Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

Wikipedia ohne Kontrolle

1 Minuten Lesedauer

Wikipedia könnte an der Offenheit seines eigenen Konzeptes scheitern, heißt es heute in der Tageszeitung "Die Welt". Schließlich können Links- und Rechtsradikale genauso wie Marketingprofis zu jeder Zeit die Wikipedia-Artikel willkürlich ändern. Dadurch würden sich "mehr und mehr Ungereimtheiten, Fehlinformationen, Verdrehungen,
Propaganda und Lügen in dem Online-Nachschlagewerk" häufen. Manchmal wirkt der Ansatz der Neutralität oder Objektivität der Wikipedia beinahe naiv. Wer sich schnell über die Wikipedia informieren will, erhält meiner Ansicht nach in der Regel zwar sehr gute Ergebnisse, sollte aber durchaus kritisch mit den Inhalten umgehen. Letztlich stellt sich die Frage der Glaubwürdigkeit genauso bei jedem Blog-, Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel. Insofern unterscheidet sich das gar nicht so sehr voneinander.

Doch in mehr als einer Hinsicht erweist sich auch der kritische Welt-Artikel "Aus Prinzip ohne Kontrolle" als sehr einseitig: Viral Marketing sei demnach eine "Beeinflussung der
öffentlichen Meinung durch gezielt gestreute Informationen". Kein Wort davon, dass sich richtige Informationen auch via Viral Marketing verbreiten können, ohne dass eine manipulative Absicht dahinter steckt. Die digitale Mundpropaganda untergräbt jedenfalls nicht per se die Glaubwürdigkeit von Informationen.

"Große Werbeagenturen bieten Kunden ganz offen an, die
Webpräsenz zu stärken, indem sie bestimmte Themen und Produkte in
öffentlichen Foren plazieren. In Spanien veröffentlichte der
Marketingexperte Steve Rubel vor wenigen Tagen eine detaillierte
Anleitung zum Manipulieren speziell von Wikipedia." (Die Welt)

Der amerikanische PR Blogger Steve Rubel hat übrigens seine Meinung nicht (nur) in Spanien (?) publiziert, sondern (auch) in seinem Weblog Micro Persuasion vorgestellt: Ten Wikepedia Hacks. Was ist eigentlich daran so schlimm, die Möglichkeiten aufzuzeigen, die die Wikipedia jedem bietet?

Klaus Eck

Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

7 Replies to “Wikipedia ohne Kontrolle”

  1. Es ist doch oft so, daß neue Werkzeuge als „manipulativ“ pauschal abgelehnt werden. Aber was ist „manipulativ“?
    Für mich wäre es, wenn ich entgegen den erklärten Willen jemand anderes diesen so beeinflusse, wie er es nicht will.
    Komisch ist schon, daß bei einem Hammer keiner auf die Idee kommt, den als „manipulativ“ zu bezeichnen, obwohl man sehr gut damit einen Schädel einschlagen kann. Dies klappt also immer nur bei neuen Werkzeugen.
    Nicht das Werkzeug ist manipulativ, sondern immer der Benutzer.

  2. Ääähh… Wo erzählt Rubel denn in seinen Wikipedia-Hacks, wie man Firmen dort platziert? Wenn es tatsächlich um diesen Artikel geht, hat der Welt-Kollege ihn doch wohl nicht richtig gelesen, oder?

  3. Ich benutze die Wikipedia nicht mit dem Gefühl, dass die dortigen Informationen absolut verlässlich sind, weil ich weiß wie diese Informationen entstehen.
    Trotzdem steht bei mir am Beginn jeder Recherche über ein mir unbekanntes Thema erst einmal die Materialsuche in der deutschen, britischen, französischen und spanischen Wikipedia, ebenso wie die Anwendung von Nexus, Google und Altavista.
    Wikipedia ein Scheitern aufgrund seiner Offenheit zu prognostizieren ist eher reisserischer Journalismus mit einem gewagten und hypothetischen Aufhänger als ein sinnvoller Beitrag zur Diskussion. Ich denke, dass für Informationsfindung ein schlechter und unvollständiger Artikel immer noch förderlicher ist als gar kein Artikel – was mir wohl jeder Historiker bestätigen kann. Wichtig ist nur, dass man als Wikipedia-Nutzer nicht das eigene Denken komplett abschaltet.

  4. > Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch gezielt gestreute Informationen
    So ein Quatsch…
    Viral funktioniert nur, wenn die Leute es von sich aus weitererzählen. Sonst bleibt das ganze schon bei den ersten zehn Leuten stecken. Immanentes Phänomen. Nicht anders als eine Pressemitteilung. Leute lesen das und erzählen anderen, wenn es sie interessiert. Sonst bleibt sie im Papierkorb.
    mal so kurz…

  5. Sind PR-Einträge eine Wikipedia-Manipulation?

    Unter dem Titel „PR verschmutzte Wikipedia“ hat Kollege Lars Reppesgaard bereits im August die Frage aufgeworfen, in wiefern man einer PR-Zunft noch trauen könne, die permanent ihre Grenzen überschreite. Er bezog sich dabei auf eine Meldung, wonach die…

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