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Twitter-Medien: Spiegel Online setzt auf Tweets

Der Microbloggingservice Twitter wird immer populärer. Seit heute nutzt Spiegel Online ebenfalls Twitter als "praktische Kurzmitteilungs-Plattform" und vertreibt darüber "Schlagzeilen, Eilmeldungen, Satire-Schmankerl und alles andere". Allerdings scheint es in der Spiegel-Online-Redaktion einige Missverständnisse zu geben: So heißt es in einer Erläuterung:

"Hunderttausende Menschen nutzen diese Mitteilungsplattform bereits, um auf dem Laufenden zu bleiben, was ihre Bekannten gerade so treiben."

Hierzulande mögen es in der Tat nur einige Hundertausende sein, die regelmäßig ihre Gedanken in die Twitterwelt schicken, doch weltweit sollen es sogar schon rund 6 Millionen Nutzer sein, heißt es zumindest aus dem Hause Twitter selbst. 

Zudem bleiben die Twitter-Accounts des Hamburger Nachrichtenmagazins (zumindest vorerst) eine digitale Einbahnstraße. Denn die Twitter-Follower erhalten beim Spiegel wie in einem Newsletter oder RSS-Feed ihre News Alerts, aber können vermutlich nicht mit den Medientwitterern kommunizieren. Als Dialogmedium scheint die Spiegel-Online-Redaktion Twitter nicht angelegt zu haben oder nutzen zu wollen. Ein Blick auf die Following-Zahlen macht dies trotz der frühen Phase bereits sehr deutlich. Das ist mehr als schade. 

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Dass es auch anderes gehen kann, zeigen andere Medienangebote auf Twitter deutlich: Auf der Medienlese gibt es einen kleinen Überblick über Medientwitterer und sogar Medien-Twitter-Charts vom August 2008, in denen das frischgestartete Spiegel Online naturgemäß noch nicht vertreten ist. 

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Aktueller ist eine Medien-Twitter-Liste auf Sozialgeschnatter für alle Medienfreunde. Anscheinend hat das Nachrichtenmagazin auch nicht aus den Zahlen von Focus Online gelernt. Dort spielt die Kommunikation mit den Lesern auf Twitter ebenfalls keine Rolle. Das ist deutlich am Verhältnis von Following und Follower erkennbar. Selbst nach einigen Monaten (automatisierter ?) Twitterartikel scheinen die Leserzahlen auf Twitter zu stagnieren. 

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Auf ganz andere und pesönlichere Konzepte setzen die Twitterer bei Weltkompakt, DerWesten und Turi2. Dort verlassen die Medienschaffenden ihren Platz und treten mit anderen Twitterern in den direkten Dialog. Das macht sich auch in den Zahlen bemerkbar. 
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Nur wer sich auf seine Leser einlässt und mit ihnen kommuniziert, der bleibt auf Twitter relevant. Medienhäuser sollten deshalb Twitter als Social Media Publishing-Instrument durchaus ernst nehmen und sich in der Twitterwelt vom herkömmlichen Online-Publizieren (und damit von der Einbahnstraßenkommunikation) verabschieden. Erst dann können sich Erfolge wirklich einstellen. Wie das funktionieren kann, zeigt die positive Entwicklung von Focus Online in den AGOF-Zahlen.

Vielleicht haben Sie ja auch noch einige Tipps für die Twitterartikel auf Spiegel Online? Gefallen Ihnen die Twitter-Feeds oder was würden Sie stattdessen lieber in den Tweets lesen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

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Klaus Eck