die Reputation, sondern insbesondere auf das Ergebnis von Institutionen und Unternehmen aus.

2. Welche Erfahrungen hat E-Plus mit UdL Digital gemacht?

UdL Digital ist die Plattform, mit der wir die Public Affairs Aktivitäten der E-Plus Gruppe begleiten. Wir gehen hierbei so transparent wie möglich vor, um über das geschaffene Vertrauen schließlich Unterstützer für unsere Themen begeistern zu können. Dies geschieht, indem wir informieren (unsere Themen und Thesenpapiere jedermann zugänglich machen), involvieren (unsere Diskussionen online reflektieren und vor allem zum Fachdialog einladen) und schließlich mobilisieren (gemeinsam mit Nutzern verbraucherrelevante Themen an die politischen Entscheidungsträger adressieren). Wir holen den Lobbyismus aus den Hinterzimmern und platzieren ihn verständlich und sichtbar im Internet.

3. Jeff Jarvis und so mancher andere fordert sogar, dass Unternehmen sich auf die totale Transparenz einlassen sollten. Davor haben viele Unternehmen und Deutsche Angst. Wie transparent sollten Geschäftsprozesse tatsächlich sein?

Transparenz sollte nicht zum Selbstzweck werden, sondern das Ziel haben, zum Geschäftserfolg beizutragen. Dieser Grundsatz gilt für jegliche Kommunikationsmaßnahmen. Darum plädiere ich dafür, überall dort Transparenz zu diskutieren und einzusetzen, wo man Informationslücken schließen und Vertrauen herstellen kann. Von einem grundsätzlichen Totalitarismus halte ich grundsätzlich nicht viel.

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4. Inwiefern profitieren Unternehmen von der neuen Transparenz im Internet?

Ich glaube, dass sich dies nur im Einzelfall bewerten lässt. Wir befinden uns in einem immerwährenden Lernprozess und stellen täglich aufs Neue fest, was im Internet funktioniert und was nicht. Grundsätzlich sind wir bei UdL Digital im Bereich Digital Public Affairs nur dann im Sinne der Transparenz erfolgreich, wenn es uns gelingt, Politik und Verbraucher zu überzeugen, mit uns gemeinsam für relevante Ziele aktiv einzutreten.

5. Was tut UdL Digital für seine Online-Reputation?

Wir sind bestrebt, nicht nur nach dem klassischen Sender-Empfänger-Modell Nachrichten in den Orbit zu senden, sondern wollen mit politischen Entscheidungsträgern und interessierten Verbrauchern in einen konstruktiven Fachdialog treten. Wir glauben, mithilfe von Social Media nachhaltig für unsere Themen begeistern zu können, um somit einen gemeinsamen Wert für alle Beteiligten herstellen zu können. Das tun wir sowohl online wie offline im Sinne einer integrierten politischen Kommunikation.

6. Wie baut UdL Digital Beziehungen im Umgang mit Influencern auf? Wie nutzt E-Plus dazu Social Media Relations? (Social Media Relations: Blogger, Twitterer etc.)

Letztendlich funktionieren Beziehungen im Social Web nach den gleichen Regeln wie in der klassischen Kommunikation: Man baut Beziehungen behutsam auf und geht respektvoll miteinander um. Zuhören kann dabei manchmal wichtiger sein, als selbst zu reden.Wir pflegen den Dialog überall dort, wo Fragen auftreten, die unser Geschäft betreffen und versuchen, Informationslücken zu schließen. Dabei gehen wir nicht mit der Brechstange vor, sondern sind bedacht, alle Aktivitäten nachhaltig und transparent zu kommunizieren.
Über UdL Digital bieten wir einen Einstieg in den dezentralen Social Media Dialog zu den Themen Telekommunikation, Informationspolitik und politische Kommunikation in Zeiten des digitalen Wandels an. Diese Einladung wird, worüber wir uns sehr freuen, angenommen. Gleichzeitig ist es uns wichtig, nicht nur digital, sondern auch offline wertstiftend aufzutreten, weshalb wir monatlich zu realen UdL Digital Treffen einladen, um einen informellen physischen Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Netzgemeinde zu ermöglichen.

Vielen Dank.

Klaus Eck

  • Erneut ein interessantes Interview zum Thema Transparenz! Als Redaktionsleiter der Themenwebsite transparenz.net lese ich die Reihe mit großem Interesse. Denn eines der Schwerpunktthemen von Klenk & Hoursch Corporate Communications ist seit Jahren Transparenz. Derzeit führen wir eine kleine Umfrage zum Thema Transparenz von Unternehmen durch. Wir freuen uns natürlich über weitere Teilnehmer – und teilen gerne die Ergebnisse mit Ihnen: Mehr siehe: http://www.transparenz.net/

  • Also ich finde es so angenehm, von jemandem zu lesen, der mit Herz, gesundem Menschenverstand und vor allem Bodenständigkeit an das Thema Digital Media herangeht! E-Plus hat da wie ich finde sehr kluge Personalentscheidungen gefällt. Man gewinnt auch den Eindruck, dass das UdL-Team große Gestaltungsfreiheit hat, was bei so einem großen Unternehmen nicht selbstverständlich ist. Ich bin gespannt, wie sich UdL weiterentwickelt.

  • Mein Gott, was ein inhaltsfreies Gelaber. Transparenz wird hier offensichtlich mit Inhaltslosigkeit verwechselt. respektvoller Umgang, Pflege des Dialogs, Informationslücken schließen, laber rhababer.
    Was hier propagiert wird, ist nicht Transparenz, sondern einzig das Zurechtbiegen der gesellschaftlicher Realitäten im Sinne des Kapitals.
    Aber darum geht es wohl auch in der Welt der Corporate Communications.