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Vertikale Netzwerke – eine neue Vermarkter-Heimat für Blogger?

Aus den USA
schwappt derzeit eine Entwicklung über den Atlantik, die auch für Blogger
interessant sein könnte, sofern sie mit Werbung dazu verdienen wollen: die
sogenannten „vertikalen Netzwerke“. Nach der
Devise „gemeinsam stark“ schließen sich Websites aus dem Long Tail und dem „Mid
Tail“ zu einer Vermarktungsgemeinschaft zusammen. Sie verbindet das gleiche
Oberthema, zum Beispiel Entertainment, Autos oder Wellness. In den USA gibt es
inzwischen eine Fülle solcher „vertical networks“ aus Tausenden von Mitgliedern.
Die US-Fachpresse berichtet ausführlich.

Hierzulande
entstehen gerade die ersten vertikalen Netzwerke, etwa Fantastic Zero, ein
Entertainment-Netzwerk für junge Männer, das unser Kompetenznetzwerk
imagecapital nutzt. Oder das Frauenthemen-Netzwerk fem.com. Oder die Konkurrentin
glam.com, die nun mithilfe des Burda Verlags den deutschen Markt erobern will.

Auch Blogs
werden gerne in diesen vertikalen Netzwerken als Mitglieder aufgenommen. Was
ein Blogbetreiber von einer solchen Mitgliedschaft hat? In vertikalen
Netzwerken picken sich Werbekunden nicht, wie bei klassischen Vermarktern,
einzelne Werbeträger heraus. Stattdessen werden ihre Kampagnen netzwerkübergreifend
platziert. Auf diese Weise soll jedes Mitglied etwas vom Etat bekommen
– und nicht vorwiegend die Stars unter den Mitgliedern. Für Blogger könnte sich
die Mitgliedschaft in einem vertikalen Netzwerk also durchaus lohnen. „Dabei
sollten die Blogger genau prüfen, welche Werbekunden ein solches Netzwerk hat –
sie müssen so gut wie möglich zum Blog passen. Sonst besteht die Gefahr, zu
wenig vom Werbekuchen abzubekommen“, rät Richard Joerges, Unternehmensberater
bei ContentXperten.de sowie Vorstandsmitglied der Arbeitsgruppe Social Media
(AGSM). Jörges hat sein IT-techBLOG.de dem jungen Netzwerk Fantastic Zero
angeschlossen. Ein weiterer Pluspunkt könnte sein, dass das Blog-Image von der
Partnerschaft mit prominenten, größeren Sites profitieren kann.

Allerdings muss
sich ein jedes Netzwerk-Mitglied den Regeln des Betreibers anpassen, etwa an
vorgegebene Bannerformate. „Klar, ein erfolgreiches vertikales Netzwerk basiert auf klaren Regeln, die für alle Mitglieder gelten.
Unsere Partner akzeptieren das aber gerne, weil sie die Vorteile erkennen,
die eine solche Gemeinschaft bietet“, sagt Aric Austin, Geschäftsführer und
Gründer von Fantastic Zero.

Das Interesse der Medienwirtschaft an vertikalen Netzwerken wächst. Auch wunder media, Mitgründer von Fantastic Zero und fem.com, wird groß einsteigen: „Das ist ein interessanter Markt, an dem wir uns weiterhin stark beteiligen werden. Dazu haben wir die Vertical Network GmbH gegründet, über die wir in den kommenden Monaten mehrere vertikale Netzwerke aufbauen und betreiben werden. Das Interesse der Investoren und Medienhäuser untermauert dieses Geschäftsmodell", sagt Armin Nusser, Geschäftsführer bei wunder media und der Vertical Network GmbH sowie Mitgründer von fem.com und Fantastic Zero.

Manchem Blogger
mag genau dieses nicht behagen: Das Interesse der Medienhäuser, darunter Schwergewichte wie Burda (glam), die
PubliGroupe (Fantastic Zero) und die ProSiebenSat.1 Media AG (fem.com), die als Netzwerk-Inhaber oder -Teilhaber mitbestimmen. Andererseits sorgen sie für die nötige Professionalität
in der Vermarktung, die auch kleineren Mitgliedern zu Gute kömmen könnte.

Für Blogger
können vertikale Netzwerke also eine interessante Vermarktungs-Heimat bieten.
Man muss dazu jedoch kooperativ sein und Werbestrategien akzeptieren, die andere aufstellen.

Doris Eichmeier, imagecapital