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NGO-Kommunikation 1: Online-Fundraising bei Charity Water

Social Media bietet viele Möglichkeiten für Unternehmen und Organisationen, um ihre Markenauftritte zu stärken. Dies gilt natürlich auch für Non-Profit Organisationen. Diese profitieren zudem von den vergleichbar geringen Kosten, die mit dem Einsatz von Social Media anfallen. Ein sehr gelungenes Beispiel hierfür bietet die Organisation charity:water, die Spenden sammelt, um Entwicklungsländer mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Dafür setzt sie sowohl fürs Fundraising wie auch die Markenpflege konsequent aufs Social Web. Damit versucht sie, ein besonderes Maß an Transparenz zu schaffen, um die eigene Glaubwürdigkeit zu unterstreichen.

Um den Bekanntheitsgrad der Marke zu steigern, forciert charity:water zunächst kontinuierlich neue Social Media-Aktionen, um durch Word Of Mouth Unterstützer und letztlich Spender zu gewinnen. So beispielsweise die Kampagne, die charity:water weltweit bekannt machte: September Birthday. Anhand eines kleinen Videos wird hier die Idee hinter der Kampagne von Scott Harrison, dem Gründer von charity:water, erklärt: 

The story of charity: water – The 2009 September Campaign Trailer from charity: water on Vimeo.

Wie in dem Video zu erkennen, spielt bei der Online-Strategie des NGO Persönlichkeit eine tragende Rolle. In vielen Videos taucht Scott Harrison, das charismatische Gesicht und Brand Evangelist der Organisation, immer wieder auf. Dank seine Vergangenheit als Veranstaltungs-Promoter schafft er es, Menschen auf emotionaler Ebene anzusprechen, ohne zu "predigen". Er reist zudem in die Länder und Kommunen, in denen charity:water aktiv ist und berichtet vor Ort von den aktuellen Projekten, spricht mit Betroffenen und zeigt die Fortschritte, die einzelne Maßnahmen machen. Anhand von Fotos und Videos, die er in Social Media veröffentlicht, dokumentiert er all dies.

Facebook fotos
 

Diese bewusste Form der Transparenz wird noch weitergetrieben, indem sämtliche abgeschlossenen Projekte auf Google Earth mit Hilfe der angegebenen Standortdaten unmittelbar zugänglich gemacht werden, wie der folgende Screenshot veranschaulicht:

GoogleEarth
 

Als weiteres Tool, um Kampagnen im Netz zu verbreiten, bietet charity:water seit kurzem ihre eigenes Social Network, mycharity:water an. Nutzer können Profile erstellen und eigene Kampagnen initiieren. Einige Ideen dafür schlägt die Organisation direkt auf ihrer Website vor. Natürlich bekommen die Aktivisten dort auch entsprechendes Kampagnenmaterial zur Verfügung gestellt, das sie ohne Hürden auf ihren eigenen Blogs, Facebook-Profilen etc. einsetzen können, um die Reichweite der Kampagnen zu erhöhen:

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Außerdem dient mycharity:water der Vernetzung der Aktivisten, die angehalten werden, sich untereinander auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und ggf. gemeinsame Kampagnen zu starten.

MyCharity

Charity:water nutzt damit eine bis in den Kern der Organisation verankerte Social Media Strategie, die durchdacht und konsequent umgesetzt wird. Nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache, kann das NGO mit vergleichsweise schlanken Strukturen operieren und dennoch große Effekte erzielen.

>> 5 Tipps für das eCampaigning: das Beispiel Hochmoselbrücke 

Daniella Dear (Twitter)