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54, 74, 90, 2010? Die Fußball-Weltmeisterschaft im Social Web

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Nur noch wenige Stunden bis zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Grund genug, um sich die Social Media Aktivitäten rund um die WM einmal genauer anzuschauen. Nachdem der Hype um die WM im Jahr 2006 exorbitante Größen eingenommen hat und die Masseneuphorie in Deutschland nie dagewesene Größen erreicht hat, ist das Potenzial in jedem Fall groß. Doch wie professionell sind solche Aktivitäten im Jahr 2010? 

Meine Suche beginne ich beim DFB. Dort auf der Webseite findet man den Hinweis auf die Online-Präsenz der Nationalmannschaft: http://team.dfb.de

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Unter dem WM 2010 Countdown finde ich erste Social Media Elemente, nämlich Twitter News und den Aufruf, Fan-Bilder einzureichen. Ersteres wird von dem Twitteraccount des DFB-Nationalteam gefüllt (@DFB_Team), mit knapp 7.000 Followern wird dort schon eine eindrucksvolle Hausnummer erreicht. Gleichzeitig fällt auf, dass dort sehr aktuell und umfangreich direkt aus Südafrika berichtet wird. Zudem gibt es dort viele aktuelle Fotos von den Trainingssitzungen und der Mannschaft. Auch findet man dort einen Hinweis, dass die vielen guten Wünsche offenbar ans DFB-Team weitergeben werden. Der Mitmach-Gedanke ist offenbar beim DFB-Team angekommen. 

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Eine weitere Initiative zur WM wurde vom DFB und Mercedes-Benz gestartet. Unter dem Titel „Der 4. Stern für Deutschland“ sind viele Social Media Aktivitäten gebündelt. Mit knapp 100.000 Personen, die den „Gefällt mir“-Button gedrückt haben, ist dies mit großer Wahrscheinlichkeit eine der erfolgreichsten Fanpages auf Facebook. 


 

Neben Facebook nutzt die Initiative aber auch noch weitere Möglichkeiten für die Fans, mitzumachen. Zum Beispiel kann jeder eigene Rituale hochladen, Fan des Tages werden oder in einer multimedialen Arena Platz nehmen. Anspruch der Initiative ist es laut Webseite, dass auf den Seiten 

 
„die größte Fangemeinschaft entsteht, die unsere Elf je unterstützt hat. Jeder, der Fußball liebt, hat hier die Gelegenheit, der Deutschen Nationalmannschaft zu zeigen, was echter Fan-Zuspruch ist. Mit einem unverwechselbaren Fan-Bekenntnis kannst Du unsere Jungs bis zum vierten WM-Titel, dem 4. Stern auf dem Trikot, begleiten“. 

Neben diesen Aktivitäten fahren aber auch die Sportausrüster und Sponsoren richtig groß im Social Web auf. Kein Wunder, immerhin berichtet das Wall Street Journal, dass die Fifa-Fußballweltmeisterschaft voraussichtlich 4 Mrd. Fernsehzuschauer rund um den Erdball erreichen wird.
Ein viraler Spot, der laut Business & Leadership momentan alle Rekorde bricht, ist der von Nike. „Write the future“ ist ein richtig gut gemachtes Video, das die globale Vernetzung, die Dominanz des Internets und von Social Media eindrucksvoll zeigt. Bis heute erzielt das YouTube-Video knapp 14 Mio. Aufrufe. Das Video ist Teil einer weltweit ausgelegten Kampagne von Nike, die jedoch erst mit dem Anstoß zur WM zu richtig in Fahrt kommt. 

Adidas setzt bei der Weltmeisterschaft sehr stark auf Social Media. Adidas Match Ups ist in die Adidas Fanpage integriert, die eine zentrale Rolle für Adidas bei der WM spielt. Dort geht es dem Sportausrüster um das Prinzip Mitmachen. Fans können Spieletipps abgeben, eigene Threads eröffnen oder an Diskussionen teilnehmen. So können Teilnehmer direkt auf Spieleergebnisse und aktuelle Entwicklungen reagieren. Für jede Aktion gibt es Punkte, am Ende lockt eine Fußballausrüstung als Gewinn. Das WM Redaktionsteam berichtet außerdem auf der Pinnwand der Fanpage und lädt zu Diskussion und Dialog ein. 

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Darüber hinaus finden Fans im YouTube-Kanal von Adidas Football TV sehr cool gemachte Videos zur Weltmeisterschaft. Adidas setzt also zur WM 2010 verstärkt auf das Internet, mit über 700.000 Fans auf der Fanpage und 8.000 YouTube Kanal-Abonnenten ist die Reichweite entsprechend groß und das Format überaus erfolgreich. 

Aber auch Coca-Cola hat eine umfangreiche Kampagne speziell zur WM gestartet; Medienberichten zufolge lässt sich Coca-Cola so viel kosten, wie noch nie eine Kampagne im Bereich Fußball. Eine der Initiativen setzt dabei allein auf Social Media. Auf der deutschen Seite www.mach-dir-freude-auf.de können Fans ein Jubelvideo aufnehmen, hochladen und der ganzen Welt via YouTube präsentieren. 

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Außerdem hat Coca-Cola den FIFA World Cup 2010 Celebration Award gestartet. Um darauf aufmerksam zu machen, gibt es einen lustigen Spot mit Englands Fußballstar Wayne Ronney.

Für Sony Ericsson ist die WM das erste Engagement im Bereich Fußball. Social Networking steht hierbei zum Kern. Zum Beispiel der „Twitter World Cup“, ein Onlinewettbewerb, der Fans dazu aufruft, ihre Teams in einem virtuellen Game per Tweet zum Sieg zu führen. 

Des Weiteren gibt es mehrere Initiativen rund um Twitter, beispielsweise ein Profilveredler von Vodafone, mit dem jeder sein Profil verschönern kann. 


 

Auf Twibbon können Microblogger die deutsche Flagge unten in ihr Twitterprofil integrieren. 

Bei der Organisation einer WM-Party hilft „Wo guckst du?“, ebenfalls von Vodafone. Gewinnen kann man dort zum Beispiel den Besuch von Elton.
Ebenfalls im Netz entdeckt: Twittkickers, das sich mobil spielen lässt. Die Spielregeln werden auf der Seite erklärt, das Turnier startet am 14. Juni und endet am 7. Juli mit dem Finale. 

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Eine schöne Übersicht, wo Sie die Fußball-WM im Radio oder TV schauen können, hat Basic Thinking vor kurzem gepostet. 

Zu guter Letzt gibt es natürlich bei dieser Weltmeisterschaft wieder jede Menge Tippspiele. Zum Beispiel haben XING und das Sportportal Spox gemeinsam ein Tippspiel gestartet. Mitglieder des Businessnetzwerks können sich die App kostenfrei herunterladen. Neben dem Tippen der Spielergebnisse können die Mitspieler in einer Rangliste vergleichen, welche ihrer Kontakte die größten Fußballkenner sind. 

Das sind sicherlich noch längst nicht alle Social Media Aktivitäten anlässlich der Weltmeisterschaft 2010. Klar ist, die Unternehmen starten momentan umfangreiche und kostspielige Kampagnen, setzen im Jahr 2010 verstärkt auf Social Media und versprechen sich jede Menge Business vom Engagement. 

Welche Videos, Facebookseiten und virale Kampagnen sind Ihnen noch positiv aufgefallen? Welches Tool und welche Seiten sollte man unbedingt vor Anpfiff noch kennen? Wo lohnt es sich wirklich, teilzunehmen?

Anika Geisel

Bildmaterial: Shutterstock