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Online-Identität: Mehr geben, weniger nehmen

Jahreswechsel eignen sich besonders gut, um sich gute Vorsätze fürs neue
Jahr zu nehmen. Verbinden Sie dabei doch das Gute mit dem Nützlichen:
Seien Sie altruistisch,
denn nur so sind Sie in der Online-Welt wirklich erfolgreich! Das hat
wenig mit einem Gutmenschentum zu tun, aber viel mit einem Human
Branding und der persönlichen Online-Reputation.

Falls Sie sich
im Internet und darüber hinaus wirklich einen guten Namen machen
wollen, spielt Ihre bisherige Rolle im Arbeitsleben nicht einmal die
entscheidende Rolle. Dazu müssen Sie nicht schon Karriere gemacht
haben. Natürlich hat es große Vorteile, wenn Sie bereits als Human
Brand bekannt sind. Einer etablierten Marke – ob Blogger, Twitterer,
Podcaster, Journalist, Corporate Evangelist, Filmstar oder
Unternehmenssprecher – fällt es leichter, die Öffentlichkeit aufgrund
bekannter (oft zugeschriebener) Leistungen zu erreichen. Dadurch
erhalten Sie einen gewissen Kredit, wirken glaubwürdig – und erhalten
viele Kontaktanfragen auf Facebook, Xing und Twitter.

Eine
starke Online-Identität haben Sie dadurch jedoch trotzdem noch nicht.
Es ist hierbei zunächst einmal völlig egal, wie präsent Sie ansonsten
in Ihrem Arbeits- und Privatleben sind. Selbst Alphamännchen müssen im
Web nicht unbedingt erfolgreich sein. Schauen Sie sich nur die
unsäglichen Online-Videos der profilierten deutschen Parteipolitiker
auf Youtube an, die rhetorisch in jeder Talkshow brillieren, aber im
Web bislang in der Regel völlig versagen.

Vergessen Sie im
Netz das demokratische Prinzip. Denn frei und gleich sind wir deshalb
noch lange nicht im Netz. Die Aufmerksamkeitsökonomie hat ihre eigenen
Regeln. Je bekannter Ihre Personenmarke ist, desto leichter erhalten
Sie von der Öffentlichkeit ein Feedback. Solange Sie unsichtbar Ihre
Online-Profile ins Web schieben, verhalten bloggen und twittern,
geschieht dies meistens unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Wie soll
Sie auch jemand wahrnehmen, wenn Sie nicht für Ihre Inhalte und
Meinungen werben? Sie müssen sich als aktiver Social Networker auf
vielen digitalen Spielfeldern zeigen und beweisen, damit Sie von den
anderen Onlinern auch nur "gesehen" werden. Bedenken Sie jedoch, dass
gute Networker keine Marktschreier sind, sondern es gelernt haben,
anderen etwas zu geben. Es geht weniger um das ICH, sondern vielmehr um
das WIR.

Auch als Nicht-Promi darf man durchaus optimistisch
sein. Denn im vielzitierten Web 1, 2 und 3 haben wir ein
leistungsorientiertes System, das dem Offline-Leben in seiner –
manchmal kalten – Logik überlegen ist: Denn nur wer schreibt, der
bleibt (auf Dauer) – in der Aufmerksamkeitsökonomie präsent. Ausnahmen
sind hierbei sicherlich Personen der Zeitgeschichte, über die immer
wieder gesprochen und geschrieben wird. Letztlich ist derjenige der
beste Influencer und Social Networker, der anderen mit großer
Leidenschaft seine Ideen und Inhalte vorführt. Ohne jedes Wenn und
Aber.

Wer sich dagegen zurückhält, Wasser predigt und Wein
trinkt – und offensichtlich nur auf eigene Vorteile bedacht ist, dem
schlägt berechtigterweise wenig Vertrauen von Seiten der Webgemeinde
entgegen. Das Gedankenlesen funktioniert auch im Internet nicht.
HIngegen fällt sofort auf, wenn jemand nur nimmt, ohne anderen
jeglichen Mehrwert anzubieten. Dazu genügt beispielsweise eine kurze
Analyse ausgewählter Twitter-Beiträge der Twitter-Charts:
Schauen Sie sich einfach einmal die letzten 20 Tweets eines beliebigen
Twitterers an. Je selbstrekursiver jemand twittert, um nur auf seine
persönlichen Großtaten zuweisen, desto klarer wird das Bild.

6 gute Vorsätze für den Netzalltag und den Ausbau Ihrer Online-Reputation:

  1. Verabschieden Sie sich etwas vom Egoismus und überprüfen Sie Ihr
    digitales Dasein. Wie viele nutzwertige Links haben Sie in dieser Woche
    getwittert oder gebloggt?
  2. Suchen Sie den Dialog und reduzieren Sie Ihre Monologe. Dadurch lassen Sie das WIR an die Stelle des ICH's treten.
  3. Verzichten Sie möglichst auf kryptische Pseudonyme und agieren
    Sie unter Ihrem echten Namen authentisch im Netz, damit andere Sie
    ernst nehmen können.
  4. Seien Sie konstruktiv. Warum greifen Sie – vielleicht sogar
    emotional – andere Menschen in den Kommentaren oder via Twitter an?
    Nehmen Sie sich lieber etwas zurück und bedenken Sie die Wirkung Ihrer
    Worte. Trennen Sie lieber sachliche Kritik von einem persönlichen
    Angriff
    .
  5. Bauen Sie Ihr Netzwerk aktiv aus, lassen Sie neue Kontakte zu und
    Seien Sie nicht zu exklusiv . Es geht hierbei gar nicht um
    Freundschaften, sondern um Online-Reputation. Desahalb sollten Sie
    immer auf Ihre Online-Profile verweisen.
  6. Seien Sie einfach sympathisch und gehen Sie mit anderen Netzbewohnern freundlich um, damit diese es Ihnen gleichtun können.

Welche weiteren Tipps haben Sie vielleicht noch?

Erst wenn sich andere Menschen an Ihren Ideen, Konzepten und Inhalten
erfreuen, zahlt das auf Ihren Humand Brand und damit in Ihre
Online-Reputation ein. Deshalb sollten Sie Ihre innovativen Gedanken
der Welt mitteilen, statt ihre großen, überdimensiert wichtigen
Geheimnisse und Ihr Ego zu pflegen. Das funktoniert immer weniger.
Deshalb wagen Sie sich ins Online-Leben, teilen Sie sich mit (in
Kommentaren und Blogartikeln) und bauen Sie eine starke Online-Identiät
auf.

>> myON-ID-Blog: Sichern Sie sich eine gute Online-Identität
>> PR Blogger: Echt oder Falsch: Ihr Online-Profil?
>> PR Blogger: Auf der Suche nach der verlorenen digitalen Identität
>> PR Blogger: Leben mit der Online-Öffentlichkeit
>> Viele Links zum Thema Online Reputation bei Friendfeed

Klaus Eck