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22 Storytelling-Gesetze – Teil 2

Im ersten Teil der 22 Storytelling-Gesetze habe ich Ihnen bereits einige Möglichkeiten an die Hand gegeben, mit denen Sie Ihre Inhalte in gute Geschichten verpacken können. Nun gehen wir weiter in der Reise und damit zu den Storytelling-Gesetzen Nummer zwölf bis 22.

Als Basis habe ich auch hier die Gesetze des Storytellings laut Emma Coats von Pixar genommen und herausgearbeitet wie Sie sie als Content Marketer umsetzen können.

Storytelling-Gesetz #12: Verwerfen Sie den ersten Gedanken, der in Ihren Kopf kommt. Und den 2. und 3. und 4. und 5.

Überraschen Sie sich selbst. Entfernen Sie das Offensichtliche aus Ihrem Content. Schreiben Sie keine Selbstverständlichkeiten („Die Sonne schien hell“ – wie soll sie denn sonst scheinen? Dunkel? „Die Sonne schien“ reicht.)

Schreiben Sie keine Binsenweisheiten (Wenn ich noch einmal „Übung macht den Meister“ lese, dann übergebe ich mich auf meine Tastatur). Schreiben Sie keine Fakten, die jeder kennt („Wie wir alle wissen, hat Donald Trump die Wahl gewonnen und daraufhin …“. Genau. Wir alle wissen es schon. Erzähl mir was Neues!).

Storytelling-Gesetz #13: Geben Sie Ihren Protagonisten eine Meinung. Neutralität ist zwar bequem, aber sie ist Gift fürs Publikum.

Welche Protagonisten sind besonders beliebt? Die mit Ecken, Kanten und Meinungen – auch wenn die Meinungen falsch sind. Nehmen wir Sherlock Holmes aus der BBC-Serie: Er ist ein Soziopath, aber beim Publikum schrecklich beliebt. Oder Iron Man: Tony Stark ist zwar der „Gute“, aber er ist arrogant wie ein Pfau – trotzdem lieben ihn die Zuschauer.

Ihr Content musst nicht perfekt sein, nur echt. Haben Sie eine Meinung, haben Sie Kanten, an denen Menschen anecken können. Haben Sie keine Angst, jemandem auf den Fuß zu treten. Ohne Meinung in Ihrem Content sind Sie austauschbar wie eine Zimmerpflanze.

Storytelling-Gesetz #14: Warum müssen Sie diese Geschichte erzählen? Was ist Ihr Herzensanliegen?

Starke Geschichten – und Artikel – haben immer ein Motiv, ein „Warum“. Ich sage immer: Schreiben Sie nicht einfach so, schreiben Sie, um den Leser zu berühren. Ich möchte den Leser immer von Punkt A zu Punkt B bringen. Ich will, dass er den Artikel als veränderter Mensch verlässt.

Was ist Ihr Warum? Warum möchte Ihr Unternehmen diese Geschichte erzählen? Dieses Warum macht Ihre Artikel nicht nur stärker, sondern auch echter. Leser sehen, dass es nicht ums Geld verdienen geht, sondern dass der Content auch einen „höheren“ Sinn hat.

Storytelling-Gesetz #15: Wenn Sie der Protagonist wären, wie würden Sie sich fühlen? Ehrlichkeit erzeugt Glaubwürdigkeit.

Erzählen Sie von Ihren Gefühlen, beschreiben Sie wie es Ihnen erging, als Ihr erster Artikel in die Hose ging. Wie fühlte sich der Chef beim Produktlaunch? Wie fühlt sich ein Shitstorm an?

Wenn Sie Ihren Lesern verraten, wie Sie sich gefühlt haben, dann werden sie Ihnen nicht nur zuhören, sondern auch vertrauen. Lassen Sie Ihre Leser in Ihr Herz schauen.

Storytelling-Gesetz #16: Was steht auf dem Spiel? Geben Sie uns einen Grund, mit dem Helden mitzufiebern.

Als Content Markter müssen Sie dem Leser immer klar machen, warum es sich lohnt, den Artikel zu lesen. Vor allem in der Überschrift muss klar werden: Was steht auf dem Spiel? Was springt für mich raus? Was könnte ich verlieren?

Wenn Sie das nicht klar machen, dann hat der Leser keinen Grund, im Artikel zu bleiben.
Es geht um nichts? Klick und weg.

Storytelling-Gesetz #17: Nichts ist vergeblich. Wenn ein Text nicht funktioniert, dann haken Sie ihn ab und ziehen Sie weiter.

Ich liebe den Spruch: „Ich verliere nie. Entweder ich gewinne oder ich lerne.“ So ist es auch beim Content Marketing. Wenn der Text nicht ankommt, dann haben Sie nicht verloren – Sie haben gelernt, was nicht funktioniert.

Lassen Sie sich nicht entmutigen. Öffnen Sie ein neues Dokument und beginnen Sie von vorn. Immer und immer wieder.

Storytelling-Gesetz #18: Kennen Sie den Unterschied zwischen „Ihr Bestes geben“ und „pingelig sein“ – Letzteres bringt Sie nicht weiter.

Wir alle kennen es: Man feilt und feilt an einem Text herum und nach drei Jahren ist man immer noch beim ersten Absatz. Wenn Sie Ihr Bestes gegeben haben, dann schließen Sie den Text ab. Der nächste wird besser. Halten Sie sich nicht ewig an einem Text auf. Ein fertiger Text schlägt immer den „perfekten“ Text, der nicht existiert. Ansonsten werden Sie nie die Frequenz erreichen, die man für seriöses Content Marketing braucht.

Pro-Tipp: Benutzen Sie beim Schreiben einen Timer (60 Minuten). Sobald der Timer klingelt, ist Abgabe. Der Artikel muss fertig sein. Kein Verbessern, kein Verfeinern – wie bei einer Klassenarbeit. So zwingen Sie sich, fertig zu werden und Ihre Schreibblockade zu überwinden. Im zweiten Schritt dürfen Sie dann redigieren und verbessern.

Storytelling-Gesetz #19: Zufälle sind gut, um den Helden in Schwierigkeiten zu bringen. Zufälle, um ihn zu retten, sind ein fauler Trick.

Ich liebe Artikel anderer Unternehmen, in denen sie berichten, wie sie gehackt wurden, wie ihr Macbook abstürzte oder wie sie aus Versehen ihren Artikel löschten. Wie sind sie da rausgekommen? Das interessiert mich!

Schreiben Sie über Ihre Zufälle, Ihre „Katastrophen“ und Ihre Peinlichkeiten. Ich erzähle auch, wie ich einen Newsletter verhauen habe, den falschen Rabattcode rausschickte oder wie mir peinliche Vertipper unterliefen. In jedem Unternehmen gibt es genug „Zufälle“. Sie müssen sie nur finden und erzählen.

Storytelling-Gesetz #20: Übung: Nehmen Sie eine Geschichte, die Ihnen nicht gefällt und machen Sie daraus eine Geschichte, die Ihnen gefällt.

Das ist auch eine tolle Übung für Blogger, Schriftsteller und Autoren: Nehmen Sie einen Artikel, der Ihnen nicht gefällt und machen Sie daraus einen Artikel, den Sie genial finden. Dadurch lernen Sie, Fehler zu finden, die Struktur zu analysieren und bewusster mit dem Artikel umzugehen.

In meinem Schreibclan biete ich meinen Kunden genau das an: Ich überarbeite und korrigiere ihren Artikel. Dadurch lernen meine Kunden eine Menge, aber auch für mich ist es eine effektive Übung, um nicht einzurosten.

Storytelling-Gesetz #21: Identifizieren Sie sich mit Ihren Charakteren. Wie würden Sie in dieser Situation reagieren?

Das gleiche gilt für Content Marketer: Identifizieren Sie sich mit Ihren Kunden. Wie würden Sie in ihrer Situation reagieren? Ich stelle mir beim Schreiben immer meinen „idealen Leser“ vor: Es ist ein Blogger, der Leidenschaft fürs Bloggen hat, aber nicht weiß, wie er mehr Traffic, mehr Leser und mehr Umsatz bekommen kann.

Was kann ER tun, um seinen Blog erfolgreich zu machen? Diese Frage ist der Maßstab meiner Artikel. Wer ist Ihr idealer Leser? Ein Unternehmer? Eine Mutter? Ein Fitnessfanatiker? Kennen Sie Ihre Leser!

Storytelling-Gesetz #22: Was ist der Kern Ihrer Geschichte? Können Sie ihn zusammenfassen?

Ihr Artikel braucht eine Kernidee. Und diese Kernidee darf nur aus einem Satz bestehen. Ja, nur ein Satz. Nicht zwei, nicht drei. Wenn Sie Ihren Kerngedanken nicht in einen Satz packen können, dann ist es noch nicht der Kern. Sie müssen noch weiter ins Zentrum.

Oder, um es mit Albert Einstein zu sagen: „Du hast erst etwas wirklich verstanden, wenn du es deiner Großmutter erklären kannst.“ Welche Geschichte erzählen Sie? Das menschliche Gehirn denkt von Natur aus nicht logisch, sondern in Geschichten und Bildern.

Erzählen Sie Geschichten

Wenn Ihr Content in Erinnerung bleiben soll, dann ist das wichtigste Tool für Sie jetzt klar: Storytelling. Ich erzähle immer wieder meine Geschichte: Wie ich vom Juristen zum Blogger wurde. Vom gelangweilten Referendar zum leidenschaftlichen Schreiber. Und dafür steht mein Blog: Echte Artikel aus dem Leben eines leidenschaftlichen Schreibers – mit Höhen und Tiefen.

Was ist Ihre Geschichte? Verraten Sie es uns in den Kommentaren.

 

Bildquellen: Shutterstock/ESB Professional, Shutterstock/ThunderWaffle, Shutterstock/Danilaleo