buble arrow3

Blogs keine ernsthafte Gefahr für den Journalismus?

Als erstes sind Weblogs einmal nur Tools, die mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt werden können. Nicht mehr. Und auch nicht weniger. Das sehe ich ganz genauso wie Christoph Neuberger, Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Münster, der sich in einem lesenswerten Netzeitung-Interview mit der Kontrovese "Journalismus versus Blogs" auseinandersetzt. Darin vertritt er die Ansicht, dass Blogs selbst in zwei Jahren nicht den Journalismus ersetzen werden:

"Einige Menschen sprachen ja deshalb von der möglichen Gefahr, dass Journalismus überflüssig wird, weil jetzt jeder veröffentlichen und sich frei informieren kann. Mit dieser Entwicklung sind aber neue Probleme verbunden: Es muss wieder einen Vermittler geben, der es den Internet-Nutzern einfacher macht, sich zu informieren. Diese sind schlicht und ergreifend überfordert von der Fülle an Information und ihrer oft schwer durchschaubaren Qualität." (Christoph Neuberger)

Diese Aufgaben können sicherlich Journalisten übernehmen, keine Frage. Doch es wäre auch möglich, dass sich in der Bloggerwelt genügend journalistische Blogger finden, die die Aufgabe der Redaktionen übernehmen und somit auch für die Navigation in der verwirrenden Blogosphere sorgen. Letztlich entscheiden die journalistischen Angebot darüber, ob sie hierbei eine wertvolle "sichtende" Vermittlerrolle übernehmen oder ob dieses durch die Blogger selbst geschieht.

>> PR Blogger:Verlieren Journalisten ihren Vertrauensvorsprung?
>> Webwatching:
Wie verändern Weblogs, Wikis und freie Software den Journalismus? (zahlreiche Experten-Interviews)

>> NETZEITUNG INTERNET: Blogs: Ernstfall auf der Spielwiese

Klaus Eck, econcon