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Social Bookmarks und PR

Social Bookmarks (oder auch Tags oder Folksonomy) sind eine schöne Sache. Der User von Flickr, Furl oder Del.icio.us legt online ein kommentiertes Archiv an, stellt dieses anderen Usern zur Verfügung und kann stöbern, was andere wichtig finden bzw. die Bookmarks anderer User via RSS beziehen. Und wer bloggt, sollte seinen Beiträgen Kategorien (Tags) verpassen, die beispielsweise Technorati wieder finden kann.

Doch was hat diese Kartierung des Netzes mit PR zu tun? Sucht man in Technorati nach "Apple", kommt man der Sache auf die Spur: Gibt man nur das Stichwort "Apple" ein, so stößt man auf mehr als 200.000 Fundstellen, in denen schlicht der Suchbegriff verwendet ist. Sucht man dagegen nach dem Tag "Apple", findet man gut 2.500 Beiträge aus Weblogs sowie Fotos von Apple-Hardware aus Flickr. Bei den Artikeln kann man davon ausgehen, dass sie sich wirklich mit Apple beschäftigen – abgesehen von einem Beitrag, in dem das Bild eines wirklich lecker aussehenden Apfelkuchens veröffentlicht ist.

Steve Rubel sieht Tags als Chance und Gefahr
für Unternehmen: Er argumentiert, dass Verbraucher sich mit Hilfe von
Tags schnell informieren können, beispielsweise vor einer Anschaffung.
Und natürlich können Marketing- oder PR-Leute dies auch zur Analyse
ihrer Wettbewerber nutzen. Denn Furl und Konsorten zeigen nicht nur,
wie häufig eine Seite archiviert wurde, es ist auch möglich, alle
Kommentare zu einer getaggten Seite anzusehen. Es empfiehlt sich
natürlich, dies im Sinne des Issues Mangements auch zu eigenen
Produkten bzw. zum eigenen Unternehmen durchzuexerzieren.

Diskussionswürdig erscheint die Idee, Tags gezielt zur PR
einzusetzen, um beispielsweise auf neue Produkte oder Beiträge und
Tests von Produkten hinzuweisen. Rubel ist sich bewusst, dass dieser
Ansatz nicht nur Freunde findet.

Doch eine andere Möglichkeit ist sicher sehr hilfreich für die
Online-PR: Die Überschriften und Kommentare zu archivierten Seiten
lassen sich einfach in Websites einbauen, zu besichtigen beispielsweise
beim Weblog Club Volt. So können
auch Unternehmen, die nicht laufend über neue Produkte zu berichten
haben, Aktuelles auf ihrer Site veröffentlichen und diese attraktiver
machen.