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Der Deutsche Olympische Sportbund reagiert auf Blogger

Manchmal ist es hilfreich, wenn man miteinander spricht. Das zeigt sich vermutlich auch im Falle des Saftblogs. Frank Herold hat seine Kontakte zum Deutschen Olympischen Sportbund genutzt und lässt dessen Pressesprecher Michael Schirp auf seinem Blog Marketing-Blog.biz zu Wort kommen (und weist in zahlreichen Blogs via Kommentar auf seine Initiative hin). In dem auch auf dem Saftblog dokumentierten Text erläutert Schirp seine Sicht der Dinge und macht deutlich, dass der Deutschen Olympische Sportbund in erster Linie seine Markenrechte schützen will gegenüber Trittbrettfahrern, die im "Windschatten eines Symbols wie den Ringen segeln". Das ist natürlich sein gutes Recht. Ein wenig beklagt er, dass die Saftblogger bisher noch gar nicht auf die Klageschrift reagiert hatten, insofern kann der Abmahner nicht unbedingt berurteilen, ob es sich um einen "kleinen Fisch" handelt oder nicht.

Der Pressesprecher sieht in der ersten Reaktion der Kelterei Walther, das Corporate Blog schließen zu wollen, eher eine Überreaktion: "Wenn ich in einer Zeitung, im TV oder im Internet eine Marke verwende, die mir nicht gehört und abgemahnt werde, dies zu unterlassen, werde ich dies tun. Und sicher nicht sagen, ich stelle die Zeitung ein, ich schließe den Sender, ich nehme ich den blog vom Netz? Schon gar nicht, wenn es sich wie in diesem Fall nicht um ein Presseorgan, um das zentrale Werbe- und Marketing-Tool eines Unternehmens handelt."

Niemand hat von der Kelterei verlangt, auf ein Corporate Blog zu verzichten, selbst wenn die Abmahnungshöhe von 150.000 Euro erst einmal einschüchternd wirkt. Das macht der Pressesprecher Schirp mit seiner Aussage sehr deutlich, zumal er sehr charmant die Saftblogger lobt: "Grundsätzlich mag ich Saft. Und mag auch Corporate Blogs, also die Weiterentwicklung normaler Unternehmens-Websites zu interaktiven Werbe- und Marketing-Plattformen. Und es freut mich, dass das Marketing und die Umsätze der Firma Walther mit Hilfe des Saftblogs einen derart rasanten Aufschwung nehmen konnten."

Aufgrund dieser Äußerungen können wir vermutlich davon ausgehen, dass die Macher des Saftblogs zwar einen gewissen Dämpfer erhalten haben, was das Online-Publizieren angeht, aber vermutlich mit dem Schrecken davonkommen und weiterhin ein Teil der Business Blogosphäre bleiben, was ich für mehr als wünschenswert halte. Und das nicht nur, weil es mir immer wieder in meinen Seminaren als Beispiel für ein gut gemachtes Corporate Blog dient. Dennoch bleibt ein Nachgeschmack: Corporate Blogger müssen sehr sorgfältig bei ihren Veröffentlichungen sein, ansonsten können sie in der Tat ihr blaues (teures) Wunder erleben.

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Klaus Eck

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