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Azubis als Corporate Influencer

Ausbildung, Studium oder doch lieber ins Ausland? Diese Frage stellen sich fast alle Schulabgänger nach dem Abschluss. Bei der Beantwortung mischen sich dann häufig das komplette Umfeld, Eltern, Lehrer, Freunde und Bekannte mit ein und manche Unsicherheiten werden beseitigt, andere vertieft. Corporate Influencer sind vielleicht nicht der erste Personenkreis, an den man als Entscheidungshelfer denkt. Jugendliche orientieren sich aber häufig an den Meinungen innerhalb ihrer Peer Group. Ein interessanter Aspekt im Azubi-Recruiting für Unternehmen.

 

Das persönliche Gespräch punktet bei Azubis

Laut der Azubi-Recruiting Trends Studie 2018 liegen die Eltern bei der Glaubwürdigkeit einer Empfehlung zum Ausbildungsplatz klar vorne und haben auch einen sehr großen Einfluss, wenn die Bewerber noch unentschlossen sind. Ausbildungsverantwortliche und Geschäftsführer aus Unternehmen, Azubis und ehemalige Azubis, die ihren Ausbildungsbetrieb auf Bewertungsplattformen anonym bewerten gelten ebenfalls als sehr glaubwürdig.

Bei der Ausbildungsplatzwahl beeinflussen lassen sich Bewerber hauptsächlich durch persönliche Gespräche mit Freunden, Auszubildenden, auf Ausbildungsmessen und Informationstagen im Betrieb. Online Angebote folgen direkt darauf: Ca. 30 % der Befragten geben eine Beeinflussung durch Facebook-Posts der aktuellen Azubis und knapp 40 % durch Ausbildungsvideos in YouTube und Beiträgen in Ausbildungs- und Karriereblogs an.

Immerhin noch für 20 % haben Live-Chats mit Ausbildern und Auszubildenden via WhatsApp eine Auswirkung auf die Entscheidung. Influencer in den sozialen Medien gelten in Bezug auf das Ausbildungsthema hingegen als fast komplett unglaubwürdig.

Die Studienergebnisse machen deutlich, wie wichtig persönliche Beziehungen in Bezug auf die schwierige Berufs- und Ausbildungsauswahl sind. Online-Angebote sind zwar wichtig, aber nur zweitranging. Überraschend eigentlich, da gerade die junge Generation Z sehr viel Zeit online verbringt.

Corporate Influencer sind zwar mit einem Unternehmen oder einer Marke verknüpft, gelten aber durch ihre authentische Art als sehr glaubwürdig und geben der Organisation ein Gesicht und eine Persönlichkeit. Also genau das Richtige, um Schulabgängern die Ausbildungsplatzwahl zu erleichtern und neue Wege im Azubi-Recruiting einzuschlagen.

Ein erfolgreiches Corporate-Influencer-Programm, das auf das Azubi-Recruiting ausgerichtet ist, sollte natürlich nicht ohne die Beteiligung der aktuellen Lehrlinge stattfinden. Die jungen Leute können sich auf Augenhöhe begegnen und aktuelle Auszubildende wissen am besten, was sich Bewerber wünschen, welche Fragen und Unklarheiten sie umtreibt.

Und auch was besonders cool am Ausbildungsbetrieb ist! Azubis lassen sich oft schnell für Botschafter-Tätigkeiten begeistern. Doch, obwohl sie in den sozialen Netzwerken zu Hause sind, sind sie noch lange keine Kommunikationsexperten. Hilfestellung vom Unternehmen ist deshalb absolut notwendig.

 

 

Rahmen abstecken für die Social-Media-Aktivitäten der Azubis

Was ist angemessen, was erlaubt? Junge Auszubildende sind oft unsicher, was gepostet und gezeigt werden darf. Den inhaltlichen Rahmen abzustecken macht deshalb Sinn. Am besten erarbeiten Unternehmen und Azubis gemeinsam Social Media Guidelines, die für alle Beteiligten klar und verständlich sind. Unter anderem enthalten sollte sein, ab wann Inhalte zu privat sind und ab welchem Punkt Firmeninterna zu vertraulich sind. Themenvorschläge können auch in größeren Runden mit Ausbildern und der Geschäftsführung zusammen erarbeitet werden.

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Die Lebensversicherung 1871 betreibt zusammen mit ihren Azubis einen eigenen Instagram Kanal. Postings gibt es vor allem zum Thema Karriere und hautnah aus dem Alltag der Azubis. Erste Erfahrungen mit den jungen Corporate Influencern macht auch Ikea mit seinem Azubi-Blog. Auch auf Instagram sind die Lehrlinge auf ihren Privatprofilen für Ikea aktiv. Weitere Blogs von und für Azubis betreiben Hoffmann Group, Edding, Otto. Es muss aber gar nicht unbedingt ein ganzer Blog sein, Instagram und Facebook reichen völlig aus. Das setzt auch die Unternehmensgruppe WIEDEMANN um. Sie lässt ihre Azubis in Facebook posten.

 

Freiheit für die Azubis zulassen

Corporate Influencer sollen möglichst authentisch bei der Zielgruppe ankommen. Das geht nur, wenn das Unternehmen Freiheiten zulässt. Gerade auf Azubis trifft dieser Punkt besonders zu. Damit sie auch die gleichaltrige Bewerber-Zielgruppe erreichen, müssen sie online genauso über das Unternehmen sprechen dürfen, wie sie es auch untereinander in der Mittagspause tun.

Eine aufgezwungene PR-Sprache macht weder den Influencern noch den jungen Lesern Spaß. Gestellte und unfreiwillig anmutende Ausbildungs-Videos in YouTube gibt es schon mehr als genug. Für die Geschäftsführung gilt also: Freiheit zulassen und Inhalte, die nicht 100% der Unternehmensmeinung entsprechen, akzeptieren.

 

Offline aktiv werden

Die Aktivitäten der Influencer müssen sich nicht auf Social Media beschränken. Auch offline, bei Events, Informationstagen, Messen, Vorträgen oder ähnlichem sollen die jungen Botschafter aktiv werden und mit möglichen Bewerbern in Kontakt treten. Insbesondere, weil das persönliche Gespräch bei der Ausbildungswahl entscheidend ist.

Begleitend können dabei natürlich auch Ausbilder, leitende Mitarbeiter und Geschäftsführer mit dabei sein. Gerade offline ist „dem Unternehmen ein Gesicht und eine Persönlichkeit verleihen“ noch effektiver, als online.

 

Offene Kommunikation

Der wohl wichtigste Punkt ist die offene Kommunikation und Transparenz beim Corporate-Influencer-Programm. Die Azubis müssen stets miteinbezogen und ernst genommen werden, um auch begeistert das Unternehmen nach außen zu tragen.

In Workshops kann gemeinsam der Rahmen abgesteckt werden, in Kennenlern-Runden können sich die Azubis untereinander und mit anderen Abteilungen vernetzen.

 

Bildquelle:

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LV1871 on Instagram

Disclaimer: Die LV1871 ist ein Kunde der d.Tales GmbH. Wir unterstützen sie bei der Ausbildung der Corporate Influencer.