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Die fehlende digitale Souveränität

Digitale Spuren hinterlassen wir jeden Tag. Oftmals ohne, dass wir darüber nachdenken. Zum einen führen unsere Online-Aktivitäten dazu, dass wir selbst im Web immer sichtbarer werden. Dazu tragen wir bei, indem wir bloggen, kommentieren, podcasten, Bilder auf Fotoportale stellen, Microblogging-Channels wie Twitter nutzen, unsere Social Networks pflegen oder Social Bookmarks setzen.

Darüber hinaus müssen wir damit rechnen, dass sich die digitale Mundpropaganda auch mit unserer Person oder unserem Unternehmen beschäftigt. Schließlich werden wir fotografiert, gefilmt und gebloggt. Der Information Overload lässt uns hierbei kaum noch die Chance, über unsere eigenen Daten den Überblick zu behalten.

Bei einer einfachen Google-Recherche entsteht für jeden Betrachter ein erstes Online-Profil von uns, eine digitale Reputation, die sich auf die Jobchanchen von Bewerbern, die eigene Karriere oder unsere Akquisitionsbemühungen unmittelbar auswirken kann. Schließlich zählt der erste digitale Eindruck im Google-versum.

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Oftmals vergessen wir hierbei auch noch andere Dimensionen und dass unsere digitale Rundum-Überwachung längst Teil unseres Alltags ist. Der Designer Johannes Widmer hat dazu vor einigen Wochen eine Flash-Präsentation "Panopti.com" erstellt, die uns deutlich auf die Gefahren der digitalen Durchdringung unseres Lebens hinweist. Wer sich nicht darüber im klaren ist, welche Online-Spuren er hinterlässt, könnte irgendwann damit unfreiwilligerweise konfroniert werden.

Sein Panopti.com visualisiert mit sehr anschaulichen schattenrissartigen Bildern, wie sehr das Digitale uns heute schon bestimmt und zeigt deutliche Risiken dieser Überwachung auf. Jedermann hinterlässt am Schreibtisch (PC), im Supermarkt (Rabattmarken, RFID), beim Fernsehen und via Handy elektronische Spuren, ohne darüber nachzudenken. Sehr schnell stellt sich hierbei die Frage, ob wir überhaupt noch unsere eigene digitale Souveränität erhalten können oder schon längst Objekt digitaler Begehrlichkeiten geworden sind, auf die wir kaum noch persönlich einwirken können. Wer sich schützen will, sollte regelmäßig über seine Schritte ins Digitale nachdenken, sich aktiv um seine Google-Präsenz kümmern und möglichst wenig dem Zufall überlassen.

>> Spiegel: PANOPTI.COM – Die schöne neue Welt der Überwachung
>> Jetzt.de: Schwerpunkt Überwachung
>> Sueddeutsche.de: Heribert Prantl: Der artgerechte Staat (Kommentar)
>> PR Blogger: Unternehmen unter der Lupe 2.0

Klaus Eck