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Morgenwelt 65: Ich bin hier, aber wo bist Du?

Schon bald könnte Frage nach der eigenen Identität sich völlig anders stellen. Es geht nicht mehr darum herauszufinden, wer ich bin, sondern wo ich bin. Ge-referenzierte Daten machen es möglich. Mit der steigenden Nutzung neuer Technologien verändert sich das Verhalten der Gesellschaft. Christian Stöcker hat sich in seinem Artikel "Ich bin hier, und wo steckst du?" Gedanken dazu gemacht, wie populäre Geo-Tagging-Services unser Sozialverhalten beeinflussen könnten. Ob er mit seiner These, wir würden in einigen Jahren Ausreden brauchen, wenn wir unser "Ortungstool" ausgeschaltet ließen, sei dahingestellt, denn es würde bedingen, dass sich die kontinuierlichen Ortungsdienste wie Latitude allgemeiner Adaption erfreuen müssten. Das dürfte vielen Menschen zu weit gehen. Mehr Chancen können sich sicherlich schon Dienste wie Foursquare oder Gowalla ausrechnen, die aus der Ortung einen freiwilligen, aktiven Akt machen. Dennoch hat Stöcker natürlich prinzipiell Recht, wenn er aufzeigt, dass gemeinhin eingesetzte Technologien unsere Gesellschaft völlig verändern können. Zum Beispiel finden Opfer des Holocausts momentan neue Wege des Gedenkens und Erinnern online. Das und mehr finden Sie in der heutigen Ausgabe der Morgenwelt.

Social Banking: Der Vortrag von Matthias Kröner, Vorstandssprecher der Fidor Bank AG auf dem nächsten Social Media Club München wird heute Abend (15.03.10) ab 18:30 Uhr im Internet übertragen. Eine wenige Plätze sind auf Xing noch zu vergeben. Sponsoren des Abends sind Scout24 (@scout24_de) für das Catering sowie Virtual Identity für die Räumlichkeiten – wir bedanken uns bei beiden herzlich für ihre wertvolle Unterstützung!


Städtenamen
: Das Internet wird für die Namensgebung immer wichtiger.
Kaum eine neue Marke wird eingetragen, ohne vorher darauf getestet
worden zu sein, ob sie fürs die Internetsuche taugt. Lang etablierte
Namen haben es da schon schwerer – man denke nur an die deutschen
Umlaute, die international noch nicht mal auf den Tastaturen vorhanden
sind. Aus diesem Grund will die zweitgrößte Stadt Dänemarks, Århus,
nun ihren Namen ändern. Künftig soll sie den Namen "Aarhus" tragen – die online ohnehin längst gebräuchliche Schreibweise.

Twitter: Nach der Talfahrt im vergangenen Jahr ist Twitter wieder zurück auf Kurs. Seit Dezember sei die Zahl der Nutzer um 40 Prozent gestiegen und im Vergleich zum April letzen Jahres habe sich die Zahl nahezu verdreifacht, das berichtet Holger Schmidt von der FAZ. Ebenfalls interessant ist eine Studie von Barracuda Networks. Danach sind nur 21 Prozent der Nutzer aktive Twitterer, während die übrigen lieber die Tweets der anderen Nutzer konsumieren, anstatt selbst welche zu schreiben. Das impliziert, dass Twitter eher ein Newsfeed als ein soziales Netzwerk ist, so pressetext, dem ich dazu ein kleines Interview gab. Es ist einfach sehr schwierig, längere Konversationen direkt auf Twitter zu führen. Das geht sehr viel leichter auf Facebook.

Karriereseiten: In der Computerwoche wird über eine Studie von Potentialpark berichtet, in der die Online-Karriereangebote von Arbeitgebern bewertet werden. Bertelsmann schneidet am besten ab. Der Konzern ist auf Platz 1 des Rankings, auf der Karriereseite werden die Interessierten multimedial über das Arbeitsleben im Verlag informiert. Ebenso sehenswert sind die Bewerbungsportale der Deutschen TelekomThyssenKruppRWE und der Post

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Happy Birthday Foursquare: Vor kurzem feierte Foursquare sein einjähriges Bestehen. Seit dem Start im letzen Jahr hat der Online-Dienst eine halbe Million Nutzer und über 1,4 Millionen registrierte Locations, so gigaom.

Facebook-Gedenken: Die Süddeutsche berichtet über das Facebook Profil von Henio Zytomirski. Die Besonderheit seines Profils: Der Junge ist 1942 in einem Konzentrationslager ermordet worden. Eingerichtet und gepflegt wird das Profil von seinem Cousin, der damit ein virtuelles Denkmal für Henio schaffen will. Fast 5000 Freunde hat das Profil bereits. Doch die Aktion wird nicht nur positiv aufgenommen, sondern erntet auch Kritik: Sie sei geschmacklos und absurd. 

Vorstellungsgespräch: Wider Erwarten sollen Personaler ihre Bewerber nicht allzu intensiv in sozialen Netzwerken überprüfen.Laut einer Umfrage der Online-Jobbörse Stepstone berichten 90 Prozent der Bewerber, sie seinen noch nie mit ihren persönlichen Profilen im Social Web konfrontiert worden. Nur sieben Prozent der Teilnehmer wurden schon mal auf ihre diesbezüglichen Aktivitäten angesprochen. Dieser Trend ist sowohl in Deutschland als auch in ganz Europa zu erkennen. Ursache dafür sei wohl die Tatsache, dass eine oberflächliche Recherche zu voreiligen Schlüssen verleiten kännte, was besonders im Bereich von Führungskräften ungeeignet sei, so die Stepstone AG. Andererseits werden viele Bewerber meinen Erfahrungen nach vermutlich auch gar nicht mehr eingeladen, wenn die Online-Profile einen negativen Eindruck vermitteln.

>> Morgenwelt 64: Lieber weniger, aber relevante Informationen
>> Morgenwelt 63: Der Olympia Buzz
>> Morgenwelt 62: Google Buzz und das Social Web
>> Morgenwelt 61: DLD-Echo und neue Twitter-Zahlen
>> Morgenwelt 60: Employer Branding im digitalen Zeitalter

Klaus Eck

  • http://medienlotse.wordpress.com Fred

    Bei der Bewertung der Karriereseiten fehlen mir aber Hinweise auf die Benutzerfreundlichkeit.
    Wie kommen die Absolventen auf die für sie optimierten Seiten? Ist der Zugang barrierefrei? Welchen Nutzungsbestimmungen müssen Bewerber beim Hochladen ihrer Daten zustimmen? Wie einfach lassen sich Lebensläufe etc. in das Webtool übertragen? Gibt es Uploadbegrenzungen für Zeugnisse? Wie lange dauert es, bis die HR-Abteilung den Eingang bestätigt etc.

  • http://profile.typepad.com/marcelbernet Marcel Bernet

    Super Vortrag gestern abend, habe den Livestream genossen! Werde die Idee aufnehmen für unseren http://www.socialmediagipfel.ch, der auch immer überbucht ist. A propos: Bleibt der Cast irgendwo gespeichert und später zugreifbar?