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Morgenwelt 138 – Des Kanzlers falsche Freunde

In der taufrischen Morgenwelt lesen Sie heute, weshalb der österreichische Kanzler durch die Social Media-Manege getrieben wird. Lernen Sie, wie man YouTube und sozialen Netzwerke bereits vor dem offiziellen Update stärker vernetzt. Außerdem werden Google+ Nutzer gesucht! Es warten eine kleine Umfrage und weitere, nützliche Links zum Circle-Netzwerk.

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Nutzt eigentlich jemand Google+? Wenn ja, wer? Und warum? Und wie? Diese Fragen hat sich Thomas Euler gestellt und daraufhin eine kleine Umfrage aufgesetzt. Sie richtet sich an alle Google+ Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dauer: 5 Minuten. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme und Weiterverbreitung, die Ergebnisse werden selbstverständlich hier im PR-Blogger veröffentlicht. Hier gehts zur Umfrage. (Anmerkung: Der letzte Screen ist Werbung, hier muss nichts gemacht werden!)

Falsche Freunde. In Österreich steht Kanzler Werner Faymann wegen seines Social Media-Auftritts mehr und mehr unter Kritik. Der Grund: Für eine App und Accounts bei Twitter, YouTube, Facebook sowie die Domain bundeskanzler.at wurden bisher 98.000 Euro an Steuergeldern ausgegeben, für die kommenden Monate sind 200.000 Euro geplant.

Zwischenbilanz: Rund 5.000 Facebook-Fans, 2000 Twitter-Follower, 5000 Kanalaufrufe bei YouTube. Einer der ausschlaggebenden Gründe für diese eher enttäuschenden Zahlen dürfte wohl die nicht vorhandene Authentizität sein. „Der Kanzler selbst greift nur minimal ein„. Die Facebook-Page wird offensichtlich als ein weiterer Sendekanal verstanden, die mit aufgelockerten, bebilderten Pressemeldungen bestückt wird.

Hinzu kam die Entdeckung der falschen Freunde. So wird spätestens durch den Artikel des Magazins Datum klar, dass es sich bei einigen Fans um lupenreine Fake-Accounts handelt. Ein Profilbild konnte dabei im Archiv von iStockphoto identifiziert werden:

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Porno Freunde. Doch die Social Media Odyssee geht noch weiter für den Kanzler, übers Wochenende wurden es plötzlich 1.000 Facebook-Fans mehr. Diese hatten recht kuriose Profilnamen, welche wohl eher der FSK18-Filmbranche zuzuordnen sind. Auf der Facebook-Präsenz von Kanzler Faymann ist zu lesen:

Leider handelt es sich dabei offenbar um gekaufte Fans, die uns irgendjemand unaufgefordert spendiert hat. (…) Wir bemühen uns, die Leute so rasch wie möglich wieder loszuwerden und “bedanken” uns ganz herzlich bei der/mjenigen, der/dem wir offenbar 2 Tausender wert waren.”

Doch Faymann muss sich in Österreich nicht nur Kritik an seinen Social Media Aktivitäten gefallen lassen, inzwischen muss er damit umgehen, dass sein digitaler Schatten – ein Fake-Account namens Failmann – wesentlich erfolgreicher ist als das Original.

YouTube Reloaded. Wie bereits viele Google Dienste zuvor, erhält nun auch das Videoportal eine optische Überarbeitung. Neben dem Layout wird eine dichtere Vernetzung mit den sozialen Netzwerken angestrebt: YouTube Aktivitäten von Kontakten aus Google+, Facebook, Twitter, usw., werden nun in einer Timeline dargestellt.

Am 30. November 2011 sollen die Änderungen für alle Nutzer zugänglich sein. Wer die Browser Chrome oder Firefox im Einsatz hat, kann bereits jetzt mit wenigen Klicks das neue Interface aktivieren und fortan auch dauerhaft nutzen. Wer nun experimentierfreudig geworden ist: In der TestTube gibt es weiteres Potenzial für Neugierige.

Das Tauziehen der Netzwerke. Bei einer aktuellen BITKOM-Studie zu Online Communitys wurden 1.000 Internetnutzer zu ihrer Mitgliedschaft befragt. Während linkedin bei den durchschnittlichen Usern in Deutschland keine allzu große Rolle zu spielen scheint, konnte Google+ bereits knapp 5 Monate nach Einführung mit Twitter gleichziehen. Das Tauziehen hat augenblicklich mehr Akteure wie je zuvor und treibt die Anbieter ständig zu neuen Innovationen – es bleibt also spannend.

Weitere Zahlen zu Facebook sind in einer Visualisierung von JESS3 verpackt. Bei „An average day on Facebook“ wird neben dem gestiegenen Durchschnittsalter der Facebook-User (32 Jahre in 2008 / 38 Jahre in 2010) insbesondere deren Nutzungs-Frequenz betrachtet.

Licence to make money? „This patent is so basic that it would be hard to get around it“, kommentiert Erik Sherman das von Apple gehaltene Patent. Um was geht es dabei? Um LBS – Location Based Services, also Dienste und Endgeräte, die auf den aktuellen Aufenthaltsort des Nutzers zugreifen. Insbesondere in der Scoial Media Branche wird LBS als einer der zukünftigen Umsatztreiber angesehen. Es gibt bereits Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf LBS basiert, z. B. Foursquare.

Und in der Tat kann die Patentbeschreibung als sehr schwammig bezeichnet werden: Sie grenzt weder die Art der Daten, noch das Endgerät ein. Somit könnte dieses Patent eine mächtige Innovationshürde für neue Hard- und Software darstellen, die auf geobasierte Dienste setzen. Denn auf Lizenzgebühren verzichtet Apple bekanntermaßen äußerst ungern. Dies macht neue Produkte teurer, zuerst für die Hersteller verschiedenster Branchen, letztendlich auch für die Verbraucher. Eine lesenswerte Zusammenfassung finden Sie bei Newsgrape.

Eierlegen ist harte Arbeit. Und eine Henne produziert bis zu 200 Stück pro Jahr – ein echter Segen für in Armut lebende Menschen. World Vision bietet Ihnen mit einer neuen Facebook-App die Möglichkeit, so eine Henne und andere, für die Empfänger nützliche Geschenke zu stiften. Hier geht’s zur Gesamtauswahl.

Google+ Badges. Wer eine Google+ Page angelegt hat, sollte diese für eine höhere Reichweite auch mit seinem Blog bzw. seiner Website vernetzen. Google hat dazu eine Website eingerichtet, mit der sich das sog. „Badge“ (=Widget) mit wenigen Klicks konfigurieren lässt. Leider ist die Breite festgelegt (300 Pixel), was bei manchen Websites und Blogs zu einer ungünstigen Darstellung führen kann.

Abhilfe schafft hier The Widget+: Mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten zu Farbe, Typographie, Abmessungen und Inhalt, lässt sich ein Google+ Badge erstellen, das zum Layout der  jeweiligen Website passt. (siehe rechte Sidebar des PR-Bloggers) Insbesondere für Blogs eignen sich auch individuelle Google+ Dog Tags oder, wie im Bild zu sehen, eine Google+ License.

Licht und Schatten bei KMUs. SocialStrategy1 zeigt in einer ansehnlichen Infografik den aktuellen Stand beim Einsatz von Social Media in kleinen und mittleren (US-)Unternehmen auf. Dieser ist geprägt von recht gegensätzlichen Eindrücken: Auch wenn 88 % der Meinung sind, dass Social Media einen Einfluss auf Ihre Branche haben wird, gibt es offensichtlich selten einen Spezialisten der sich um die Inhalte und Präsenz der Marke im Social Web kümmert. Ebenso verwunderlich ist, dass 49 % der Unternehmen die Brand-Awareness als Grund für ihre Social Media Aktivitäten angeben – jedoch 96 % kein Social Media Management betreiben, was auch das Monitoring der Marke beinhaltet.

Bildquellen: Datum, Bitkom, myGoogle+Socialstrategy1, Shutterstock