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Eine kleine Geschichte der Politik

Na – das war ein "Super Dienstag…" Regen, bewölkt, morgens kalt, abends warm.. Da schaut man doch lieber  Internet. Vom Sofa aus. Da hat man den Eindruck, dass es in den USA nur ein Thema gab. Die Vorwahlen. Das Netz ist voll davon. Twittervision wurde umgebaut, so dass man im Sekundentakt die Aufregung via Twitter mitmachen konnte. Die Blogs liefen heiß. Die Websites der Parteien sammelten fleißig Spenden. Berühmte Gesichter bezogen Stellung zu "Ihrem" Kandidaten. (Mittlerweile) berühmte Körper auch.

Irgendwie wünscht man sich das in Deutschland ebenfalls: Engagement, Spass, Spannung. Aber ich habe beschlossen, nicht darüber zu schreiben, was unsere Parteien aus dem US-Wahlkampf lernen können. Das liegt nicht daran, dass sie nicht was lernen könnten. Auch nicht am völlig anderen Wahlsystem. Oder am anderen Spendensystem und den nicht zu vergleichenden Budgets. Das liegt wohl einfach an der deutschen Mentalität.

Auch bei uns wird über Wahlen und Politik getwittert, es gibt Blogs von Politikern, die Blogger schauen genauer hin, aber irgendwie kommt kein Schwung in die Sache. Wen interessieren denn hierzulande Vorwahlen? Dabei geht es dort spannend zu. Da wird um Listenplätze gekämpft, Stimmen gesammelt, Mehrheiten berechnet. Nur – solange es kein großes Medienthema ist und trocken wie die Sahara kurz vor dem ersten Regen, kommen wir nicht annähernd an das Thema heran.

Zum einen fehlt die kritische Masse. Wenn ein US-Youtube- Video 1 Mill. Abrufe hat, wären es in Deutschland im besten Fall 200.000. Das fällt auf so einer Plattform gar nicht auf.
Am meisten fehlt es aber am KnowHow, an der Überzeugung, dass Kommunikation das Wichtigste ist und schlicht am Enthusiasmus der Politiker. Kann man sich einen mitreißenden Obama in Deutschland vorstellen? Ja, kann man, wenn er nur irgendwo wäre. Eigentlich gibt es nichts Spannenderes als Politikwerbung. Eigentlich.

Michael Domsalla, KMTO