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Studie: Nicht ohne meine Zeitung

In vielen Haushalten liegt eine Zeitung morgens im Briefkasten,
wird am Frühstückstisch überflogen und landet einige Stunden später im
Papierkorb. Am nächsten Tag ist das Printprodukt veraltet und
vergessen. Klingt nicht gerade nach einem Zukunftsmodell oder? Dennoch wollen 78 Prozent der Deutschen nicht ohne Zeitungen als Informationsquelle leben. Das ergab eine repräsentativen Emnid-Umfrage, die einigen Verlegern die Angst vor der digitalen Zukunft nehmen könnte. Jedoch sollten sie sich trotzdem nicht beruhigt zurücklehnen, sondern müssen mit einem veränderten Informationsverhalten der Onliner rechnen. So messen rund 61 Prozent der Befragten der digitalen Medienwelt
eine wachsende Bedeutung zu.

49 Prozent glauben sogar, dass das sich ihr Informationsverhalten noch weiter verändern wird. Die Bedeutung des
Internet für das zukünftige Kommunikationsverhalten lässt sich auch aus der Forderung ableiten,
die 90 Prozent aller Befragten stellen: Sie sind der Meinung, dass der Umgang mit dem Internet
in Schulen erlernt und Unterrichtsfach werden sollte.

Anscheinend fühlen sich drei Viertel der Nutzer von den Informationsfluten überfordert und können diese kaum noch handhaben. Nicht weiter verwunderlich, dass sich deshalb knapp 50 Prozent sicher sind, dass es einen Trend „zurück zur Zeitschrift/Zeitung“ geben wird, wenn der Internet-Boom abgeklungen sei.

Vermutlich dürften sie darauf angesichts der voranschreitenden Digitalisierung unserer Lebenswelten lange warten. Dennoch sollten man auf dieses Bedürfnis reagieren, indem der Umgang mit der Vielfalt des Internets vermehrt in den Schulen und Universitäten gelehrt wird. Ein Web 2.0-Projekt für Schulen und ein Training in Sachen Medienkompetenz wäre daher sicherlich sinnvoll.

>> PR Blogger: 400 Jahre Zeitung
>> Sueddeutsche Zeitung: Frank Schirrmacher: Zeitung und Internet
>> Spiegel Online: Das Internet ist an allem schuld

Klaus Eck