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PR und Usability

Heute morgen bekam ich eine PR-Meldung der Heidelberger Sinus Sociovision GmbH, die voll und ganz bestätigte, dass ich kein Mensch blinder Vorurteile bin. Denn zwei meiner Vorurteile werden von den Sinus Sociovision-Forschern bestätigt. Das erste: "Unternehmen vernachlässigen bei der Produktentwicklung zunehmend die Bedürfnisse ihrer Kunden." Dem Kunden, so die Heidelberger, gehe es nicht um höher, weiter, schneller, sondern um klare Nutzungsvorteile in ihrem Alltag. Mit nutzerorientiertem Design und bedienfreundlicher Produktentwicklung ließe sich, so die Empfehlung, einem negativen Trend entgegenwirken und Wettbewerbsvorteile erreichen.

Nun zum zweiten Vorurteil, der mangelnden Usability von PR-Meldungen. Neugierig geworden, was sich hinter dem knappen PR-Anreißer verbirgt, treffe ich auf die Empfehlung: "Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in der angehängten Pressemitteilung und im neuen online-Newsletter NAVIGATOR."
Wo bleibt die Usability der PR-Meldung? Erst durch drei, vier Klicks und Suchen auf der Website bzw. nachdem sich das PDF öffnet, erfahre ich mehr – falls ich Zeit und Lust habe dieses interaktive Procedere fortzusetzen.

Schade. Ein Unternehmen, das Dritte bei ihrer Kundenorientierung beraten will, bestärkt meine Vorurteile, dass bei PR oft zu wenig auf die Nutzerfreundlichkeit geschaut wird – nicht zu reden von inhaltlichen Themen. Aber gerade die Nutzerfreundlichkeit ist der Türöffner beim Empfänger.
Sinus Sociovision steht hier nicht alleine. Fraunhofer stellt die Fülle der Innovationen auch gerne mit diversen Links dar. PR als Holschuld oder Versendung ins Nirwana? Oder Verzweiflung der Sender, die viel weniger über die Empfänger wissen als sie jemals beim Kunden zugeben würden?

Roland Keller