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Morgenwelt 151: Britannica. 254 Jahre gehen mit der Zeit.

Die Morgenwelt #151, ein Staffellauf durch die Social Media Welt: Twitter leibt sich das Team um Posterous ein, Pinterest hält auf den iPads des Personalmarketers Einzug,  und Wikipedia steht unter scharfer Beobachtung. Und während moderne Geschäftsmodelle aufblühen, wird ein historisches Lexikon bald nicht mehr offline zu haben sein. Außerdem bietet die neue Morgenwelt ein weiteres Beispiel für Markenführung mit der Facebook Chronik, sowie eine nützliche Infografik für Twitter-Poweruser.

Posterous goes to: Twitter

Ende Februar verkündete die Blog-Plattform Posterous noch: “We have absolutely no plans to sell“. Doch das Twitter-Universum will wachsen – und sucht nach passendem Personal. Der Kurznachrichtendienst gab am Montag bekannt, dass man die Blog-Plattform Posterous aquiriert hat. Zu welchem Zweck ist nicht bekannt, das Posterous-Team soll Twitter jedenfalls bei “innovativen Projekten” unterstützen, wie man im Twitter-Blog nachlesen kann. Wer nun um seine Daten bei Posterous fürchtet, wird im dazu eingerichteten FAQ eines Besseren belehrt: Der Dienst bleibt auch zukünftig online. Wenn Sie dennoch möglichst schnell wechseln möchten, finden Sie bei Lifehacker mehrere Möglichkeiten zur Sicherung und Migrierung der bei Posterous gehosteten Inhalte.

Der Bildbeschleuniger: Pinterest

Die sueddeutsche hat sieben Thesen zu Pinterest niedergeschrieben. Die letzte These, dass Pinterest ein Nischenprodukt bleiben wird, bleibt abzuwarten. Aber angesichts der neuesten Zahlen als Linkgeber ist die These gewagt, entsprechend hoch ist auch das Recherchebedürfnis von Google Benutzern, wie in der Grafik unten zu sehen. Vorab die sieben Thesen im Überblick:

  1. Tumblr ist der Hauptkonkurrent
  2. Facebook und Twitter sind keine direkten Konkurrenten
  3. Facebook kann von Pinterest lernen
  4. Die Macht des Optischen
  5. Das Teilen einzelner Elemente kann funktionieren
  6. Pinterest gibt der Urheberrechtsdebatte neue Nahrung
  7. Pinterest wird ein Nischenprodukt bleiben

Auf welche Arten man Pinterest in ein WordPress-Blog implementieren kann, ist hier inkl. einem How-To ausführlich erläutert. Falls Sie sich nun fragen, ob sich Ihre Zielgruppe überhaupt bei Pinterest aufhält – bzw. ob sich das Verteilernetzwerk für Bilder und deren Ressourcen für Ihre Marke eignet, dann sollten Sie bei 60 second marketer vorbeischauen. Dort wurden die Daten von Google AdPlanner und Ignite Social Media visuell aufbereitet:

Wie man Pinterest als Unternehmen überhaupt nutzen kann, zeigt z.B. Grey Germany mit dem Pinnen von offenen Stellen. Bei Saatkorn gibt es dazu ein informatives Interview mit Johannes Lenz, dem Digital Consultant Corporate Communications von Grey Germany. Andere Anbieter wie Rabatt-Auto.de setzen auf die Kraft der Bilder, um auf die von ihnen gebotenen Nachlässe bei Neuwagen aufmerksam zu machen. Im Bezug auf Urheberrecht und Verwertungsmöglichkeiten gibt es jedoch auch Stimmen, die weniger zufrieden sind mit den AGBs von Pinterest.

Wiki-Lobbying

Wie schnell und empfindlich auf Veränderungen bei Wikipedia-Inhalten über Unternehmen  reagiert wird,  lässt sich derzeit auf der Diskussionsseite des Daimler-Artikels bei Wikipedia nachvollziehen. Ein Nutzer mit einer Daimler IP-Adresse löschte den Abschnitt “Lobbying”, was  von den Wiki-Moderatoren jedoch nach einer Minute wieder rückgängig gemacht wurde. Der Daimler-Pressesprecher Martens bekräftigte gegenüber Spiegel Online, dass die Löschung des Abschnitts nicht im Auftrag der Daimler AG erfolgte und der Mitarbeiter aus datenschutzrechtlichen Gründen auch nicht identifizierbar sei. Marvin Opong von Spiegel Online schrieb daraufhin in seinem Artikel: ”Ein ungewöhnliches Laissez-faire, das der Konzern hier an den Tag legt, denn ob mit oder ohne offiziellen Auftrag: Der Wikipedia-Zensor hat zumindest gegen den internen Social-Media-Leitfaden der Daimler AG verstoßen.” Im Oldmedia Blog wird Marvin Oppong dafür scharf kritisiert.

Die gedruckte Britannica ist Geschichte

Seit 1776 wird sie gedruckt. Jedes Jahr aufs Neue, zuletzt in 32 Bänden. Nach 244 Jahren gibt sie nun auf, bloggt die Encyclopedia Britannica. Und nun? Nur noch Wiki? Fehlanzeige. Die Online Ausgabe hält den weiterhin wachsenden Content bereit. Die letzte Komplettausgabe kann zum Schnäppchenpreis von 1495 US$ bestellt werden. Mit iPad Editionen und Apps wie Britannica Kids wird versucht, auf digitalen Endgeräten Fuß zu fassen. Ob sich diese Anstrengungen lohnen werden bleibt abzuwarten, insbesondere angesichts der Beliebtheit des doppelt so großen Lexikas Wikipedia. Doch auch wenn Wikipedia eine sehr gute Quelle für den Anfang einer jeden Recherche darstellt, immer darauf verlassen sollte man sich nicht. Wer auf der Suche nach guten Alternativen ist, wird den Artikel von PC Welt hilfreich finden.

Yahoo versus Facebook

Ganze zehn Patente soll Facebook unrechtmäßig in sein soziales Netzwerk implementiert haben. Dieser Vorwurf stammt von Yahoo, detailliert beschrieben in einer 19 seitigen Klageschrift.

“Facebook’s entire social network model, which allows users to create profiles for and connect with, among other things, persons and businesses, is based on Yahoo’s patented social networking technology,” Yahoo’s lawsuit reads, in part.

Auf Anfrage von Heise Online erklärte eine Facebook-Sprecherin, dass sich das Netzwerk “mit allen Mitteln gegen diese rätselhaften Aktionen zur Wehr setzen will.” Eine ausführliche Beschreibung der Vorwürfe und Umstände findet sich bei AllThingsD.com.

Facebook Chronik

Wie bereits zwei Mal in unserer aktuellen Serie aufgezeigt, gibt es dank der neuen Chronik für Facebook Pages viele neue Möglichkeiten Marken sowohl visuell, wie auch im Spiel mit der Timeline zu präsentieren. Ein schönes Beispiel für den effizienten Einsatz der Page Chronik bietet die Seite des Opel Ampera. Ähnlich wie ein Apnoe-Taucher folgt der Nutzer einem Seil, dass bis in die Tiefen führt – also ganz dem Pioniergeist den Opel dem Ampera zusprechen möchte.

Opel Ampera Facebook Chronik

Opel Ampera 2

Die Macht von Social Media

Unter dieser Bezeichnung veröffentlichte der Monitoring-Anbieter infospeed ein Video, dass Social Media mit der Chaos-Theorie vergleicht. Es wird erläutert, wie der Beitrag eines einzelnen Nutzers weite Kreise ziehen kann. Das ist nun keine Neuigkeit. Das Video eignet sich jedoch gut um den Offlinern in kurzer Zeit zu verdeutlichen, welchen Stellenwert die Meinung eines einzelnen im Netz haben kann.

Apropos Macht: Wenn Ihnen die Macht von Google – zum Beispiel durch die jüngst durchgeführten und von allen eifrig abgenickten Änderungen der AGBs – in Bezug auf Ihre Privatsphäre zu große Ausmaße annimmt, lohnt sich ein Blick in den Artikel “Leben ohne Google in zehn Schritten“.

Wie weit darf Marketing gehen?

Drahtloser Internetzugang als Einnahmequelle – angeboten in Austin, Texas. Durch die Gegend laufende obdachlose – ausgerüstet mit LTE Hotspots – verkaufen Surf Zeit, 2 Euro für 15 Minuten. Das “Homeless Hotspots” Projekt” will diese Einnahmen komplett an Obdachlose ausschütten, schreibt die Online Ausgabe des Spiegel. Die verantwortliche Marketing-Agentur BBH Global wird in von einem Benutzer in den Kommentaren eines ausführlichen Artikels in The Verve für die Wahl des Slogans kritisiert:

“I think people are confused by the ‘I am a hotspot’-shirts, as if this company somehow magically turned these people into hardware. They’re vendors, obviously.”

The Twitterverse 1.0

Abschließend noch eine nützliche Infografik – The Twitterverse – von Brian Solis, Ersteller des Social Media Prisma. Es bietet eine breite Palette von Twitter-Ressourcen, die sich ebenso für Laien, wie auch für Profis als sehr hilfreich erweisen können. Klicken Sie auf die Grafik, um sie in Originalgröße zu betrachten:

Twitter Ressourcen

Bildquellen: miZine, Google Trends, 60 second marketer, BritannicaOpelBrian Solis