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Wie CEOs Strategie online kommunizieren sollten

Die Ärmel hochgekrempelt, einen offenen jedoch ernsten Gesichtsausdruck aufgesetzt, die Botschaften knapp und offiziell: So sind CEOs heute im Social Web unterwegs. Das ist zwar schon ein neuer Schritt in der Unternehmenskommunikation, hat aber mit den Ansprüchen der Netzwerke oft nichts zu tun.

Zentrum_Pfeile_shutterstock_162528614Immer noch werden viele Kommunikationsabteilungen von der Angst vor einem Internet-Fehltritt beherrscht. Da will man gerade die Geschäftsführung auf jeden Fall auf sicherem Terrain halten um das nicht zu riskieren.

Das Ergebnis: knapper Content, der wenig von der Persönlichkeit rüberbringt und meist keinen Mehrwert bietet. Dabei könnte eine Botschaft des CEO für Nutzer, Interessenten und auch Medienkontakte sehr interessant sein.

Allerdings ist die Zeit reif für eine neue Art der Strategie-Kommunikation durch CEOs im Web.

Wirklich etwas verraten anstatt glattgebügelter Inhalte

Bei dem Gedanken,  Inhalte wie strategische Überlegungen durch den CEO am besten noch im Bewegtbild im Internet zu kommunizieren, zucken viele Corporate Coms Mitarbeiter noch zusammen.

Aber die Zeiten für auswendig gelernte, durch unzählige Freigabeschleifen gegangene Inhalte sind vorbei. Das will heute keiner mehr lesen oder hören, das nimmt man nicht mehr ernst.

Es ist Zeit, dass Pressesprecher ihre CEOs richtig beraten und das Gewicht ihrer Funktion in der Online- und Offline-Kommunikation richtig einsetzen.

„Es ist wichtig, dass CEOs Firmenstrategien nicht länger so geheimnisvoll behandeln“, sagte Ditlev Engel, ehemaliger CEO von Vestas, dem Wall Street Journal. „Es sollte transparent gemacht werden, was gut ist, was nicht so gut ist und wo es hingeht – das Internet kann dabei Menschen rund um den Globus näher an die Firma heranbringen.“

Mehr Schlagkraft für Botschaften durch einen Social CEO

Eine Studie von Weber Shandwick zum Social CEO zeigt, dass Firmen, deren CEO im Internet eine gute Präsenz zeigt, bei ihren eigenen Mitarbeitern aber auch bei Kunden und Investoren punkten können.

Außerdem zeigt diese Studie, dass Kommentare des CEO in sozialen Netzwerken mit 32% als glaubhafter durch Executives empfunden werden als Zitate des CEO in offline Medien (24%).

Bei der Vermittlung von strategischen Aussagen im Social Web ist allerdings wichtig, dass die gegebenen Umweltbedingungen berücksichtig werden:

Ärmel-Hochkrempeln ist gut, aber nur, wenn die damit verbundene „Anpack-Mentalität“ auch ehrlich rüber kommt. Hierzu sollte der „Executive-Hut“ im Schrank gelassen werden und der „So bin ich als Person“ Ansatz zum Tragen kommen.

Kommunikation sollte nicht dröge und frontal top-down sein, sondern inspirierend. Der CEO sollte Fortschritte beschreiben und neue Möglichkeiten beschreiben – auf eine Art, die deren Wichtigkeit signalisiert.

Einem charismatischen CEO hört das Internet auch zu, wenn Zusammenhänge erklärt werden und die Validität spezieller Entscheidungen dargestellt wird. Offenheit und Aufruf zum Dialog sollte damit einher gehen.

Hier kann ein Investment in ein Social Media-Medientraining weiterhelfen. Außerdem sollte Wert auf ein Multimedia-kompetentes Coms-Team gelegt werden, das sich mit aktuellen Trends auskennt und geistig flexibel genug ist, um nicht nur multimediale Presseinhalte zu produzieren, sondern auch Konzepte für die Online-Kommunikation entwerfen kann, die den CEO in einem unerwarteten Kontext optimal einsetzen.

 

Bildquelle: Shutterstock

  • sachar

    Bei allem Respekt: Ich kann so was nicht mehr lesen. Wir wissen alle, wie es besser geht. Zeigt doch mal ne ordentliche Umsetzung. Die gelingt am Ende nämlich so gut wie nie, weil kaum ein CEO mitspielt.

    • Trurnit

      Und warum spielt kein CEO mit?

      • sachar

        Weil einige CEOs zB es als gar nicht so attraktiv empfinden, sich menschlich zu zeigen. Mensch sein, heißt nämlich auch, dass man zugeben muss, Schwächen zu haben.

    • HS

      Ein Top-Beispiel für gelungene Strategie-Kommunikation ist das Video über den Silicon-Valley-Trip der Springer-Führungsriege. Denen gelingt es, emotional anzusprechen (vor allem über Bilder). Und tatsächlich: Es fällt schwer, Springer nicht sympathisch zu finden, nachdem man das Video gesehen hat. Das will was heißen.

      Dort ist das Ganze ausführlich kommentiert und theoretisch eingebettet:

      http://blood-actvertising.com/blog/wenn-man-keine-ahnung-hat-einfach-mal-seminar-halten/

  • Frage

    „inem charismatischen CEO hört das Internet auch zu“ – sehr schlaue Erkenntnis. Aber was mache ich, wenn mein CEO von Haus aus nicht so sympathisch rüber kommt?