Angriff aus der Blogosphäre

34 Sekunden Lesedauer

Im Harvard Business Manager 2/05 und seit kurzem online erfahren Marketing- und PR-Leute, wie sie mit der Blogosphäre umgehen können. Zwar klingt der Titel "Angriff aus der Blogosphäre" sehr bedrohlich, doch der Artikel dreht sich nicht um Blog-Monitoring, sondern vor allem um einen konstruktiven Umgang mit Weblogs:

"…Unternehmen (müssen) versuchen, die Blogger zu
kultivieren, anstatt sie zu kontrollieren. Marketingexperten sollten
nicht ungeschickt versuchen, Blogger zu beeinflussen.
PR-Verantwortliche sollten stattdessen Informationen in aller Offenheit
an diejenigen weitergeben, die über ihre Unternehmen schreiben, und auf
deren Berichterstattung reagieren, selbst – oder gerade – wenn es sich
um negative Kommentare handelt."

Autor des Textes ist Mohanbir S. Sawhney, Direktor des Forschungszentrums für Technologie und Innovation an der Northwestern University (Kellog School of Management) in Illinois. Seine Prognose:

"Aber die Blogosphäre wird schon bald ihren Platz als ein voll entwickeltes Kommunikationsmedium einnehmen, an dem Marketingexperten und Werbungtreibende nicht vorbeikommen."

>> via Perlentaucher

2 Replies to “Angriff aus der Blogosphäre”

  1. Ein interessanter Artikel und gut zur Einführung in das Thema – den warnenden Hinweis vor Kontrollversuchen halte ich für sehr wichtig. Ich befürchte, dass viele Unternehmenskommunikation-Verantwortliche zwar (zu Recht) von Weblogs fasziniert sind und ihre Einsatzmöglichkeiten erkunden wollen, doch die Besonderheiten des „kommunikativen Ökosystems“ nicht in Betracht ziehen. Dann kommt man ganz schnell auf die Idee, einfach mal ein eigenes Weblog aufzuziehen und sich so eben mal in die Meinungsbildungsprozesse der Blogosphäre einklinken zu können – das übersieht meiner Meinung aber die besondere Bedeutung, die der Authentizität von Kommunikation in der Blogosphäre beigemessen wird. Unternehmensblogs, vor allem wenn sie allzu offensichtlich der PR in eigener Sache gewidmet sind, werden da einen schweren Stand haben.
    Hinweis: Auf „Bloginitiativegermany“ habe ich diese Gedanken etwas ausführlicher diskutiert; Ansgar Zerfaß hat eine Replik in den Kommentaren gegeben (http://www.fischer-netze.de/blog/2005/02/unternehmen-und-weblogs-vergebliche.html )

  2. Das sehe ich auch so. Wenn man die in den letzten Wochen entstandenen Corporate Blogs näher anschaut, hat man sehr oft das Gefühl, dass sie ins Leere laufen und keine wirkliche Kommunikation entsteht.
    Authentizität hängt unter anderem mit der Bereitschaft zusammen, sich zu öffnen und etwas zu geben – zum Beispiel persönliche Einschätzungen oder ein wenig Insiderwissen – daraus können sich dann spannende Diskussionen ergeben. Und die sind dann ein Rückfluss und weit mehr wert als ein paar hundert Leser eines Blog-Artikels zur neuesten Schraube im Produkt xy.

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