Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

Was wir von Harald Schmidt lernen können

1 Minuten Lesedauer

Alles kommt raus. Damit stimme ich mit dem begnadeten deutschen Entertainer Harald Schmidt überein, der in dieser Woche ein langes Zeit-Interview gegeben hat. Darin äußert er sich auch über das Thema Tyrannei der Öffentlichkeit, die unmöglich macht, die eigene Privatsphäre noch zu wahren. Jeder scheint Harald Schmidt zu kennen. Deshalb kann er sich kaum noch unerkannt bewegen.

"Wenn Sie so wie ich in der Öffentlichkeit stehen, rechnen SIe mit jeder Art von Vorwurf. Also spielen Sie das durch, was könnte kommen, wie reagiere ich darauf? Ich bin mir sicher: Heutzutage bleibt nichts geheim, allles kommt raus. Nur ein Beispiel: Irgendwann, als ich abends am Kölner Hauptbahnhof in ein Taxi stieg, fragte mich der Fahrer: Na, wie war die Scholle? Sein Schwager hatte in Husum gesehen, wie ich eine Scholle bestellt habe. Sie können also davon ausgehen, dass ich 24 Stunden am Tag von meinen Fans überwacht werde."
Harald Schmidt in einem Zeit-Interview vom 23. November 2006

Nicht viel anders ergeht es inzwischen jedem Einzelnen. Es werden ständig neue Aussagen über uns online gestellt, ohne dass wir unsere digitalen Spuren noch kontrollieren können. Jede öffentliche Bewegung und Bemerkung kann von unbekannten Leser-Reportern genauso wie von Bloggern, Handyfotografieren und -videofilmern festgehalten werden. Auf das Persönlichkeitsrecht nehmen nur wenige Rücksicht, weil die meisten Onliner es noch nicht einmal kennen und in aller Naivität ihren Content publizieren.

Das wirkt sich natürlich auf unser öffentliches digitales Erscheinungsbild – unsere digitale Reputation – aus. So mancher Blogartikel liefert den sinnbildlichen Fisch, den wir erst vor kurzem verspeist haben und führt uns überraschenderweise vor Augen, wie öffentlich inzwischen jeder von agiert, wenn er seinen beruflichen Tätigkeiten in der Kommunikationsbranche nachgeht. Richard Sennetts grandioses Buch über die "Tyrannei der Intimität" erhält durch die zunehmende Digiitalisierung unserer Lebenswelten eine neue und interessante zusätzliche Wendung, die erneut belegt: Alles kommt raus …

Klaus Eck

technorati tags:öffentlichkeit, Blogs, Reputation, PR, Marketing, Kommunikation, Schmidt

Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

7 Replies to “Was wir von Harald Schmidt lernen können”

  1. Es ist doch wie im echten Leben: Informationen findet nur, wer danach sucht. Wir hatten neulich eine Personalausschreibung veröffentlicht, verbunden mit der Vorgabe, ein Unternehmensporträt – gern auch ein Unternehmerporträt – zu schreiben. Was erreichte uns: Ausschließlich Inhalte aus dem offiziellen Webauftritt. Angehende Journalisten (!) sind nicht einen einzigen Meter vom Pfad abgewichen! Kein Nebenprojekt, keine Information aus meinem bisherigen Leben, nix, rein gar nix. Also: Nur wer sucht, der findet auch.

  2. Nicht einen Meter

    PR-Blogger Klaus Eck schreibt in seinem neuesten Beitrag Was wir von Harald Schmidt lernen knnen deutlich:
    Nicht viel anders ergeht es inzwischen jedem Einzelnen. Es werden stndig neue Aussagen ber uns online…

  3. Ich sehe es auch nicht so dramatisch. Hat sich jüngst bei meinem 20-Jahre-Abitur-Fest gezeigt. Ganz wenige waren überhaupt online zu lokalisieren. Da muss man entweder in einer internetaffinen Branche arbeiten, oder/und relativ weit „aufgestiegen“ sein, um auf der Unternehmenswebsite aufzuscheinen.
    Was anderes ist natürlich openBC, aber das macht man ja freiwillig.

  4. Privatssphäre im Internet kann man immer noch haben wenn man nicht einer von den „Web 2.0“ Exhibitionisten ist, dieses social networking auch noch als besonders tolle Erungenschaft hypet und wirklich glaubt die Fotos von der letzten Weihnachtsfeier müsste die ganze Welt sehen oder irgend jemand legt Wert auf die wirren Gedanken die in so manchen Blog ausgeschieden werden…
    Bewegungen zurückverfolgen kann man nur leicht bei ungewöhnlichen Namen oder wenn jemand immer den gleichen Nickname, wie ich (oder RestistantX um ein populäres Beispiel zu nennen) verwendet.

  5. Mit genau diesem Problem der digitalen Spuren haben sich in letzter Zeit einige Berichte beschäftigt, die über das US amerikanische Unternehmen „Reputation Defender“, welches den Online Ruf von Personen wieder herzustellen versucht – natürlich gegen bare Münze – berichteten.
    Ein Link zum Thema: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6122498_REF1,00.html

  6. Der Ärmste, unser lieber Harald! Da nervt er acht lange Jahre auf einem Privatkanal unterster Kajüte. Um zu quoten, sind im acht lange Jahre alle Zoten recht, das Niveau der Gürtellinie rutscht im Verlauf der Jahre im tiefer, hängt heute es irgendwo zwischen Kniekehle und Knöchel. Nach acht langen Jahren ist der arme Harald „ausgeburnt“ – es herrscht Ruhe auf Sat 1, der Umschaltknopf auf der Fernbedienung erholt sich. Seine Bekanntheit bereitet ihm bis hierher noch keine Kopfschmerzen, im Gegenteil.
    Er ist in der Zwischenzeit ziemlich berühmt. Die Kollegen von der Werbung werden auf ihn aufmerksam. Der arme Harald wird reich: er darf sich als DSL-Verkäufer für T-Online versuchen, mochte auf einmal ganz arg Nescafé, verdiente Geld mit Karstadt und der Deutschen Bundesbahn und empfiehlt seinen Zuschauern anwendungs- und geldbeutelfreundliche Hexal-Generika. Und auch für den Media-Markt ist er sich nicht zu schade, bestimmt nicht sau billig. Noch mal so richtig ins Rampenlicht stellte er sich während der Olympischen Spiel in Turin mit Waldi, dem bayerischen Hartmann…. Wieder sehen ihn Millionen, und wieder verdient er Millionen. Heute fließt ein guter Teil der öffentlichen GEZ-Gebühren direkt auf sein Konto – es ist die Rede von 133.000 Euro pro Sendung. Heute morgen – 27. November 2006 – kommt es dann noch schlimmer. Wahrscheinlich hat der arme Harald seinerzeit mit Waldi das eine oder andere Hefe zuviel ins sich hinein geläbbert: Harald geht jetzt in die Politik! Mit wem? Jetzt haltet Euch gleich doppelt fest: mit dem Möchtegern Kunstverkäufer Öttinger! Sprachlos, aber das passt! Unter der Überschrift „Öttinger will Schmidt abholen“ bekennt sich der arme Harald im Baden-Württembergteil der Sindelfinger Zeitung zu seinem schwäbischen Vaterlande: „Baden-Württemberg, that’s a place to be“. Jawoll, zum Teufel mit der pietistischen Zurückhaltung. Das Land solle medial stärker präsent sein. Schmidt wörtlich: „Öttinger sollte richtig Gas geben, am besten mit mir auf dem Beifahrersitz.“ Günther nimmt das Angebot natürlich gerne an. Der Slogan sei „pfiffig und einprägsam und verspricht, die Landesregierung Baden-Württemberg werde ihn in die Landeswerbung einbauen. Der arme Harald outet endlich sein Niveau! Also, rekapitulieren wir noch einmal. Der arme Harald macht sich von Nördlingen aus auf die Wanderschaft. Er wird der Medien-Schwabe schlechthin, Werbeträger für unterschiedlichste Produkte. Er ist flexibel, macht nicht nur b2b-Geschäfte, sondern lässt es sich auf GEZ-Kosten gut gehen. Und wundert sich dann, wenn es einen Taxifahrer interessiert, wie seine Scholle war!
    Zuerst in aller Munde kommen wollen, damit per Reichweite und Bekanntheitsgrad wirklich fette Verträge gezeichnet werden können. Wenn’s dann soweit ist und ihn dann wirklich jeder kennen muss – ob er er nun will oder nicht – dann wird „mimimimimimi!“ rumgemauntz. Dann bricht der arme Harald eine Ethikdebatte vom Zaun und jammert, dass er keine Privatsphäre mehr habe. Im Schwäbischen gibt’s ein Schimpfwort für solche Menschen: Weidag! Wandere halt aus, wie es vor Dir schon vielevieleviele Schwaben gemacht haben, nach Wisconsin oder Uruguay – dort kennt Dich kein Mensch. Und Geld hast du ja genügend, kannst Dir einen schönen Lenz machen, an der Playa rumhängen und netten Mädels nicht nur auf den Hintern schauen. Und tu mir einen Gefallen: nimm Waldi und Günther gleich mit. Danke!

  7. @ web2.0 exibitionisten: für all jene, die sich mit online reputation beschäftigen wartet noch viel arbeit. die kunden? ein großer teil derer, die derzeit etwa auf myspace ihr innserstes nach außen kehren. spätestens dann, wenn sich etwa der 25 jährige anschickt, in die vorstandsetage vorzudringen, wird es zeit, sich um das thema reputation zu kümmern. anderenfalls wird er den karriereschritt entweder gar nicht erst machen, oder wird sich die halbe firma über seine hochnot peinlichen / aussagen / videos / etc. halb tot lachen. wie gesagt: auf uns wartet noch viel arbeit

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