Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

Der private Podcast am Ende?

53 Sekunden Lesedauer

Harald Schmidt hat jetzt einen eigenen kostenpflichtigen Podcast auf iTunes, in dem er sich "schlichtweg zu allem" äußern will. Das kommerzielle Angebot wird bei iTunes zwar nicht unter Podcasting eingeordnet, orientiert sich jedoch sehr deutlich an professionelle Podcasts. In der Netzwelt geht Lars Gurow
davon aus, dass das iSchmidt-Entertainment-Kommentar erst der Anfang der Kommerzialisierung des Podcastings sei.

"Früher oder später werden wir wohl auch von anderen "Prominenten" mit Podcasts versorgt werden. Und wenn erst einmal jemand herausgefunden hat, wie man mit Podcasts Geld verdienen kann, werden die kommerziellen Podcasts endgültig die Oberhand gewinnen." (Netzwelt)

Letztlich seien Privat-Cast auch nicht so hörenswert wie professionelle Podcasts. Denn wer habe wirklich genügend Zeit, in seiner Freizeit einen ausgefeilten Podcast zu produzieren?

Der Münchner Podcast-Experte Alexander Wunschel schließt sich dieser Ansicht an. Er glaubt, dass der Trend ganz klar in Richtung Qualität geht: "Gut gemachte Podcasts wird es zwar weiterhin in ihren Nischen geben. Doch viele Hörer schauen sich eher Markennamen an und wählen darüber ihre Podcasts aus. Je stärker der Absender ist, desto präsenter ist seine Marke auch beim Podcasting. Deshalb glaube ich, dass die privaten Podcasts nur mit ausgefeilten, kreativen Konzepten eine relevante Hörerschaft erreichen. In Zukunft werden deshalb unter den Top 100 Podcasts bei iTunes nur noch große Namen zu finden sein."

>> Netzwelt: Wird Podcasting erwachsen?
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Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

7 Replies to “Der private Podcast am Ende?”

  1. Harald Schmidt gibt die Podcasting-Nutte

    Pünktlich zum Ende der Sommerpause gibt Harald Schmidt bekannt: Nun gibt es ihn nicht nur zweimal pro Woche auf der Mattscheibe, sondern auch jeden Dienstag zum Download im iTunes Music Store von Apple. Für 99 Cent. In der ersten Ausgabe erhält man da…

  2. Warum muss man eigentlich die Totenglocken schon läuten, kaum das das Kind geboren ist? Nur weil Kollege Wunschel es so sieht? Ich glaube nicht, dass die privaten Podcasts sich erledigt haben. Die kommerziellen werden wie meist mit lautem Getöse auftreten und ein wenig Mainstream versuchen. Doch echtes Podcasting ist authentisch, ehrlich und nahe an den Hörern, ist interaktiv – davon sind Audible, Soundfacts und co weit entfernt.
    Wer schon die Flinte ins Korn wirft, nur weil die Tagesschau auch zu hören ist, ist mutlos. aber zu neuen Medien gehört neben Ausdauer auch Mut. Wem ehrlich etwas an der Vielfalt der Podcasts liegt, sollte alles dafür tun, sie weiter zu bringen.

  3. Ehrlich gesagt: Wo ist der Unterschied zwischen der Podcast von Harald S. und der Audiodatei einer CD eines Kabarettisten? Wo der Unterschied zum Hörbuch?
    Ich bin wahrlich kein Podcast-Gläubiger. In diesem Fall aber versuchen ein paar clevere Marketing-Leute einfach auf das Hype-Wort Podcast aufzuspringen.

  4. Nun, zum einen ist Harald Schmidt’s Kolumne noch kein Podcast per landläufiger Definition: Er hat weder einen RSS-Feed, kann somit nicht abonniert werden und ist nicht im Podcast-Verzeichnis bei iTunes gelistet. Sprich: Aktuell ist iSchmidt streng genommen eine regelmäßige (q.e.d.) Kolumne. Damit ist er technisch gesehen mit der Audio-Datei jedes Kabarett-Kolumnisten gleichzusetzen. Eine inhaltliche Auseinandersetzung sei hier nicht thematisiert.
    Zum anderen, Kollege Wanhoff, zitiere ich zwei meiner Kernaussagen:
    1. Trend zu inhaltlicher Qualität
    2. Trend zu Massen- und Nischen-Podcasts.
    Allein die Entwicklung in den letzten Wochen beim iTunes-Ranking zeigt, dass sich entweder Podcasts mit Zielgruppenansatz, inhaltlicher Fokussierung oder eben zunehmend Mainstream-Podcasts die Plätze teilen. Und da das Ranking auf den uns bekannten / nicht bekannten Kriterien basiert, werden Nischen-Podcasts dort nur schwer ihren Platz finden.
    Meiner Meinung nach werden die Hörer – nach einer entsprechenden Lernkurve ob des neuen Mediums – bald ihr zeitliches Medienbudget optimieren und Podcasts kategorisieren nach
    – Must have
    – Nice to have
    – Zeitverschwendung
    – akustischer Umweltverschmutzung
    Und die Aufgabe eines jeden „Senders“ / Podcasters wird es sein, sich inhaltlich und qualitativ in den letzten beiden Kategorien zu verorten. Alle anderen erfahren das Glück, für 15 Zuhörer berühmt zu sein (frei nach A. Warhol). Das Glück sei wahrlich niemandem abzusprechen, aber es ist nicht meine Aufgabe zu desillusionieren und dem Hype Tribut zu zollen. Totgeläutet wird wenn, dann der Hype…
    Ich respektiere jeden, der sich die Mühe macht ein Mikrophon zu küssen und den „Record-Button“ zu drücken. Aber die jüngere Geschichte der Medienlandschaft hält genug Hinweisschilder für uns Podcaster bereit. Ich appelliere lediglich daran entsprechende Sehhilfen zu verteilen, und keine realitätsfremden „Wir revolutionieren die Medienlandschaft“-Parolen.
    Alex Wunschel / http://www.markendreiklang.de

  5. Vorab: Die Frage im Subject des Beitrages klingt eher nach einer „self-fullfilling prophecy“. 🙂
    Das Ende der sog. Podcats wird meiner Ansicht nach nicht mit Marktdurchdringung kommerzieller Podcasts eingeläutet, sondern vielmehr mit der „Entdeckung“ jener durch das Marketing selbst. Wie schon Herr Knüwer anmerkte – ein Podcast unterscheidet sich von seinem „Wesen“ her nicht im geringsten von ein paar codecgepackten Audio Files, die auf einem Server herumliegen und auf den Abgriff durch einen Nutzer warten. Natürlich wäre kaum ein Kunde zur Stärkung seiner Marktposition/Marke bereit, einer Marketingagentur Unmengen von Geld für ein Konzept „abrufbare Audio Files“ in den Rachen zu werfen. Verpackt man die zugrunde liegende Idee jedoch begrifflich ansprechend in „Podcast“ und hypt es ein „wenig“, so kann man auch dem argwöhnischen Auftraggeber in einem seichten pitch dafür ein Vertrag entlocken (siehe kommerzielle Blogs).
    Zum Konzept des Podcasts selbst bleibt wohl nicht viel zu sagen – ein technisch eher belangloses Modell der Distribution von Audio/Video Files, welches in Konkurrenz zu wesentlich ausgereifteren und erfolgversprechenderen tritt. Das Ergebnis in Hinsicht auf den nutzbringenden Einsatz ist inweit schon vorgezeichnet.
    Nichts desto trotz finde ich es immer wieder faszinierend, dass jene Berufsgruppe es mit derart einfachen Mitteln schafft, Interesse und Aufmerksamkeit bei potentiellen Auftraggebern zu wecken.

  6. Werden die Totenglocken für private Podcas…

    Es ist erstaunlich: Kaum klopft Podcasting u. a. dank Harald Schmidts „iSchmidt“-Angebot bei iTunes (auch wenn es kein „richtiger“ Podcast ist) auch in Deutschland an der Tür zum Mainstream, laufen anscheinend bereits die Vorbereitungen für…

  7. Herr Bunzel, Newsletter basieren ebenfalls auf einem „technisch eher belanglose(m) Modell der Distribution“, so wie Abonnements von Fachzeitschriften, die Voreinstellung von Radiosendern und das Abo von Weblogs auch. Wir haben es meines Erachtens wegen der Feed-Charakteristik vielmehr mit dem Phänomen einer sich ändernden Mediennutzung zu tun, als mit einer technischen Trivialität.
    Wenn die letzte Radio MA sinkende Mediennutzung des Mediums Radio insbesondere in der jüngeren Zielgruppe attestiert, ist das neben dem Siegeszug MP3-fähiger Endgeräte nur ein weiterer kleiner Hinweis auf das sich in Modernisierung befindliche Medienset des Nutzers.
    Hier werden sich neue „Kanäle“ etablieren, die
    1. weit einfacher zu bedienen sein werden als die Programmierung von Radiosendern
    2. die Vielfalt eines Weltempfängers bieten, allerdings mit der Möglichkeit inhaltlicher Vorsortierung und einem intelligenten Interessensabgleich Content / Nutzer bereits _vor_ dem Abo
    Tagging und Suchalgorithmen sei Dank.
    Die intelligente Adaption des geänderten Mediennutzungsverhaltens durch das Marketing erfordert eine kreativ und konzeptionell fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Da gebe ich Herrn Bunzel recht. Und auch mir stehen die Haare zu Berge, wenn versucht wird „dann eben noch einen Podcast im Rahmen der Einführung des Müsli-Riegel X zu machen“. Hier fühlt man sich um knappe 10 Jahre zurück versetzt.
    Podcasting hat aber das Potenzial, sich zu einem neuen Kommunikations-Kanal zu entwickeln. Und hier gelten keine neuen, sondern eben uralte Kommunikations- und Marketing-Gesetze mit dem klassischen Triumphirat „Absender, Inhalt und Empfänger (Zielgruppe)“ als Erfolgsdeterminanten. Die MP3-Datei ist reines Transportmittel.
    Beispiele wie der Paris-Hilton-Podcast zur Movie-Promotion, der Disneyworld-Podcast zum 50-jährigen Jubiläum oder der GM-Fastlane-Podcast etc.p.p. zeigen, dass sich der Kanal sehr wohl auch kommunikativ aufladen und kampagnenbezogen nutzen lässt. Die Aufgabe von Podcasting 2.0 wird sein, die geöffneten Kanäle / Abos auch nachhaltig intelligent zu moderieren. Podcasting 1.0 ist aktuell jedoch noch harte Aufklärungsarbeit bei interessierten Auftraggebern.
    Alex Wunschel
    mit dem Blick über den Tellerrand unter http://www.markendreiklang.de

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