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Morgenwelt 131: Großes Interesse an Facebook & Datenschutz

Obwohl wir unsere Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook jederzeit (weitestgehend) an unsere Vorstellungen anpassen können, überrascht es doch immer wieder, wie viele Daten sich das Web trotzdem über uns merkt. Gesammelt und ausgedruckt füllen sie leicht einige tausend Seiten, wie ein Österreicher jetzt schwarz auf weiß herausfand. Lesen Sie von Likes in Lückentexten, Facebooks Datensammlung, dem Ende einer Apple-Ära und Wut auf die Wallstreet in der heutigen Morgenwelt.

Facebook I: Einblick in den Datenspeicher

Das Internet vergisst nichts und Facebook schon gar nicht. Der Wiener Student, Max Schrems, hat den amerikanischen Internetriesen per europäischem Recht dazu gezwungen, ihm die gesamten Daten als .pdf auszuhändigen, die Facebook über ihn gespeichert hat.

Das Resultat flatterte ihm als 1200 Seiten starkes Dokument in den E-Briefkasten. Diese Nachricht schlug im Web Wellen. Richard Gutjahr, der den Kampf des Wieners, “Europe vs Facebook“, in seinem Blog aufgegriffen hatte, übertraf mit rund 30.000 Links sogar die Mainstream-Medien wie Bild.de. In der Wut über das übereifrige Datensammeln von Facebook, ging dessen neustes Feature – die „Timeline“ – hierzulande schon fast ein bisschen unter. Die eigenen gespeicherten Daten kann übrigens jeder Europäer kostenlos bei Facebook anfordern, auch wenn Facebook inzwischen im weiteren Kontakt mit Max Schrems eingestanden hat, gewisse Daten wie “Likes” zurückzuhalten, da sie als “Betriebsgeheimnis” eingestuft werden.

Apple:  iGod Steve Jobs verstorben

Ein schwarzer Rolli, die immer gleiche Jeans, ein leuchtender angebissener Apfel – die Markenzeichen von Steve Jobs, Mitbegründer und langjähriger Kopf von Apple. Am Mittwochabend (Ortszeit) erlag der 56jährige seiner Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung im Kreise seiner Angehörigen. Bereits Mitte Juli hatte sich Jobs, sichtlich schmal und fahl, als CEO von Apple zurückgezogen. Nach der von vielen Fans als enttäuschend wahrgenommenen ersten Präsentation von Jobs Nachfolger Tim Cook, scheint der Tod des „iGod“ noch schwerer zu verkraften. Die Fangemeinde ist noch skeptisch, ob Cook jemals an den Ruhm des als Genie verehrten Steve Jobs heranreichen kann, der maßgeblich an der Entwicklung der als „magisch“ bezeichneten Apple-Multimediageräte wie „iPod“, „iMac“, „iPhone“ und „iPad“ beteiligt war.

Präferenzen: du.sagst.es bietet neues „Like“ System

Nach dem Motto: „ich mag was, was du auch magst“ funktioniert die neue Plattform du.sagst.es. Hier gilt es einen Lückentext mit den persönlichen aktuellen Lieblingen in Sachen Musik, Film, Buch etc zu füllen und mit anderen zu teilen. Obwohl das Suchsystem der knatschbunten Seite noch in den Kinderschuhen des etwas gruseligen Maskottchens „Betty“ steckt, soll das ausgefüllte Profil vor allem zur Vernetzung und zum Inspirationsaustausch Gleichgesinnter in allen Kategorien führen.Trotz des deutschen Namens ist die Portalsprache auf du.sagst.es ausschließlich Englisch. Außer die Befriedigung des Drangs Lieblings-Wasauchimmer mit der Welt zu teilen, bietet du.sagst.es allerdings bisher keinen weiteren (oder neuen) Anreiz. Bei stetigem Wachstum und Lieblings-aktiven Users könnte es jedoch zukünftig zum witzigen und sogar Netzwerk hilfreichen Tool werden und vielleicht sogar der Reputation dienen.

Finanzen: Bloggende Wall-Street-Gegner

“Einen Job, ein Haus, vernünftige Bezahlung – ist das etwa zu viel verlangt?” Der amerikanische Mittelstand ist sauer und organisiert sich über Social Media: „Wir sind die 99%“ heißt ein amerikanisches Blog, auf dem hunderte Bürgerinnen und Bürger die Macht der Banken und deren Verhalten in der Krise anprangern wollen. Auf Fotos zeigen sie sich mit handgeschriebenen Zetteln, auf denen sie ihre Lebensgeschichte, Existenzängste und Wut mit der Welt teilen. Durch die Banken – so der Blog – kommt nur 1 Prozent der Bevölkerung in den Genuss des amerikanischen Traums, während der Rest täglich um die Existenz bangen muss. Inzwischen breitet sich der Protest über ganz Amerika aus. Erste Medien rufen bereits den amerikanischen Herbst aus. Auf Twitter kann man den Protest über den Tag occupywallstreet verfolgen.

Gesellschaft: Vertrauen ist futsch

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ scheint vor allen in letzter Zeit vermehrt die Devise der Deutschen.  Sei es das Bankensystem, Lebensmittel, Prominente oder Politiker – nichts und niemand macht derzeit vertrauenerweckende Schlagzeilen. Und das ist wissenschaftlich messbar.  Alex Kreikenberg, Dozent der Dortmunder International School of Management (ISM) erklärt: “DieWissenschaft ist sich weitestgehend einig: Ohne Vertrauen funktioniert unserer Gesellschaft nicht. Weder in privaten, noch in geschäftlichen Situationen. Vertrauen wird deshalb auch als ‘Klebstoff’ in zwischenmenschlichen Beziehungen bezeichnet und hat einen großen Einfluss auf unser Handeln. Vertrauen bringt Menschen dazu, sich in unsicheren Situationen, in denen ihnen nicht alle Fakten bekannt sind, entscheiden zu können.“

Skandale und Krisen haben das Vertrauen der Bevölkerung langsam aber sicher ausgezehrt. Das hat laut Kreikenberg und seinen Kollegen fast schon ignorante Konsumenten und Kunden zur Folge. Diesem Trend der Vertrauenskrise könne nur durch konkreten Vertrauensaufbau jedes Unternehmens entgegengewirkt werden, so der Dozent.

Abgeordnete 2.0: Wie fit sind unsere Bundestagsabgeordnete im Umgang mit Social Media?

Die Zeitschrift Journalist hat nachgezählt, wer bei Facebook ist, twittert und damit erfolgreich ist. Immerhin 61 Prozent aller 620 Abgeordneten pflegen einen Facebook-Account. Am aktivsten ist in Social Media die Partei Bündnis 90/Grüne: 79 Prozent der Fraktion sind auf Facebook aktiv, immerhin 47 Prozent twittern. Quelle: Journalist 10/2011 (Print).

Social Media Monitoring auf Facebook: Interaktivität als Erfolgsmaßstab

Eine Fanpage ohne guten Content ist wertlos – das jedenfalls soll ein neues Update von Facebooks „Page Insights“ künftig den Usern suggerieren. In Zukunft wird auf Fanseiten unter den Anzahl der Fans das „People Talking About“ Ranking erscheinen. Dieses misst die Useraktivität auf der jeweiligen Fanseite, inklusive Postings, Likes, Kommentare, Reaktionen auf Fragen oder auch das Teilen der Seite. Auf diese Weise wird das Webcontrolling erleichtert. Ein hohes Rating, also ausgeprägte Userinteraktion, ist laut Facebook dann gleichbedeutend mit gutem Content.

Umfrage-Tool: Meinungsumfrage leicht gemacht

Möchten Sie Ihre Kunden in eine Entscheidung einbinden oder Trends abfragen? Online-Umfragen, sogenannte „Polls“, sind einfacher geworden. Das Online-Umfrageinstrument „GoPollGo“ klingt schon wie ein Anfeuerungsruf und funktioniert durch die unzähligen Meinungsabfragen auf der Seite durchaus motivierend zum Mitmachen. Abgefragt werden kann alles – Marken Favorisierungen, Lieblingsdinge, Grundsätze usw. Die Polls können direkt bei GoPollGo kostenlos erstellt und schnell via Twitter, Facebook und Google Plus verbreitet werden. Die Ergebnisse werden sofort per Balkendiagramm angezeigt und ausgewertet werden. Wir haben testweise eine kleine Umfrage gestartet: Welche Bedeutung hat für Sie Google Plus? Und daraufhin innerhalb von 17 Stunden 112 Stimmen sowie 434 Seitenaufrufe erhalten.

Marketing: Erfolgreiche Events durch Social Media

Wenn die Planung für ein Event unter Dach und Fach ist, fehlen noch interessierte Besucher, um es zu einem Erfolg zu machen. Mit Hilfe einer durchdachten Social Media Strategie kann ein Event optimal promotet, begleitet und nachbehandelt werden, wie die folgende Infographik “Event Marketing vom A to Z” anschaulich zeigt.

Bildquellen: (Titelbild) Shutterstock, Wikipedia