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Geliebt, gehasst: Adressverzeichnisse

Stamm, Zimpel: Klingende Namen in der
Kommunikationsbranche. In den meisten Agenturen erfahren bereits
Praktikanten, dass professionelle PR ohne diese Nachschlagewerke kaum
machbar sei, denn beide Verlage bieten Zusammenstellungen
zigtausender Redaktionsadressen an.

Komfortabler wird es elektronisch! Wer
etwa das Stamm-Impressum auf CD-ROM erwirbt, kann seine Verteiler aus
einer Vielzahl an Abfragen zusammenstellen. Mit einem Knopfdruck
lassen sich dann auch gleich die benötigten E-Mails generieren,
um diese etwa mit Outlook zu versenden.

Eine solche
Ansteuerung seiner Produkte sieht Microsoft aus Gründen der Sicherheit nicht
mehr so gern, was den Versand der Mitteilung dann zur
idealen Aufgabe für Praktikanten werden lässt: „Immer
schön mit Maus klicken! Du schaffst das schon.“ Wer Lust und
Zeit dazu hat, kann sich auch durch viele bunte Importdialoge seines
Mailprogramms klicken, um die Adressen zu importieren.

Enttäuschend verläuft oft
die Überprüfung des Materials. Keine Frage, die
Postanschriften sind korrekt, auch die Angaben zum Chefredakteur.
Allein, im Zeitalter des Internet wäre es ja doch schön,
wenn nicht E-Mail-Adressen wie info@publikation angeboten würden,
sondern wenigstens der in den meisten Redaktionen inzwischen
vorhandene Account für Pressemitteilungen. Und bei Objekten wie
der FAZ oder einem Fachmagazin wäre es ideal, dass zumindest
auch die Ressortleiter nachschlagbar wären.

Ein Wunschtraum? Zumindest bleibt in
der Praxis ein schaler Nachgeschmack, ob die angebotene Leistung
nicht vielleicht doch etwas teuer eingekauft wurde, da so einige der
Informationen nicht über einfache Telefonbucheinträge
hinausgehen.

Nützlich? Nützlich sind aber
doch irgendwie schon, diese Verzeichnisse. Wer kennt schon alle
Publikationen, die sich in einem bestimmten Themenfeld tummeln? Die
eingesparte Recherche macht sich dann schnell wieder bezahlt.

Die Adresszusammenstellungen gehören
wohl zu den ambivalentesten Werkzeugen unserer Branche. Man liebt sie
und man hasst sie, oder? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Seit kurzem hat auch news aktuell mit MEDIAtlas eine Online-Datenbank mit detaillierten Kontaktdaten von
Journalisten und Medien gestartet. Was halten Sie vom neuen News aktuell-Angebot?

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Stephan Lamprecht