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Mediziner unter Beobachtung

Mehr Transparenz im Medizinbereich versprechen einige Web 2.0-Gesundheitsportale im Netz: Immer mehr unzufriedene Patienten können ihren Unmut über die Ärzteschaft online freien Lauf lassen. Das wirkt sich auf die Wahrnehmung der Ärzteschaft aus. Nicht nur Empfehlung eines Freundes oder einer Bekannten sind wichtig, nein, inzwischen spielt auch die digitale Mundpropaganda eine entscheidende Rolle in der Wahrnehmung von Medizinern. Wie ist es um deren Reputation wirklich bestellt?

In
Gesundheitsportalen wie Imedo, Helpster oder Topmedic
berichten die Patienten über ihre Erfahrungen mit den Ärzten und benoten sie. All das ist öffentlich
zugänglich. Die Patienten können sich im Web
bequem über einen Arzt in ihrer Nähe informieren und ihre Entscheidung für ihn anhand der Bewertung anderer Patienten überprüfen. Allgemeine Adressangaben aus den Gelben Seiten
werden hierbei des Öfteren mit Google-Maps, mit der Beurteilung und dem Kommentar über die
ärztlichen Leistung zusammengeführt.

Das wachsende Interesse an Online-Beurteilungen zeigt das erst Ende Oktober 2007 gestartete neue
Patientenportal DocInsider. Ingo Horak, Gründer
und Geschäftsführer von DocInsider GmbH
ist sichtlich zufrieden mit der Entwickelt. So resümiert er: "Innerhalb der ersten 48 Stunden wurde die Seite 180.000 Mal
aufgerufen. Die Nutzer bleiben durchschnittlich fünf Minuten auf der
Seite." Die gegenwärtig gestartete Medienkampagne "Gehen Sie jetzt ins Internet, Frau Ulla Schmidt" soll die Patienten neugierig auf das neue Bewertungsportal machen.

Als Arzt sollte man sich heutzutage mit seiner eigenen digitalen Reputation auseinandersetzen und zumindest damit rechnen, dass es in Zukunft wichtiger wird. Ansonsten könnten die negativen Bewertungen sich tatsächlich aufs reale Medizin-Business auswirken. Im Tourismus weiß man heute, welche Bedeutung derlei Bewertungsportale für die Entscheidungen der Reisenden haben. Schon bald könnte das Internet bei der Auswahl des kompetenten Arztes entscheidend sein. Obwohl die oftmals anonymen öffentlichen Beurteilungen umstritten sind, zeigt ihre Beliebtheit doch, dass es ein großes Interesse an persönlichen
Meinungen im Gesundheitswesen gibt.

Informieren Sie sich via Internet über Ihre Ärzte oder wirkt das Ihnen noch abwegig?

Klaus Eck