Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

Social Media in der Medizintechnologie

2 Minuten Lesedauer

Welche Unternehmen sollten sich von Social Media fernhalten? Nur wenige, es sei denn, es gibt Unternehmen, die nicht mit ihren Stakeholdern kommunizieren wollen und es sich leisten können, ihre Online-Reputation anderen zu überlassen. Es existieren viele Branchen, in denen sich Social Media hierzulande erst langsam entwickelt. So gibt es etwa in der Healthcare-Branche nicht viele wirklich aktive Social Media Unternehmen. Das liegt unter anderem an der starken staatlichen Regulierung und den Werbeverboten, die auch auf Social Media Aktivitäten Auswirkungen haben, aber auch an fehlenden Ressourcen und Strategien dafür.

Social Media Umfrage in der Medizintechnologie

Doch zeigt das Beispiel Medizintechnologie, wie stark längst alle Bereiche unserer Gesellschaft von Social Media erfasst werden. Für 70 Prozent der befragten 81 MedTech-Unternehmen wird die Nutzung von Social Media wichtiger. Im Vorjahr hielten es erst 58 Prozent für relevant. Das ergab eine Umfrage des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed), die auf der 9. Kommunikationskonferenz Medizintechnologie (auf Twitter unter #medtech_kk) in Berlin vorgestellt wurde.

„Social Media wird in erster Linie zum Verbreiten eigener Meldungen und zum Dialog genutzt. Stark im Kommen ist aber die Nutzung als Monitoring-Tool“, erläuterte BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt zur Eröffnung der Berliner Kommunikationskonferenz.


Wenig gewundert habe ich mich darüber, dass bei den Social Media-Kanälen der MedTech-Unternehmen Youtube (62 Prozent) und Facebook (52 Prozent) dominieren. Immerhin 31 Prozent setzen auf Twitter, allerdings eher als Pushkanal. Aber nur 14 Prozent der Unternehmen führen ein eigenes Corporate Blog, was vor allem mit den fehlenden personellen Ressourcen erklärt wird. Nur etwa jedes fünfte Unternehmen (18 Prozent) hat eine eigene Social Media Strategie aufgebaut. Auf die Absicherung ihrer Aktivitäten legt die MedTech-Branche hingegen viel Wert. Daher gibt es bei 31 Prozent eine Social Media Guideline.

Unternehmen setzen auf Kontrolle

Die Angst vor einem Kontrollverlust ist grundsätzlich unter Kommunikatoren sehr groß. Dabei ermöglicht ein profundes Social Media Monitoring eigentlich ein viel besseres Kundenverständnis. Organisationen erfahren mehr denn je, was ihre Konsumenten, B2B-Kunden oder Patienten bewegt. Über Facebook und Twitter können Unternehmen in die Köpfe ihrer Stakeholder hineinschauen. Denn diese veröffentlichen ihre Produkterfahrungen bereitwillig im Social Web.

Dinnerspeech auf der MedTech-Kommunikationskonferenz

Am 3. Juni 2013 hielt ich eine Keynote auf der 9. MedTech-Kommunikationskonferenz über Zukunftstrends in Social Media. Dabei setzte ich meinen Schwerpunkt auf das Online Reputation Management und die Einordnung von Social Media in der Healthcare Branche insgesamt. Die anschließend Gespräche haben mir gezeigt, wie offen die Medizintechnologie mit dem Thema Social Media umgeht.


Jedes Unternehmen profitiert von der Shareconomy, in der viele Menschen anderen ihre Kundenerlebnisse verraten und es uns allen einfacher machen, selbst eine Kaufentscheidung zu treffen. Einzelne Influencer lassen sich sehr gut über Social Media erreichen. Doch das setzt voraus, dass ein Unternehmen sich ernsthaft für seine Kunden interessiert und mit diesen den offenen Dialog sucht. Dafür benötigen Organisationen in jeder Branche Mitarbeiter, die als Botschafter und Personal Brands für ihr Unternehmen in Social Media aktiv sind.

Wer hierbei erfolgreich sein will, muss die eigenen Mitarbeiter für Social Media gewinnen und über diese aktiv im Social Web kommunizieren. Verbote sind wenig hilfreich, weil sie dank Smartphones leicht umgangen werden können.  Je sichtbarer und leidenschaftlicher die Mitarbeiter für die Interessen ihrer Unternehmen und ihrer Branche eintreten, desto glaubwürdiger und erfolgreicher sind Marken.

Letztlich vertrauen wir immer lieber (echten) Menschen als abstrakten Marken. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, mit Persönlichkeit und Transparenz zu punkten und dabei die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von prezi.com zu laden.

Inhalt laden

Bildquelle: 3M Medica (BVMed-Bilderpool); Peter Kossok

Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

9 Replies to “Social Media in der Medizintechnologie”

  1. Toll! Leider ist ja in der Medizin Social-Media noch nicht allzu weit fortgeschritten – zumindest nicht in der direkten Gesundheitsversorgung. Ich kenne nur wenige Kliniken, die sich da engagieren und kaum niedergelassene Ärzte. Weiß jemand in diese Richtung positive Beispiele?

  2. Unabhängig von der Branche halten wir eine schlüssige Einbindung von social media in die Gesamtstrategie des Unternehmens für unerlässlich, denn sonst wäre es wie Kunst um der Kunst willen. Auch ohne die Bereitschaft angemessene Mittel und Ressourcen bereit zu stellen, sollte man lieber die Finger von dem Thema lassen.

  3. Die Angst der Unternehmen vor Kontrollverlust in sozialen Medien verwundert mich in der PR immer wieder – es gibt keine Kontrolle von Kundenmeinungen, das ist eine Illusion. Der Unterschied bei Facebook und Co. ist doch nur, dass sich hier die Kunden auf meiner eigenen Unternehmenspräsenz anstatt in irgendwelchen anonymen Foren ggf. über mein Produkt oder mein Unternehmen beschweren können. Das sollten Unternehmen eher als Chance begreifen, um auf Kritik aktiv und angemessen reagieren zu können.

    Veronika Heibing von Claasen Communication

  4. In der Tat!

    Ich würde sehr gern für ein Medizintechnik Unternehmen die Social Media Strategie entwickeln und umsetzen – leider sind die Unternehmen noch nicht so weit.

    Falls doch, bitte melden! 😉

    twitter.com/tinoseeber

    1. eine neue Art der Kommentar-Akquise, die mir so noch nicht bekannt war *g*. Wir beraten schon länger Unternehmen im Healthcare-Markt. Manches braucht einfach seine Zeit…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.