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Online Reputation Management 6: Verlagsberater Bernd Pitz setzt auf Xing

In unserer Interview-Serie habe ich diesmal den Verlagsberater Bernd Pitz befragt, der alle Google-Fundstellen mit seinem Namen zu dominieren scheint. An erster Stelle steht bei ihm zurzeit noch sein Xing-Profil. Bernd Pitz erklärt in dem Reputation-Interview, warum das so ist und wie Sie Ihre Webadresse effektiv für Ihre Reputation einsetzen können.

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1. Im Internet habe ich bei Google insgesamt rund 2.150 Beiträge zu
"Bernd Pitz" gefunden? Einen Namensvetter scheint es gar nicht zu
geben, dabei sind mindestens 15 im Telefonbuch eingetragen.
Anscheinend machen Sie es Ihren digitalen Doppelgängern nicht leicht?
Was machen Sie besser?

Um diese Frage zu beantworten, musste ich jetzt selbst erst mal googeln. Es scheint mindestens noch einen Bernd Pitz zu geben. Da ich mich seit
einigen Jahren, erst beim Europa-Fachpresse-Verlag (u.a."W&V") und seit
eineinhalb Jahren selbständig, mit Internet-Themen beschäftige und mich zu
Online-Strategie und Online-Marketing öffentlich äußere, sei es als Referent
oder in Blogbeiträgen, bin ich natürlich im Internet leichter "findbar" als
ein Namensvetter von mir. Das sagt für mich aber über meine Namensvetter
noch überhaupt nichts aus.


2. Eine Online-Recherche zeigt mir, dass Sie viele Fachartikel auf
diversen Plattformen veröffentlicht haben, bei Xing aktiv sind und
auch bloggen. Was bringt Ihnen das für Ihr digitales Erscheinungsbild?

Ich habe eine jetzt fast ein Jahr lang meine eigene Website einfach auf mein
Xing-Profil umgeleitet. Das war erst nur als kurzes Experiment geplant, aber
die Wirkung war so gut, dass ich die Weiterleitung nicht mehr rausgenommen
habe. Warum? Bei Xing kann ich sehen, wer "meine Seite" besucht hat. Da
bekomme ich Namen und Firma, nicht eine IP-Adresse im Logfile des Servers.
Ich veröffentliche deswegen auch auf anderen Plattformen, weil ich glaube,
dass eine eigene Website allein einfach nicht ausreicht.


3. Was ist Ihr persönliches Reputationsziel? Wie wollen Sie als Person
online wahrgenommen werden? Was ist Ihre digitale Identität?

Ich will wahrgenommen werden. Das ist für mich als Selbständiger unheimlich
wichtig. Und zwar im richtigen Umfeld, wie man so schön sagt. Also ist es
gut, wenn ich als Berater im Umfeld von Online-Marketing und Web 2.0-Themen
wahrgenommen werde. Das ist für mich ein wichtiger Teil meines Marketings.

Anhand
meiner Social Media Aktivitäten kann man vielleicht sogar besser sehen, wie
aktiv, wie vernetzt ich bin. Und daraus dann seine Schlüsse ziehen. Ich bin
mir aber nicht sicher, ob das schon viele tun. Wenn ich Verlage bei deren
Social Media Aktivitäten berate, dann können meine Auftraggeber jedenfalls
sehen, dass ich nicht nur darüber reden kann, sondern dort auch wirklich
aktiv bin.

4. Wer online Stellung bezieht, muss auch mit Angriffen rechnen. Was
haben Sie in dieser Hinsicht erlebt? Welchen Tipps können Sie im
Umgang mit Online-Kritik geben?

Ich habe bislang nur einen solchen Angriff erlebt, aber ich wurde wenigstens
nicht persönlich bzw. namentlich angegriffen. Wir haben es letztlich
ausgesessen. Und erst vor ein paar Wochen wollte mich dann der "Angreifer"
plötzlich in einem Social Network zu seinen Kontakten hinzufügen. Bei
solchen Angriffen generelle Tipps zu geben ist schwer. Zwei generelle Tipps
vielleicht:
1. Zuerst eine Nacht drüber schlafen.
2. Keine Reaktion ohne vorher eine zweite Meinung eines Unbeteiligten
eingeholt zu haben.

5. Wen lernen wir eigentlich online kennen? Ist der private Bernd Pitz
derselbe? Wie schützen Sie Ihre Privatsphäre online oder ist Ihnen das
egal?

Ich führe kein privates Blog, twittere nicht, was ich am Abend oder am
Wochenende unternehme, es gibt keine privaten FlickR-Bilder, keine
HolidayCheck-Bewertungen.

6. Welches Fachbuch und welcher Roman hat Ihnen in letzter Zeit
besonders gefallen?

Am Wochenende kam endlich frisch aus den USA "Groundswell" der beiden
Forrester-Experten Charlene Li und Josh Bernoff, die in Ihrem Buch
beschreiben, welche Chancen Social Media den Unternehmen bieten. Mehr dazu im sehr
lesenswerten Blog von Charlene Li.
Und ich lese gerade (wenn ich mal wieder irgendwo warten muss) von Alex
Capus "Eine Frage der Zeit". Irgendwie eine irre Geschichte: Kaiser Wilhelm
lässt ein Dampfschiff zerlegen und am Tanganikasee südlich des
Kilimandscharo wieder zusammenbauen. Gleichzeitig lässt auch Churchill zwei
Kanonenboote auf dem Landweg zu diesem See schleppen. Und plötzlich findet
der Erste Weltkrieg auch mitten in Afrika statt.

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Klaus Eck