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Community Building: Exit-Strategien

Der Aufbau einer Community ist meist schweisstreibend und kräftezehrend. Was aber, wenn die Lebenszeit der Gemeinschaft sich dem Ende zuneigt? Hier kommen Exit-Strategien auf den Plan – das heisst Strategien, die beim Auslaufen zeitlich begrenzter Aktionen versuchen, das hart erkämpfte Potential in neue Kanäle fliessen zu lassen un die dadurch der Marke des Community Builders zu Gute kommen.

Community Manager kennen das Problem: Da hat man nun endlich 200 Interessierte an einer Konferenz in einem Social Network gefunden, die der eigenen Gruppe beitreten und sich sogar aktiv an der Diskussion beteiligen. Die Konferenz findet statt, die Gruppe reflektiert noch kurz den Verlauf und verliert dann an Aktivität. Wie nutzt man dieses Restpotential, bevor die Gruppe stirbt? 

Evaluation

Zuerst einmal sollte Feedback eingeholt werden. Die Einsichten, die von Gruppenmitgliedern zum Beispiel zu Konferenzen gegeben werden, sind oftmals ehrlicher und hilfreicher als stichprobenartige Zufriedenheitsanalysen unter den Teilnehmern. In einem Forum ist es einfacher über Versäumnisse zu sprechen, als in einem 4-Augen-Gespräch mit einem der Veranstalter. Zur Evaluation können Fragebögen zum Einsatz kommen, Freitext-Varianten innerhalb der Infrastruktur des Social Networks bringen aber generell eine geringere Hemmschwelle mit sich und fördern so die Teilnahme.

Re-Lokalisierung

Zu jeder zeitlich begrenzten Aktionsgruppe sollte es eine „Muttergruppe“ geben, in die Interessierte wechseln können, wenn sie weiterhin am Laufen gehalten werden wollen. Am Beispiel einer Messe wie der Next09 wäre eine generelle Next-Gruppe, die sich nicht einzig und allein auf die jährlichen Events bezieht, eine gute Lösung um die einmal überzeugten Stakeholder weiterhin „in Reichweite“ zu haben. Für die Re-Lokalisierung können Rundmails genutzt werden, in denen auf das Auslaufen der Aktivität in der Aktionsgruppe und auf das fortwährende Bestehen der „Muttergruppe“ hingewiesen wird. Hierbei sollte beachtet werden, dass die Muttergruppe auch wirklich im direkten Zusammenhang mit der ursprünglichen Gruppe steht.

Re-Kontextualisierung

Natürlich können einmal existierende Gruppierungen auch „umgebranded“ werden: Bei jährlich stattfindenden Events wie der Next bietet sich auch ein solches Verfahren an. Aus der Gruppe Next09 wird dann die Gruppe Next10. Aber in so einem Falle muss sichergestellt werden, dass jedes der Gruppenmitglieder auch seine Zustimmung dazu gibt – oder zumindest über das Vorhaben aufgeklärt ist. Eine Rundmail oder eine öffentliche Diskussion sind auch hier der beste Weg die Umstrukturierung anzukündigen. 

Re-Vitalisierung / Re-Fokussierung

Besonders bei gesellschaftspolitisch relevanten Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie Events ist es möglich, eine Gruppe zu revitalisieren. Der Fokus wird einfach mit der Zeit auf das Überthema gelegt, nicht mehr auf das Event an sich. So lassen sich teilweise größere Diskussionsstränge aufschlagen, News können gepostet werden und die User haben wieder neuen Content, der kommentiert und diskutiert werden kann.
Nicht immer verlaufen Community-Aktionen wie geplant – hat man jedoch einmal eine Gruppe aktiv teilnehmender Nutzer geschaffen, steht man einem unschätzbaren Potential für den weiteren Verlauf der aktuellen Aktion sowie der Platzierung neuer Kampagnen gegenüber. Wie sind Ihre Erfahrungen mit Exit-Strategien? Welche Möglichkeiten gibt es noch, derartige Engagements nachhaltig zu nutzen?
Christoph Bauer