Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

Den Xing-Antworten vertrauen

2 Minuten Lesedauer

Wer Mitglied im Businessnetzwerk XING ist, kann ab sofort seine Fragen direkt an sein persönliches Netzwerk stellen und Xing-News bewerten und kommentieren. Viele Nutzer probieren die neuen Funktionen aus, sodass Sie sich über folgende Ansicht in "Neues aus Ihrem Netzwerk" nicht wundern sollten:

1709-Mit den Neuerungen geht Xing stärker in Richtung Social Media und reagiert endlich auf die veränderten Nutzergewohnheiten des Web 2.0. Die Plattform unterstützt ab sofort Applikationen, die auf der OpenSocial-Schnittstelle basieren. Hierbei profitiert Xing von Socialmedian, das Anfang des Jahres Teil des deutschstämmigen Netzwerkes wurde. Damit erhält auch Xing einen neuen ständigen Strom an Informationen, die twitterähnlich deutlich machen, womit sich Xing-Mitglieder zurzeit beschäftigen. Selbst eine Anbindung von Twitter wird von Xing in Zukunft nicht mehr ganz ausgeschlossen.

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Mit den beiden neuen Anwendungen reagiert Xing auf das moderner wirkende Facebook mit seinen rund 200 Millionen Mitgliedern. Eine News-Applikation steigert die Interaktion im Netzwerk. „XING News“. Sie ermöglicht es, Nachrichten nach der Relevanz im eigenen Kontaktnetz zu sortieren oder aber die beliebtesten Artikel auf Xing generell anzuzeigen. Eine Kommentar- und Weiterleitungsfunktion sowie zahlreiche mögliche Kategorisierungen runden die Applikation ab. Die Xing-Applikationen können Sie direkt auf Ihrer Xing-Startseite integrieren.

Bei der zweiten Innovation handelt es sich um „XING-Mitglieder fragen“. Diese Anwendung soll es möglich machen, Stimmungsbilder zu bestimmten Themen innerhalb der Xing-Community zu erhalten – ein netzwerkinternes Crowdsourcing-Tool sozusagen.

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Bei den Einstellungen der Xing-Applikationen können Sie festlegen, ob Ihre Kontakte über Ihre Fragen und Antworten informiert werden oder nicht. Standardmäßig ist alles angekreuzt, weil die Interaktivität auf Xing gefördert werden soll.

Ich bin gespannt, wie die "Xing Mitglieder Fragen" insgesamt angenommen wird. Großes Potential bietet die Funktionalität in jedem Falle, weil sie es vielen Xinglern erspart, sich durch die Gruppen/Foren durchzuarbeiten. Stattdessen kann jeder Nutzer seine Frage gezielt an seine Kontakte (oder auch breit gestreut) stellen und auf hochwertige Antworten hoffen. Anfangs werden viele mit den Xing-Applikationen spielerisch umgehen, um sie auf deren Nutzwert zu testen. Doch je mehr Fragen wir erhalten, desto schneller könnte das ermüden. Deshalb kommt es auch auf die jeweilige Fragestellung und den Fragesteller an. 

Sehr schnell kann sich Ihr neuer Xing-Input auf Ihre Online-Reputation auswirken, deshalb verschonen Sie lieber Ihr persönliches Netzwerk mit nervigen, aber lustig gemeinten Anfragen und konzentrieren Sie sich auf Ihr Business. Ansonsten verärgern Sie alle anderen. Letztlich ist das Internet immer noch weitgehend ironiefrei. Missverständnisse entstehen allzu schnell.

Zudem müssen Sie nach einer Frage auch mit Antworten rechnen, die alle in Ihren Xing-Mail-Account auflaufen und verwaltet werden müssen. Das macht den Informationoverload sicher nicht geringer, wenn die Relevanz fehlen sollte.

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Andererseits werden Sie genau darauf achten, wer mit welcher Glaubwürdigkeit antwortet. Schließlich vertrauen Sie den Antworten Ihrer Kontakte mehr als einem Unbekannten. Anonymen Hotelbewertungen hingegen werden Sie vermutlich weniger Glauben schenken als Ihren Freunden oder guten Bekannten, die Sie über Xing erreichen können.

Die neuen Applikationen sind einfach gehalten und bieten nur Basisfunktionalitäten – auch mit den Ladezeiten scheint es derzeit noch zu hapern. Doch dürfte sich nach der Betaphase verbessern. Letztlich wird Xing genausowie Facebook und LinkedIN von den Social Applications profitieren, auch wenn es anfangs für viele Xing-Mitglieder verwirrend sein dürfte. 

Was halten Sie von den neuen Xing-Applikationen?

Klaus Eck
Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

5 Replies to “Den Xing-Antworten vertrauen”

  1. Ich stimme Dir hier voll und ganz zu, Klaus. Hier mein Fazit zur Applikation „Xing Mitglieder Fragen“:
    Interessant ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass einige XING-User die neue Applikation bewusst oder unbewusst mit den ihnen wohlbekannten Facebook-Applikationen verwechseln. Man sollte wirklich überlegen, ob man andere User mit Fragen wie ” What is the best German Beer?” wirklich belästigen möchte.
    Eben habe ich gerade die folgende Frage entdeck: Es gibt einen Bus mit 7 Kindern. Jedes Kind hat 7 Rucksäcke. In jedem Rucksack sind 7 große Katzen. Jede große Katze hat 7 kleine Katzen. Jede Katze hat 4 Beine. FRAGE: Wie viele Beine befinden sich im Bus?
    Sorry, aber das hat auf XING meiner Meinung nach echt nichts zu suchen, auch wenn hier wohl Bedarf besteht. Immerhin bekam die Frage nach zwei Stunden bereits 83 Antworten. Am Ende kann aber glücklicherweise jeder selbst entscheiden, ob er tatsächlich auf XING seine Businesskontakte mit solchen Funfragen bespaßen möchte oder nicht. Dazu gibt es meiner Meinung nach aber genügend andere Plattformen.

  2. XING startet neue Social Applikationen und mutiert zum neuen Facebook?

    Auf XING ist jetzt also auch die Applikationshysterie ausgebrochen. So kann man ab sofort auf XING mit der Applikation XING-Mitglieder Fragen andere XING-User zu allen Angelegenheiten um Rat fragen.
    In der Applikation XING-News…

  3. Ich bin mir nicht sicher, ob tatsächlich eine echte Web 2.0 Funktionalität auf so einem Portal gewollt ist.
    Aus meiner Sicht hat das ja schon bei den Foren oft nicht richtig geklappt.
    Aber anstatt mal den persönlichen Bereich zu erweitern, (z.B. mit der Möglichkeit, seine gesammelten Bewerbungsunterlagen auf dem Server zu hinterlegen inkl. Bearbeitungs-Tools etc.), dann doch lieber dem generellen Trend hinterherlaufen, damit man mehr „Traffic abgreifen“ kann.

  4. Um ehrlich zu sein: Beide Apps scheinen mir nur installiert worden zu sein, damit Xing auch mal ein paar tolle Applikationen hat, über die ein paar Blogs ausgiebig berichten können. Echter Mehrwehrt ist da nirgendwo, und wenn ein paar Laien zumeist Fragen falsch beantworten, die man mit Hilfe von Google in einer Minute beantworten könnte, dann ist auch das, was am Ende dabei rauskommt, relativ sinnlos. Und die News-Funktion? Digg für Arme? Braucht niemand, das, aber zumindest ist ein Anfang gemacht und Xing zeigt, dass es auch Apps kann. Vielleicht kommt da ja noch was richtig brauchbares nach.

  5. Kann mir auch noch nicht vorstellen, dass diese Option von wirklich vielen Nutzer verwendet werden und wie Vee schon schreibt, vielleicht von einigen Nutzern als Facebook-Applikationen verwechselt werden. Bin sehr gespannt, ob da noch etwas kommt, was wirklich beeindruckend ist.

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