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Google’s Hommingberger Gepardenforelle

Am 16. April 2005 rief Heise Online Suchmaschinenoptimierer auf, ihre Fähigkeiten mit dem Begriff „Hommingberger Gepardenforelle“ zu testen, in dem auf diesen Begriff „optimiert“ werden solle. Gleichzeitig registrierte Heise die gleichnamige dot-de-domain und bietet auf heise-sales.de Suchmaschinenoptimierung als Dienstleistung an:

Wir optimieren Ihren Internet-Auftritt so, dass Suchmaschinen ihn optimal finden – inklusive einer Top-Position in der Trefferliste.

Rankingmethoden:

Die erfolgreichste und effizienteste Rankingmethode bei Google ist seit Jahren eine Webseite wie z.B. diese zu besitzen und dann von dieser mit dem zu rankenden Keyword zu verlinken. Verlinken also genug Webmaster eine beliebige Seite mit dem entsprechenden Keyword http://www.google.de/search?q=miserable+failure, so erscheint die verlinkte Georg Bush jun. Webseite auf vorderen Plätzen.
Die Wertigkeit eines Links eines Webmasters ist dabei von entscheidender Bedeutung. Linken demnach viele Seiten auf eine Website, so kann diese wiederum mehr Wertigkeit abgeben.

Ein Rankingservice einer Internet Marketing Agentur
besteht immer in einem Verlinkt-Werden-Service. Diesen Service können
im Grunde alle Counter, Gästebuchbetreiber usw. bieten, weil Ihre
Webseiten teilweise millionenfach verlinkt sind. Nun stellt sich jedoch
die simple Frage, warum diese Rankingmethode nicht offenkundiger
publiziert wird. Meine Vermutung ist, dass Google und Overture das
nicht wollen und somit massiv in die Ergebnislisten eingreifen. So
wurde beispielsweise kürzlich einer der altesten und größten Counter
mit einem Pagerank von 9 (www.digits.com) aus Google gelöscht, nachdem
Links mit Linktexten wie „credit“ oder „loans“ geschaltet worden waren.
Oder kürzlich auf der SES München, als seitens Overture mehrmals auf
die Intransparenz und Gefährlichkeit einer Suchmaschinenoptimierung
hingewiesen wurde und eine Beispielskeyword KFZ VERSICHERUNG auf der Großbildwand incl. Google-Screenshot gezeigt wurden.

Meine beiden Domains kfz-versicherung.tk und
kfzversicherungsvergleiche.de befanden sich auf Position 1 und 4 in den
Ergebnislisten, so dass ich mich meldete und wagte zu behaupten, dass
man an dem Screenshot wunderbar sehen könnte, dass Google transparent
ist und einfach eine starke Verlinkung unter diesem Keyword zum Erfolg
führe, wie man dort sieht. Beide obengenannten Domains sind nunmehr
nicht mehr im Googleimperium zufinden – schade eigentlich.

Content:

Es stellt sich also nicht die Frage, wer bei der Hommingberger Gepardenforelle gewinnt, sondern wer gewinnen will und dieses darf. Die besten Chancen hat wohl die www.hommingberger-gepardenforelle.de selbst.
Oder wie transparent darf eine Suchmaschinenagentur  mit Contentseiten wie www.videothek.us ,www.vielfliegerprogramme.de,
Elektrokettensäge,
www.eckvitrine.de,
oder www.staatsflaggen.de werben, um Kunden von dort zu verlinken und
damit gut zu positionieren?
Darf man überhaupt mit weit über 2000 Contentdomains an einer
Suchmaschinenweltmeisterschaft teilnehmen und Transparenz in
milliardenschwere Konzerne bringen ohne ernsthafte Konsequenzen zu
befürchten?  Die Entscheidung ist einfach, man macht halt ein bisschen
mit, analysiert und freut sich eher an der Teilhaberschaft eigener
Versicherungs-, Reise- oder Klingeltongesellschaften oder „optimiert“
bzw. „verlinkt“ seine zufriedenen Stammkunden.

Blogger:
Seit Jahren mit dem gleichen Erfolg und Methode: Content ist Trumpf.
Eine gute Webseite, deren Content gepflegt und beständig aktualisiert
wird, ist immer mein Kapital. Man muss also Blogger sein, seine
privaten Erlebnisse, vom Maui Reisebericht bis hin zum www.london-tower.info
darstellen. Der erfolgreiche Suchmaschinenoptimierer der Zukunft,
verschwendet nicht seine Zeit mit Doorwaypagegeneratoren, Linkkauf-
oder -tauschprogrammen. Er ist Blogger, sein Content wird verlinkt,
weil er gut ist. Er selbst verlinkt andere, wenn der andere Content gut
ist oder eben kommerzielle Interessen dahinterstehen. Er muss andere,
fremde, „unschuldige“ Webseiten verlinken, um die Kommerziellen zu
tarnen – warum nicht auch ein bisschen die Hommingberger-gepardenforelle.

Gastbeitrag Michael Dieckmann