buble arrow18

Ironblogger – oder wie wir das Bloggen wiederentdecken

Das Konzept der Ironblogger orientiert sich weder an sportiven Ironman-Wettbewerben noch an Iron Man-Filmen, sondern verfolgt eine ganz einfache Prämisse: Wer als Ironblogger nicht schreiben will, der zahlt.

Ade Blogruinen

Es gibt zahlreiche Blogs, die immer mehr verwahrlosen und zu Blogruinen werden, weil sie nicht mehr inhaltlich gefüllt werden. Oft liegt es daran, dass die Autoren alleine ihre Inhalte einpflegen, manchmal an der Unterschätzung des Blogaufwands oder einfach am fehlenden Feedback der Leser. Je mehr Social Signals ich als Blogger auf Facebook, Google+ und Twitter empfange, desto leichter fällt mir das Schreiben selbst. Jede noch so kleine Rückmeldung macht das Bloggerleben wieder schreibenswert. Vielleicht habe ich deshalb wieder Lust, mehr in diesem Format zu veröffentlichen.

Von der Last des Schreibens

Es ist gar nicht so leicht, regelmäßig ein (eigenes) Blog zu füllen. Selbst gute Redaktionspläne geben uns nicht zusätzlich die Zeit, die wir zum Schreiben eines lesenswerten Blogartikels benötigen. Manchmal ist es aber auch nur eine Frage der Motivation. Schließlich gibt es viele Newsfeed-Ablenkungen auf Twitter, Facebook und Google+, Instagram und Pinterest, die sich einschränken lassen. Dort veröffentliche ich ebenfalls viel. Diese Zeit fehlt dann dem PR-Blogger.

Bringt das Corporate Blogging etwas? Oder das persönliche Blogging? Wer viele qualitativ wertige Inhalte produziert, wird darauf auch online wie offline angesprochen und auf seine Reputation einzahlen. Das Bloggen ist Owned Media. Im Idealfalle ist es die Grundlage von Earned Media. Es spricht sich herum, wenn Sie ein gutes Blog betreiben und ihre Leser inspirieren. Außerdem können Ihre Leser auf Ihre Inhalte verlinken, diese liken und plussen. Wenn Sie etwas zu sagen haben, eine Agenda haben und diese vorantreiben wollen, sollten Sie (weiterhin viel) bloggen.

Ich lese sehr gerne und sehr viele Fachartikel, Bücher (auch in Print) und eben Blogs. Gerne verweise ich auf Twitter und anderen Kanälen auf meine jeweilige Lektüre und bin Teil der Shareconomy. Doch erst in meinem Blog – dem PR-Blogger – kann ich die Themen, die mich und vielleicht Sie als Leser interessieren, in meinen Gedanken strukturieren und wirklich vertiefen. Das ist in der Vergangenheit etwas zu kurz gekommen.

Ich bin ein Ironblogger

Deshalb bin ich seit kurzem bin ich bei den Ironbloggern und habe mich verpflichtet, jede Woche im PR-Blogger einen Beitrag zu verfassen. Gelingt mir das nicht, muss ich eine geringfügige Strafe bezahlen und mit netten Menschen Biertrinken gehen.

Fast noch wichtiger ist für mich jedoch eine Art digitaler Online-Pranger, auf dem aufgelistet wird, wer von uns Ironbloggern wie viel in der vergangenen Woche gebloggt hat. In München sind wir am 1. Juli 2013 offiziell gestartet. Nach einer Woche zeigt sich, dass alle Mitglieder sehr fleißig gewesen sind. Auf der Ironblogger Linkübersicht werden alle Beiträge der vergangenen Woche gelistet.

Wenn jemand es – wie ich – versäumt hat, einen neuen Artikel zu posten, bekommt er sogar einen kurzen automatisierten Newsletter, in dem der eigene Name steht: „Hallo liebe Blogger, ich habe gesehen, dass die folgenden Benutzer in dieser Woche noch nichts geschrieben haben ….“. Sie glauben gar nicht, wir wirkungsvoll so eine E-Mail ist. Jedenfalls habe ich sie zum Anlass dieses Ironblogger-Postings genommen, um meine Scham des Nichtschreibens zu überwinden.

14 Jahre als Blogger

Ich blogge bereits seit Anfang 1999 – damals nannte es sich noch Online-Tagebuch – und es war auch eines. In manchen Wochen habe ich früher mehr als acht Artikel veröffentlicht. Doch seitdem ist viel Zeit vergangen, einige Bücher sind aus meinem Bloggerdasein hervorgegangen und haben damit das Bloggen legitimiert. In meinem ersten Buch „Corporate Blogs“ habe ich mich 2006 intensiv mit dem Blogging selbst beschäftigt und viel über die Mechanismen geschrieben.

Im letzten Jahrzehnt hat sich meine Arbeit als Unternehmensberater jedoch sehr verändert, sodass ich auch immer weniger Muße dazu habe, selbst im PR-Blogger zu schreiben. Ein wenig zu meiner Geschichte lesen Sie auf unserer neuen Website.

Es dürfte vielen Social Media Managern ähnlich wie mir gehen. Sie sind zwar verantwortlich für ein Corporate Blog und müssen sich intensiv um zahlreiche Social Media Kanäle kümmern. Doch ob sie selbst viel bloggen können, hängt von ihrer jeweiligen Verantwortung ab. Gerade bei großen Marken gibt es deshalb oft eigene Social Media Redakteure, die für das Publishing stehen, während sich Social Media Manager eher um strategische Fragen kümmern.

Mehr schreiben

Momentan komme ich etwa auf zwei Blogartikel im Monat. Doch das werde ich wieder ändern und als Ironblogger auch ein wenig zu meinen Blogwurzeln des Vielschreibens zurückkehren. Außerdem erhalte ich dadurch die Gelegenheit, Ihnen meine Denke und unsere Neugründung Eck Consulting Group näher zu bringen. Mich würde es freuen, wenn Sie uns als Leser treu bleiben.

>> Ironblogger München: Mitmacher gesucht für die IronBlogger München
>> Schleeh: BlogProst oder Blogs und Bier! – Ab heute wird eisenhart gebloggt

Bildquelle: IronBlogger München Logo von Inken Meyer (CC-BY-Lizenz)