buble arrow2

Morgenwelt 69: Viel Neues rund um Twitter

In dieser Woche fand in San Francisco die offizielle Twitter Entwickler-Konferenz Chirp statt. Daher ist es wenig überraschend, dass es dieser Tage viel Neues im Zusammenhang mit dem Dienst zu verlautbaren gibt. Erstmals hat Twitter die offiziellen Nutzerzahlen veröffentlicht, Google führt eine Archivsuche für alte Tweets ein und mit "Sponsored Tweets" stellt der Microblogging-Dienst erstmals ein Monetarisierungs-Modell vor. Das und mehr lesen Sie in der heutigen Ausgabe der Morgenwelt.

ChirpLogo
 

Twitter: Lange hat es gedauert, bis Twitter das Geheimnis um die offiziellen Nutzerzahlen gelüftet hat. Genau 105.779.710 registrierte Nutzer konnte der Microblogging-Dienst bei der Verkündung verzeichnen, schreibt Mashable. Das übertrifft die Erwartung von inoffiziellen Schätzungen. Darüber hinaus kann sich Twitter jeden Tag um weitere 300.000 neue Registrierungen freuen. Ebenfalls erwähnenswert – wenn auch nicht überraschend – ist die Tatsache, dass 75 Prozent des Traffics nicht auf der Twitter Homepage stattfindet, sondern über Anwendungen dritter.

Echtzeitsuche: Es tut sich einiges bei Google bezüglich der Echtzeitkommunikation. Die Suche umfasst neben Twitter nun auch Myspace, Facebook und Buzz. Auf golem.de wird die neue Archivsuche von Twitter vorgestellt. Schön anschaulich ist, wie mit Hilfe eines Diagramms das Kommunikationsvolumen zu einem bestimmten Thema im Zeitverlauf dargestellt wird. Auf dieser Zeitleiste kann beliebig hin und her gesprungen werden, um die Kommunikation nachzuvollziehen. Im Moment beschränkt sich das Archiv  noch auf englische Tweets ab Februar 2010, doch Twitter arbeitet daran, alle Tweets ab dem 21. März 06 zu archivieren.

Picture 3

Online-Bewertungen: Zumeist stellen die Bewertungen auf Amazon für viele Nutzer eine hilfreiche Entscheidungsstütze dar. Wozu die Funktion aber auch dienen kann, zeigen nun Fans des Spiels "Siedler 7". Obwohl das Spiel in jeder Hinsicht gelungen ist, bekam Siedler 7 fast ausschließlich sehr schlechte Bewertungen. Das Handelsblatt schreibt, auf diesem Weg mache die Community ihrem Ärger Luft, da das spielen des neuen Games an Bedingungen geknüpft sei, die die Nutzer für nicht akzeptabel befinden. Diese Umwandlung einer Bewertungsplattform zu einer Protestplattform zeigt, mit welch einfachen Methoden für viel Aufmerksamkeit gesorgt werden kann.

Sponsored Tweets: Es war abzusehen, dass sich Twitter früher oder später um ein Geschäftsmodell Gedanken machen wird. Den ersten Versuch stellte Twitter nun vor: Sponsored Tweets. Vergleichbar mit Google AdWords tauchen diese werblichen Tweets vorerst nur auf, nachdem ein bestimmtes Suchkriterium eingegeben wurde. Die Anzeigen sind als solche gekennzeichnet, in der Handhabung stehen sie aber "echten" Tweets in nichts nach: Sie können ebenso retweeted und favorisiert werden. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieses Geschäftsmodell etablieren wird. Im Rahmen der ersten Twitter Entwickler-Konferenz Chirp war zudem einiges mehr an Neuigkeiten über den Microbloggingdienst zu erfahren. Auf Basic Thinking findet sich eine Zusammenfassung.

Influencer: Wie möchten Influencer angesprochen werden? Tamar Weinberg hat nachgefragt und die Liste der Influencer, die geantwortet haben, kann sich sehen lassen. Robert Scoble, Pete Cashmore und Seth Godin, um nur ein paar zu nennen. Wie sie am liebsten angesprochen werden, können Sie auf techipedia nachlesen.

Followfinder: Wer neu auf Twitter ist, muss sich zunächst zurechtfinden und weiß häufig nicht so genau, wem er folgen soll. Abhilfe will Google mit dem Followfinder schaffen. Anhand der Profile, denen man bereits folgt, schlägt er automatisiert Kontakte vor, die einen interessieren könnten. 

>> Morgenwelt 68: Die Vertrauensfrage 

>> Morgenwelt 67: Krisenkommunikation in der Krise

>> Morgenwelt 66: Die Echtzeitkommunikation wird prŠsenter

>> Morgenwelt 65: Ich bin hier, aber wo bist du?

>> Morgenwelt 64: Lieber weniger, aber relevante Informationen

  • danke, gute zusammenfassung — fehlt eigtl nur noch der hinweis darauf, dass es auch die erste abmahnung für einen tweet gab. mehr dazu bei http://www.kriegs-recht.de/sie-ist-da-die-erste-einstweilige-verfugung-wegen-tweets/
    ami.)

  • Danke, interessanter Artikel. Der Followfinder von Google scheint mir noch in den Kinderschuhe zu stecken, einige Tests haben mir keine wesentlichen neuen Erkenntnisse geliefert, aber vielleicht ist das von Google erst einmal ein „me-too“ Tool aufgrund der großen Popularität von Twitter und es entwickelt sich noch.