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Social Media Club: drei Perspektiven, wie Social Media im Fußball funktioniert

Am 7. November war der Social Media Club München im neuen Microsoft Office zu Gast. Zum Thema „Social Media und Sport“, welches wir recht eng als „Social Media im Fußball“ auslegten, gab es spannende Redner und unsere Gastgeber versorgten uns neben Getränken und Brezn sogar mit einer zuckersüßen Candybar. Ein rundum gelungener Abend, der im Rahmen der Münchner Webwoche stattfand.

Social Media und Sport

Pünktlich um 19 Uhr hieß es Anpfiff bzw. Einlass im neuen Büro von Microsoft Deutschland, dem sogenannten #OfficemitWindows. Was allen Speakern des Abends gemein war, war der Aufruf zu Experimentierfreude. Social Media entwickle sich so schnell, dass man als Verein, Profi-Spieler und auch als Podcast-Vermarkter immer wieder neue Wege gehen und sich dabei selbst finden müsse. Den Auftakt machte Felix Loesner, Head of Social Media beim FC Bayern München.

Der FC Bayern setzt auf eine grundlegende Social Media Strategie, die fortlaufend optimiert wird

Angefangen hatte 2010 einmal alles mit StudiVZ. Doch auch der Rekordmeister hat sich natürlich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt, immer wieder auch das Kanalnetz ausgeweitet und hinterfragt. Zur Social-Media-Strategie des FC Bayern gehört laut Felix Loesner heute vor allem,  auf den Kanälen aktiv zu sein, auf denen die Fans bereits sind, und nicht umgekehrt zu erwarten, dass die Fans von selbst auf die Plattformen des FC Bayern kommen.

Natürlich sind über die Jahre auch immer mehr Fans auf den verschiedenen Kanälen hinzugekommen. Interessant: Dabei kommt ein Großteil der Fans aus dem Ausland – tatsächlich sind weniger als 10% der Fans aus Deutschland. Auch aus diesem Grund hat man sich daher bereits vor einer Weile für eine Ausweitung der Kanalstruktur auf internationale Kanäle wie WeChat, VKontakte und Sina Weibo entschieden.

Die Aufgabe für das Social Media Team des FC Bayern ist es vor allem Prozesse zu optimieren, sodass Inhalte für alle Kanäle und Zielgruppen passend aufbereitet werden und nicht überall der gleiche Content stattfindet. Hauptbestandteile der Strategie sind dabei Grafiken, Storytelling; 1:1 Communication und (Live-)Videos.

Vor allem mit Snapchat probiert der Verein deswegen zur Zeit sehr viel aus. Die Plattform eignet sich perfekt für’s Storytelling, gibt die Möglichkeit für Live-Eindrücke von hinter den Kulissen und Fans bekommen so Inhalte, die sie auf anderen Plattformen nicht bekommen würden. Lediglich die 1:1-Kommunikation bekommen sie auf Snapchat noch nicht hin, weil sowohl die App, als auch die internen Strukturen noch nicht dem Ansturm gerecht werden.

Max-Jacob Ost will mit seinem Fußball-Podcast Rasenfunk nicht nur die großen Wellen reiten

Unser zweiter Speaker berichtete ebenfalls davon, dass das Ausprobieren neuer Kanäle und Formate einer der Erfolsgfaktoren bei der Vermarktung seines Podcasts ist. Gerade auch weil der Podcast sich über Crowdfunding finanziert und von vielen Kleinstspenden abhängig ist, will Max nicht mit irgendwelchen Paid Media-Experimenten das Geld herauswerfen aber im Bereich von organischen Inhalten probiere er viel herum.

„Es ist echt schön, wenn man dabei merkt, dass man nicht nur auf Facebook setzen muss als Referrer“

Mit der Aufforderung „Macht eure Produkte so heiß wie ein Samsung Galaxy Note 7“ machte Max allen schnell deutlich, dass das wahrscheinlich Wichtigste bei all der Vermarktung aber immer noch ein gutes Produkt ist. Nur wenn der Podcast wirklich gut ist, hören ihn sich auch Leute an.

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Als zukünftige Aufgabe für die Rasenfunk-Vermarktung via Social Media sieht Max vor allem die Bekanntheitssteigerung des Podcasts.

Und wie sollten Fußballspieler selbst Social Media einsetzen?

Ralph Gunesch, unser dritter Speaker an diesem Abend und selbst ehemaliger Fußball-Profi, sieht das Problem vieler Spieler in deren Authentizität. Das eine Extrem seien Spieler, die nur aalglatte, von Agenturen vorformulierte Posts absenden. Solche Inhalte bieten den Fans keine Mehrwerte und bauen auch keine Nähe auf.

Das andere Extrem hingegen sind solche Spieler, die gerne auch mal vergessen, mit welcher Aufmerksamkeit ihre Posts verfolgt werden und dass sie als Spieler auch eine Vorbild-Funktion haben. Beschimpfungen anderer Vereine mögen vielleicht authentische, ehrliche Äußerungen darstellen aber in den Social-Media-Kanälen von Fußball-Profis muss auch nicht alles, was der Spieler denkt nach draußen getragen werden.

Den Mittelweg zu finden zwischen Glaubwürdigkeit und professioneller Spielerinszenierung ist nicht leicht und auch von Spieler zu Spieler unterschiedlich: Während es bei Balotelli vielleicht authentisch wirkt mit jeder Menge Puma-Branding in Social Media zu posieren, kann dies bei anderen Fußball-Spielern schnell nach plumper Werbung aussehen.

Wir möchten uns als Orga-Team des Social Media Club München noch einmal bei allen Speakern und unserem Location-Sponsor Microsoft für den tollen Abend bedanken. Mehr Impressionen folgen in Kürze auf unserer Facebook-Seite

Fotos: Thomas Kiewning

Weitere Artikel zur Veranstaltung:

 

  • Es war wieder ein tolles Event mit spannenden Vorträgen, vielen Dank dafür! <3

    • Schön, dass du da warst und hoffentlich bis zum nächsten Mal! 🙂