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Unternehmen sollten ihre Informationen nicht im Netz verstecken

Wer online als Journalist recherchiert, wird auf den Websites von Unternehmen oftmals nicht fündig. Meistens vermissen die Journalisten dabei Fakten, Hintergrundinformationen und weiterführende Links zu Quellen und letztlich Dialog-Angebote. Das ergab eine aktuelle Umfrage unter Journalisten der Wirtschafts-, Fach- und Publikumsmedien, die das Marktforschungsinstitut Smart Research im Auftrag der PR-Agentur Storymaker durchgeführt hat.

Wenig überraschend war, dass 95 Prozent der befragten Journalisten inzwischen Google für ihre Arbeit nutzen. Nach dem Online-Archiv der eigenen Redaktion (87 Prozent) folgen bereits an dritter Stelle als Recherchequelle die Unternehmenswebsites mit 86 Prozent.  Die Online-Enzyklopädie Wikipedia steht mit 74 Prozent auf Rang vier. Hingegen spielen Foren, Blogs, Xing, Flickr oder YouTube bisher bei den meisten Journalisten keine große Rolle. Dennoch betrachten immerhin fast 20 Prozent der Journalisten die Web 2.0 Instrumente inzwischen als relevant für ihren Arbeitsalltag.

Die Frage nach der Relevanz stellt sich immer wieder bei Blogs. Zwar muss niemand alle Blogs lesen, aber es empfiehlt sich, diese aufmerksam zu verfolgen. Diese Ansicht teilen zumindest die Journalisten, die an einer früheren Umfrage der Nürnberger Kommunikationsagentur Flutlicht im Februar 2007 teilgenommen haben.

Von den damals 170 befragten Journalisten der Flutlicht-Umfrage nutzen 70 Prozent regelmäßig
Blogs als eine Art Stimmungs- und Trendbarometer innerhalb ihres
Alltags. Davon greifen nochmals rund 17 Prozent täglich, 13 Prozent im
wöchentlichen Turnus, 2 Prozent monatlich und 38 Prozent nur ab und zu
auf Weblogs zu. Deutlich wird hierbei, dass Journalisten Blogs gerne
als nützliches Recherchetool ansehen, um sich schnell zu einem Thema
ein umfas­sen­des Meinungsspektrum einzuholen.

Am meisten fehlen den Journalisten laut  Smart Research Kontaktdaten auf der Website.
99 Prozent der insgesamt 294 Befragten gaben an, dass das für sie nicht
akzeptabel sei. Das zeigt wieder einmal deutlich, dass eine
E-Mail-Adresse wie info@unternehmen.de einfach nicht ausreicht, um
journalistische Kontakte aufzubauen. Dazu sollten Unternehmen
vielfältige Angebote für ein gezieltes Networking machen. Auch auf
ihrer eigenen Website.

Via Corporate Blog können Unternehmen Leser an ihre Ideen, Meinungen
und Interessen heranführen. Schließlich kann ich dadurch den Blogleser in
mein "Haus" (Corporate Blog) einladen, ihn mit guter Lektüre bewirten
sowie mit ihm via Kommentar sprechen und auf diese Weise sein Vertrauen
erwerben. Das wirkt wesentlich glaubwürdiger als ein potemkinsches Dorf, dass nur aus hübschen Fassaden (Websites) und info@unternehmen.de-Adressen zu bestehen scheint.

>>  Netzökonom: Journalisten mögen Google, aber nur selten Blogs
>>  PR Blogger: Studie: Viele Journalisten nutzen Blogs bei der Recherche

Klaus Eck