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AMD09: Learnings und Einblicke in den Online Video Markt

Was lernt man auf einer Konferenz wie den Audiovisual Media Days eigentlich? Durch die Ausrichtung der Vortrags- und Diskussionsthemen, die sich allesamt um den Bereich Web TV und Online Video drehten, bekommt man tiefe Einblicke in die Welt des Bewegtbild-Internets. Da ich während der Konferenz, die am 3. und 4. Juni stattfand, den Twitterfeed mit den wichtigsten Statements und Fakten gefüttert habe, werde ich diesen jetzt als Grundlage nehmen um meine Gedanken zu den angesprochenen Thematiken zu konkretisieren. Einen Überblick über das Geschehen auf der Expertenkonferenz können Sie sich entweder per Blick auf das Programm oder durch meinen letzten Beitrag verschaffen.

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Video wirkt: Bewegte Bilder haben nicht nur den Effekt den Zuschauer für mehrere Minuten fesseln zu können – sie übertragen auch Markenbotschaften besser und nachhaltiger als klassische Bannerwerbung. Wenn ein Bild Tausend Worte sagt, wieviel drückt dann ein gutes Video aus? Besonders die emotionale Komponente kommt hierbei zum Tragen, wie es auch Sebastian Lange treffend ausgedrückt hat: 

Emotion bitte!: Die emotionale Ansprache des Sehers ist besonders im Kontext von Werbung ein beliebtes Konzept. Es gilt die Inhalte so aufzubereiten, dass sie innerhalb der ersten Sekunden Spannung aufbauen, die den Zuschauer bis zum Ende nicht loslässt. Welcher Emotion man sich dabei bedient, ist fast nebensächlich: Humor, der meist in viralen Videos zum Einsatz kommt, kann genauso zum Erfolg führen wie Ästhetik – wer schonmal eine Gänsehaut durch einen professionell gemachten Trailer seines Lieblings-Autoherstellers bekommen hat, oder allein durch die musikalische Untermalung Kindheitserinnerungen geweckt geworden sind, der kann dies sicher bestätigen. 

Relevanz für die Zukunft: Peter Christmann von stream5 sprach in der Podiumsdiskussion an, wie relevant das Medium Bewegtbild für die heranwachsende Generation geworden ist. Der Großteil des Medienkonsums ist audio-visuell – dies bedeutet ein Umdenken für Werbetreibende und Kommunikatoren, wollen sie relevante Positionierungen für ihre Inhalte erwirken. Besonders im Bereich des In-Video-Advertisings und der interaktiven Werbung wurden auf der AMD zahlreiche Trends vorgestellt und Einsatzzwecke besprochen. Das folgende Video zeigt eine der angesprochenen Technologien, die das nachträgliche Platzieren von Werbung und anderen Inhalten in Videos ermöglicht. 

Eine weitere interessante Technologie-Demo, die bei der AMD09 vorgestellt wurde, ist das Microsoft-Projekt "Xbox Natal". Es analysiert durch verschiedenste Sensoren Sprache, Gestik und Körperhaltung des Benutzers und kann somit Interaktivität neu definieren:

Zielgruppengerechte Ansprache als A und O: Diese neuen Formate und Technologien können aber erst gewinnbringend zum Einsatz gebracht werden, wenn die Zielgruppe individuell angesprochen werden kann. Und dies ist wiederrum der Vorteil kleinerer, spezialisierter Videoportale: Statt auf die freie Einsendung von Videos zu setzen, wird hier oftmals ganz klar der Qualitätsaspekt in den Vordergrund gestellt. Projekte wie theCrane.tv oder 3min.de leben von der Differenzierung von großen Playern wie Youtube: Zum einen wird auf High Quality Content gesetzt, der teilweise eigenproduziert wird, zum anderen werden nur Inhalte angeboten die in das Konzept der Plattform passen. Während TheCrane.tv sich auf Fashion, Lifestyle und Ökologie fokussiert, hat 3min.de die Kategorie der Kurzserien für sich erkoren. Beide haben damit den Vorteil dass die Besucher eine stärkere Affinität zu den gezeigten Inhalten aufweisen und eine homogenere Zielgruppe bilden, die sich wiederrum einfacher vermarkten lässt.

"Coopetition" als Weg aus dem Longtail: In der Keynote von Jean-Pierre Fumagalli (Gründer der smartclip AG) wurde ein für mich neues Buzzword angesprochen: Die "Coopetition". Diese Wortkreation geht auf eine Vermischung von Competition, also dem Wettbewerb zwischen den Playern, und Cooperation, also die Zusammenarbeit zwischen den Anbietern zurück. In der Praxis heisst dies, dass Anbieter, die sich im Long-Tail des Online-Video-Marktes befinden, Wege finden müssen miteinander zu kooperieren, ohne sich gegenseitig die Konsumenten wegzunehmen. Meiner Meinung nach würde sich dafür die Aggregation verschiedener Kategorien von hochqualitativen und redaktionell überprüften Content in einem vertikalen Netzwerk anbieten. Die Gesamtreichweite einer solchen Plattform würde dann wiederrum attraktivere Werbedeals möglich machen und die Lücke zum Branchenführer Youtube kleiner werden lassen. 

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Christoph Bauer