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Studie: Weniger Ich – mehr Wir

Unsere gesellschaftlichen Werte verändern sich zurzeit grundsätzlich. Das zeigen nicht nur die Diskussionen um Social Media, sondern wird auch durch einige neuere Studien belegt. Es geht den Menschen langfristig um
„Weniger Ich (und) mehr Wir“, so ein Ergebnis der Studie „Delphi2017 – Was Menschen morgen bewegt“. Sie prognostiziert einen deutlichen Wertewandel in Deutschland. Herausgegeeben wird die Studie  vom  Heidelberger Marktforschungsunternehmen GIM. Sie erscheint im April 2008 als Buch.

Demnach gibt es fünf zukunftsrelevante Grundorientierungen, die in den nächsten zehn Jahren für Lebensbereiche wie Gesundheit, Bildung, Arbeit, Familie und Konsum prägend sein sollen:

1. Managing „Dutility“: Funktionieren im System

2. Living Substance: Zurück zum Wesentlichen

3. Embedding Individuality: Weniger Ich – mehr Wir

4. Creating „Lifeholder Value“: Gestalten und Partizipieren

5. Engaging in a Sane Society: Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung

Besonders die „Embedding Individuality“ zeigt sich in vielen gesellschaftlichen Strömungen. Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeiten des Social Networkings oder werden Teil einer Online-Community. Damit scheint die Me-Gesellschaft, in der das Individuum im Mittelpunkt steht, ihren Endpunkt zu erreichen. Stattdessen lassen sich die Menschen hierzulande wieder auf soziale Gemeinschaften ein und opfern dafür sogar ihre Ansprüche auf individuelle Selbstverwirklichung. Doch im Gegenzug für die Übernahme von mehr sozialer Verantwortung werden die Menschen belohnt: Sie können sich konkrete Hoffnung auf persönliche Benefits machen, meinen die Marktforscher:

"Die bürgerliche Mitte wird sich um das Thema ‚Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung’ neu konstituieren", lautet ein Resümee der GIM-Forscher Dr. Kerstin Ullrich und Dr. Christian Wenger.

Das zeichnet sich bereits anhand der LOHAS-Bewegung und den US-Diskussionen um den Klimawandel ab.

An der neuen Delphi-Studie haben mehr als 40 Experten aus Deutschland und sechs weiteren Ländern mitgewirkt. Aus den fünf Grundorientierungen haben die Experten die Anforderungen für zukunftsorientiertes Marketing abgeleitet. Sie müssen Teil sozialer Gemeinschaften werden, denn stärker als bisher erwarten die Verbraucher, dass Marken sowohl Nutzen als auch Sinn stiftend sind. Unternehmen sollten Dienstleistungen und Technologien anbieten, die Menschen entlasten und ihnen helfen, Zeitpuffer im Alltag zu gewinnen. Zudem wollen Konsumenten klare und dauerhafte Markenversprechen erhalten. Das entspricht ihrem wachsenden Bedürfnis nach Sicherheit, Orientierung und Verlässlichkeit. Wenn Unternehmen sich als Marke entsprechend positionieren, Kontinuität und Wiedererkennbarkeit anbieten, dann können Sie bei einer Begleitung durch adäquate Reputationsmaßnahmen in Zukunft davon profitieren.

>> PR Blogger: Studie "Delphi2017 – Future Values" kommt
>> Erste Ergebnisse der Studie (PDF)

Disclaimer: GIM wird von meiner Kollegin Heike Bedrich im PR-Bereich unterstützt. Bei ihr kann man auch das ausführliche Exzerpt zur Studie bestellen unter gim@talisman-pr.de.

Klaus Eck